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Ist es möglich nachhaltig zu leben?

Das Triple Benefit Principle und die große Chance der Mobilität beim Umstieg auf einen nachhaltigeren Lebensstil

Der/die Durchschnittsösterreicher/in produziert jährlich 9,3 Tonnen an Kohlenstoffdioxid im Inland und 4,2 Tonnen durch Nettoimporte von Gütern, die im Ausland, überwiegend in Asien produziert werden (österreichischer Klimasachstandsbericht 2014). Bekanntlich müssen wir aber sehr rasch auf 2,5 Tonnen herunterkommen, also auf weniger als ein Fünftel reduzieren.

Wer mit CO2-Rechnern, die heute in Vielfalt online zur Verfügung stehen, vertraut ist, weiß, dass sich diese durchschnittlichen 13,5 Tonnen im Wesentlichen aus fünf Bereichen zusammensetzen. Da ist zunächst ein öffentlicher Bereich von ca. 3 Tonnen (Emissionen aus öffentlichen Einrichtungen und Infrastruktur), und dann die persönlichen Bereiche Wohnen, Ernährung, Transport und übriger Konsum.

Wer sich gut informiert und kreativ experimentiert, lernt, dass er trotz niedrigen Energieverbrauchs im Haushalt, vegetarischer Ernährung, Vermeidung oder zumindest Minimierung des Gebrauchs von Auto- und Flugzeug sowie unnötiger und THG-intensiver Konsumgüter meist bestenfalls auf etwa die Hälfte der THG-Emissionen herunterkommen kann. Und das ist schon eine beachtliche Leistung. Und man/frau wird sich dann sagen: meine persönliche Bilanz habe ich ja deutlich verbessert, aber die drei Tonnen aus Infrastruktur kann ich nicht beeinflussen. Ähnliches gilt für die anderen Treibhausgase, für Wasser und die übrigen begrenzten Ressourcen.

Laut Triple Benefit Principle ist durch den Umstieg im Mobilitätsbereich (persönliche Mobilitätslogistik, Umstieg vom Auto auf Rad und öffentliche Verkehrsmittel) der größte Effekt zu erzielen: Massive THG-Reduzierung (erster Vorteil), Verbesserung der individuellen, lokalen und globalen Gesundheit (zweiter Vorteil, und Ersparnisse durch eine beachtliche Reduzierung der Transportkosten (dritter Vorteil).

Nun ist kritisches Denken und Handeln gefragt. Denn, wenn ich die durch Mobilitätsumstieg oder durch Vermeidung unnötiger Konsumgüter erzielten Ersparnisse für andere Konsumgüter oder zum Beispiel für Flugreisen verwende, verschiebe ich die Treibhausgasproduktion nur in andere Sektoren. Wenn ich mich hingegen an der Bereitstellung nachhaltiger Energie (z.B. Beteiligung an Windenergie und Photovoltaikprojekten) beteilige, kann ich der Allgemeinheit saubere Energie zur Verfügung stellen. Bei konsequentem Handeln von Jahr zu Jahr mehr. So kann ich auf indirektem Weg den Verbrauch an fossiler Energie auch im öffentlichen Bereich senken.

Genau dieses Verhalten ist der Schlüssel zum persönlichen Energiewendepunkt, der - je nach Ausgangsbedingungen und Konsequenz in der Verfolgung des Triple Benefit Principle - in ca. 10 bis 15 Jahren erreicht werden kann. Zugegeben, für Menschen mit sehr  niedrigen Einkommen, die ohnehin kein Auto verwenden, gilt das nicht ganz so, aber die haben ohnehin meist einen niedrigen CO2-Ausstoß.

Im Zuge meines persönlichen Umstellungsprozesses in den 90er Jahren machte ich zahlreiche verblüffende Entdeckungen: Es ist weit mehr an Nachhaltigkeit möglich als wir anfangs glauben wollen, aber Gewohnheit und geistige Trägheit hindern uns daran, Veränderungen zu setzen; Rebound-Effekte lassen uns vieles nichtig erscheinen.

Ich nannte meine Vorgangsweise Triple Benefit Principle:
1.    Reduziere Deine Mobilität und verwende Rad und Bahn statt Auto und Flugzeug
2.    Verbessere dadurch die eigene Gesundheit und die anderer Menschen
3.    Investiere Ersparnisse gezielt in Maßnahmen zur Verringerung des Energieverbrauchs und vor allem in Bereitstellung erneuerbarer Energie, um dadurch den Verbrauch an fossiler Energie (derzeit noch 2/3 des österreichischen Energieverbrauchs) zu senken.

So erreichte ich in weniger als zehn Jahren meine persönlichen Energiewendepunkt, das heißt ich war in der Lage, der Allgemeinheit mehr Energie zur Verfügung zu stellen als meinem Verbrauchsanteil an Brutto-Inlandsenergie entspricht.
Achtung: Es kursieren oft ganz falsche Vorstellungen über den Brutto-Energieverbrauch. Er beträgt pro Einwohner und Jahr etwa 50.000 Kilowattstunden, ist also mehr als zehnmal höher als der Stromverbrauch eines durchschnittlichen Haushalts. Viele Menschen haben nur letzteren im Kopf, wenn von Energieverbrauch die Rede ist.

Viele Jahre später konnte ich in meiner Masterarbeit in Nachhaltiger Entwicklung die Möglichkeiten für eine breite Umsetzung des Triple Benefit Principle erforschen und berechnen. Sie stehen gar nicht so schlecht. Voraussetzung ist nur Beweglichkeit in Kopf und Fuß.

Bei Fragen und bzgl. Literatur wenden Sie sich an
Dr. med. Klaus Renoldner, M.Sc.

reno@wvnet.at                                                                            www.renoldner.eu

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