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Die Chancen der menschlichen Mobilität

Die Erfolgsgeschichte der Menschen ist nicht jene der schnellen Fortbewegung, sondern des Verstehens der Welt um sie herum und ihrer Mitmenschen. Es war die geistige Mobilität, die zur Höherentwicklung geführt hat und uns nur weiterführen kann. Dazu müssten wir aber zunächst aus der Falle, der Grube, die wir uns selbst durch die technischen Formen der physischen Mobilität gebaut und gegraben haben wieder herauskommen. Wer durch die Gegend rast, ist dazu nicht fähig, sondern übt nur Gewalt aus, gegen andere und gegen die Lebensgrundlagen ohne Zeit zu haben über seine Handlungen nachzudenken. Menschliche Mobilität ist die geistige. Das wusste man eigentlich schon immer, wie es die Volksweisheit „Wer es nicht im Kopf hat, muss es in den Beinen haben“ auf den Punkt gebracht hat, den alle Verkehrswissenschaft bisher nicht gefunden hat, weil sie versucht immer schneller daran vorbeizurasen. Wenn es physisch nicht mehr schneller geht, versucht man es heute elektronisch und ist dabei schon so weit gekommen, dass man nicht mehr weiß, wo man ist, wenn das elektronische Ersatzhirn einmal nicht funktioniert.

Schon dem Autoverkehr konnten die Wissenschaften, die Politik oder die Gesellschaft nicht mehr geistig folgen und haben in ihrem Bemühen Unmengen von Metall, Glas und Plastik so schnell wie möglich zu bewegen, seit einem Jahrhundert nur jene Probleme erzeugt, die sie vorgaben zu lösen. Eigentlich hätte der erste Verkehrstote zum Innehalten führen müssen, der erste Verkehrsstau zum Überdenken, ob man nicht auf dem Holzweg ist. Anstatt sich vernünftig zu verhalten, wurden nur die Bemühungen verstärkt den Fehler im System dadurch zu lösen, dass man ihn immer größer gemacht hat. Ein Beweis dafür, dass man der Entwicklung geistig nicht folgen konnte.

Der Preis für dieses Unverständnis sind nicht nur mehr als fünf Millionen Menschenleben weltweit, sondern Milliarden an Arbeitslosen und Ausgebeuteten, die durch den Autoverkehr ihre Arbeit und ihre Heimat verloren haben und als Pendler, also Wanderarbeiter, ihr Dasein fristen müssen um den „Jobs“ nachzulaufen, die ihnen von den großen Nutznießern dieser Fehlentwicklung, den internationalen Konzernen, weggenommen werden. Das Konzernprodukt Auto, ob als Pkw oder Lkw ist die Voraussetzung für die unmenschlicher werdende Gegenwart und die noch unmenschlicher Zukunft. Die schnellsten Systeme erzeugen die schlimmsten Wirkungen, wie es die Banken und die Finanzindustrie beweisen, die auf ihren globalen Raubzügen auch vor Europa nicht Halt machen und auch hier Millionen Menschen  in die Armut und ins Unglück stürzen. Gesteuert von Gewissenlosen Strategen, die ihre elektronische Mobilität des Geldes gegen alles Leben ausnützen, weil man wiederum nicht in der Lage ist geistig dieser technischen Mobilitätsentwicklung zu folgen.

Ethik und Moral blieben auf der Strecke und wer nicht wahrnehmen kann, was seine Handlungen anderswo auslösen, kann das Leben und die Lebensgrundlagen bedenkenlos zerstören.

Erst wenn das Geld wieder zu Fuß unterwegs ist, kann es in der Nähe Nutzen stiften. Das haben in der Zwischenzeit sogar die Geschäftsleute in der Stadt, wenn auch manchmal erst nach Jahrzehnten, begriffen und setzen sich energisch für Fußgängerzonen ein. Denn auch sie merken, dass man pro Quadratmeter mehr Brieftaschen in Fußgängern unterbringen kann als in geparkten oder gar fahrenden Autos. Nur wenn die geistige Mobilität schneller als die physische ist, kann man sich und andere – und die Natur – vor Schaden bewahren. Das müsste eigentlich das Kriterium bei der Zulassung zur Benutzung von Fahrzeugen sein. Wir hätten dann sicher nicht das geringste Problem mit dem Verkehr und die Menschen würden nicht weg- oder zusammenfahren, sondern wieder miteinander verkehren.

Univ.-Prof. DI Dr. Hermann Knoflacher, TU Wien
Wissenschaftlicher Beirat der ARGE Schöpfungsverantwortung
 

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