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Liebe Leserinnen und Leser!


Es freut uns sehr, Ihnen zu Beginn des Advents unseren zweiten Newsletter senden zu dürfen. Die aufgegriffenen Themen drehen sich dabei um das Fest der Geburt des Herrn, besonders der Fachbeitrag über das "Konsumfest Weihnachten" und der Beitrag zu Franz von Assisi. Aber auch der Aufruf zur interreligiösen Zusammenarbeit im Ressourcenschutz, die Vorstellung der ökologischen Vorbildgemeinde Frastanz in Vorarlberg und die Zusammenstellung der aktuellen Nachrichten sind von besonderem Interesse. Zuletzt möchten wir Ihnen noch die Kommentare von Lesern zu unserem ersten Newsletter ans Herz legen, die das rege Interesse an unseren Themen zeigen.

Einen besinnlichen Advent wünscht

Ihre Arge Schöpfungsverantwortung


 

 

Kreative Verpackung. Bildquelle: meminimized.blogspot.co.at/2011_12_01_archive
Geschenkter Wald. Bildquelle: www.wald.org/projekte/

Das Konsumfest Weihnachten


Weihnachten, einer der Höhepunkte im Kirchenjahr, ist traditionell geprägt von vielem und gutem Essen sowie unzähligen Geschenken. Es bietet damit den idealen Hintergrund, über unsere Konsumgewohnheiten nachzudenken und dadurch das Fest der Geburt des Herrn bewußt zu feiern.

Konsum, also der Kauf von Dienstleistungen und Waren, dient schon längst nicht mehr der reinen Versorgung mit lebensnotwendigen Waren. Konsum ist mittlerweile ein Hobby und wird durch diverse Fernsehsendungen sogar zur Kunstform erhoben. Gleichzeitig bilden die Entscheidungen, was wir wo kaufen, einen Teil unserer Identität. Vor allem aber ist Konsum eine zutiefst politische Tätigkeit, die über das Schicksal und die Lebensumstände unzähliger Menschen entscheidet.

Die UN hat diesen Sachverhalt in der AGENDA 21 folgendermaßen dargestellt: “Armut und Umweltzerstörung sind eng miteinander verbunden. Während Armut bestimmte Arten der Umweltbedrohungen hervor ruft, ist der Hauptgrund für die fortwährende Schädigung der globalen Umwelt die nicht nachhaltige Konsum- und Produktionsweise in den industrialisierten Ländern, welche große Besorgnis hervorrufen und Armut und Ungleichheit verstärken.“[1]

Die täglichen Konsumentscheidungen, welche Waren wir kaufen, in welcher Menge, aus welchen Herkunftsländern, in welcher Qualität haben eine Signalwirkung auf die Produzenten dieser Waren und in weitere Folge auf die Politik. Konsumentscheidungen können zum Motor für politische und strukturelle Veränderungen werden. Dr. Michal Bilharz zum Thema: „Natürlich sind das A und O für nachhaltigen Konsum entsprechende Rahmenbedingungen, die nachhaltigen Konsum für alle Menschen zur ersten Wahl machen. Wir reden über Ökosteuer, Abbau umweltschädlicher Subventionen, über Naturschutzprogramme etc. Die Frage ist nur: Wie kommen wir zu diesen Rahmenbedingungen? Da bin ich der Überzeugung, dass dies nur funktioniert, wenn alle mit ihren Möglichkeiten mithelfen: Politiker wie Unternehmer, Mitarbeiter wie Konsumenten. So lange zum Beispiel Konsumenten nicht durch Car-Sharing, Bio-Lebensmittel oder Investitionen in erneuerbare Energien signalisieren, dass sie bereit sind, eine ökologischere Politik mitzutragen, werden sich auch die Politiker nicht in diese Richtung bewegen.“ [2] Es herrscht daher eine „geteilte Verantwortung“ [3] zwischen Konsumenten und Produzenten.

Gerade zu Weihnachten nimmt der Konsum eine zentrale Stellung in unserem Leben ein. Der Wunsch, unseren Mitmenschen durch Geschenke Freude zu bereiten, sollte aber nicht zu Lasten unserer Umwelt gehen oder ungerechte Arbeitsbedingungen in anderen Ländern unterstützen. Folgende Ratschläge zeigen Möglichkeiten für nachhaltige Geschenke auf, die allen Beteiligten Freude bereiten und ein bewußtes Erleben des Weihnachtsfestes ermöglichen.

1) Überlegt und weniger schenken: Für jedes Produkt werden Rohstoffe und Energie für Produktion, Transport und Entsorgung benötigt. Langlebige und unter humanen Arbeitsbedingungen hergestellte Güter aus natürlichen Materialien sind vorzuziehen. Die derzeit so beliebten Elektronikartikel entsprechen diesen Ansprüchen nur sehr selten. Bei Elektronikprodukten als auch bei allen anderen Geschenken sollte vor allem eines bedacht werden: Werden die Geschenke alle wirklich gebraucht?

2) Müll vermeiden: Das erhöhte Müllaufkommen rund um Weihnachten ist zu einem guten Teil auf die Geschenkverpackungen und die vielen Grußkarten zurückzuführen. Hier sind kreative Lösungen gefragt: Alte Zeitungen und Magazine als Geschenkpapier, ausgeschnittene Bilder und Familienfotos als Grußkarten vermeiden zusätzlichen Müll und sorgen für die persönliche Note in der Weihnachtspost. 

3) Zeit schenken: Statt mit allerlei Kleinigkeiten für noch vollere Wohnungen und Häuser zu sorgen, bereiten Geschenke für gemeinsame Aktivitäten oft viel mehr Freude. Gutscheine für gemeinsame Wanderungen und Restaurantbesuche sowie Karten für Kino, Theater oder Museen sind Beispiele für die unzähligen Möglichkeiten, das wertvollste Geschenk Zeit zu geben.

4) Schenken, wo es notwendig ist: Möglichkeiten, zu helfen, gibt es viele. Schenken sie ein Stück Urwald oder sichern sie mit ihrem Geschenk die Ausbildung von benachteiligten Kindern in Indien. Somit profitieren mehrere Personen von Ihrem Geschenk. 

Weitere Ratschläge für einen bewusst gelebten Advent und ein nachhaltiges Weihnachtsfest finden sie in unserem Weihnachtsfolder, Adventkalender, Aktionskalender mit Impulsen für die Advent- und Weihnachtszeit (Außenteil, Innenteil)


Quellen:

[1] United Nations (1993): Earth Summit: Agenda 21 – The United Nations Pro-gramme of Action from Rio, New York 

[2] Interview mit Dr. Michael Bilharz: http://www.nachhaltigleben.ch/11-vorbilder/196-nachhaltiger-konsum-michael-bilharz-im-interview

[3] Belz, F.-M./Bilharz, M. (2007): Nachhaltiger Konsum, geteilte Verantwortung und Verbraucherpolitik: Grundlagen, in: Belz, F.-M./Karg, G./Witt, D. (Hrsg.): Nachhaltiger Konsum und Verbraucherpolitik im 21. Jahrhundert, Marburg, S. 21-52


 

 

Franz von Assisi. Bildquelle: www.franziskaner.at/franziskaner-werden.html

Greccio 1223 – Geburtsstunde der Weihnachtskrippe


Francesco d´ Assisi und was er uns zu Weihnachten geschenkt hat.

Die weihnachtliche Krippenfeier und damit alle unsere Krippenfeiern und –spiele gehen zurück auf Francesco im Jahr 1223. Er ließ die Krippe nachstellen, wie er sie aus alten bildlichen Darstellungen von Christi Geburt kannte. „Die Krippenfeier von Greccio war aber keine Wiederentdeckung alter Darstellungen, sondern in dieser, man könnte sagen, dreidimensionalen Form tatsächlich eine Erfindung Francescos, die dann im christlichen Abendland zu einer liturgischen Selbstverständlichkeit wurde“. [1] 

Francesco hielt sich in der Nähe von Creccio in einer abgelegenen und dürftigen Behausung auf. Er liebte diesen Ort und seine Bewohner, von denen viele wie Minderbrüder und Minderschwestern lebten ohne dabei die Welt, ihre Häuser und Familien  zu verlassen. „Auch der adelige Herr von Greccio, ein gewisser Johannes, scheint unter dem Eindruck von Franzens Persönlichkeit seine Waffen an den Nagel gehängt zu haben – was für einen damaligen Ritter keine leere Geste war.“ [2] 

Die Weihnachtsfeier von Creccio  fand im nahegelegenen Wald, ca. 2 km außerhalb des Ortes, statt. Aus dieser Weihnachtsfeier, bei der sich Francesco über das liturgisch Erlaubte hinwegsetzte, ging eine bemerkenswerte Gemeinschaftlichkeit hervor, die alle Standesunterschiede aufhob. Der Aufwand für diese „…durchdachte und gut vorbereitete Inszenierung" [1] war nicht gering.

Mit dieser Inszenierung der Krippenfeier innerhalb der Weihnachtsmesse unterbrach er eine traditionelle Starre und weitete den Blick auf die Geburt Christi, am Rande der Gesellschaft, in Armut  und dennoch in der Fülle.Thomas von Celano berichtet über die Weihnachtsfeier: „Am Heiligen Abend kamen die Männer und Frauen aus der ganzen Gegend mit Fackeln und Lichtern zu der vorbereiteten Stelle, und auch die Brüder aus mehreren Einsiedeleien waren erschienen. Da stand eine Krippe, gefüllt mit Heu, auch ein Ochs und Esel*) wurden herbeigeführt. Franz sang das Evangelium von der Geburt Christi, und danach fing er zu reden an…." Am Ende des Berichtes lässt sich Celano zu einem Halleluja hinreißen.

Eine kleine Gruppe von Menschen deren Sorgen denen heutiger gleichen, brachte Hoffnung in die Welt und allen voran der Santo von Assisi.

 

*) wegen seiner Liebe zum Schöpfer erfreute sich Francesco an den Tieren als Teil der Schöpfung!

Quellen:

[1] Markus Hofer „Francesco“, 2000, Tyrolia Vlg.

[2]Adolf Holl „der letzte Christ Franz von Assisi“, 2000, Kreuz Vlg.


 

 

Klima – Kehrtwende auch in den Religionsgemeinschaften?!


dem Jahresende entgegen
 

von Isolde Schönstein

Wir stehen nun am Ende eines Jahres, eines Jahres der sich offenbarenden Folgen des anthropogen verursachten Klimawandels und müssen uns fragen, ob wir wirklich alles getan haben um unserer Generationenverantwortung gerecht zu werden und ob wir es geschafft haben, einer unverbindlichen Gesinnungsethik eine verbindliche Verantwortungsethik folgen zu lassen und sie in unsere Verkündigung einzubringen.

Der Aufruf an die Religionsgemeinschaften und die Hoffnung in sie nimmt zu. Schon in seiner Amtszeit als Direktor der Umweltprogramme der Vereinten Nationen betonte Klaus Töpfner ausdrücklich die Bedeutung der Religionen zur Bewältigung der ökologischen Krise: „Es gibt wahrscheinlich unter den großen Religionen keine, die nicht eine klare ethische Verpflichtung der Menschen im Umgang mit den Ressourcen der Natur und im Dienst und in der Hilfe für den Nächsten kennt. Isoliert vom Bewusstsein der spirituellen Werte ist es sehr schwierig, Nachhaltigkeit überhaupt durchzusetzen.“

Vor sechs Jahren griff die ARGE Schöpfungsverantwortung die interreligiöse Zusammenarbeit unter dem Titel „Klimaschutz ist Lebensschutz“, auf. Gemeinsam mit Muslimen, Baha´is, Juden, Evangelischen Christen, Buddhisten und Hindus wurde 2008 im Rahmen dieser Zusammenarbeit ein Symposium unter dem Titel „Klimawandel / Systemwandel – eine verantwortungsethische Herausforderung“ veranstaltet. Wissenschafter und Vertreter der Weltreligionen zeigten mit dem Symposium und der begleitenden Projektarbeit Auswege, Strategien und Maßnahmen auf. 

Die ARGE Schöpfungsverantwortung lädt neuerlich zur Zusammenarbeit ein und in diesem Zusammenhang auch zu einem gemeinsamen MONTAGSGEBET, jeder an dem Ort an welchem er sich befindet. 


Das Elektroauto der Pfarre
Photovoltaikanlage am Haus der Begegnung
Überreichung des EMAS-Umweltpreises 2012 an Mag. Vonach. Bildquellen: Umweltbericht 2011 der Pfarre Frastanz.

Vorbildpfarrgemeinde Frastanz in Vorarlberg


Die Pfarre Frastanz in Vorarlberg erarbeitet bereits seit 1989 Projekte und Maßnahmen zum Umwelt- und Ressourcenschutz und wurde so besonders auch seit der Zertifizierung durch EMAS III zur Vorbildpfarre weit über das Bundesland hinaus.

Von Karl-Heinz Schaurhofer

Die Pfarre Frastanz betreut rund 7.000 Menschen in den Marktgemeinden Frastanz und Teile der Marktgemeinde Nenzing am Rande des Vorarlberger Rheintales. Nicht nur die Pfarrkirche, sondern auch acht Kapellen und eine Reihe von Wohnanlagen gehören zur Pfarre. Die wahre Größe und Aktivität der Pfarr-Gemeinde zeigt sich aber an den beteiligten Personen: So sind über 400 ehrenamtliche Mitarbeiter in fast sechzig Arbeitskreisen engagiert. Verbindungen in die weite Welt unterhält die Pfarre Frastanz durch ihre Auslandszivildiener. Seit 1993 arbeiteten von der Pfarre Frastanz organisiert mehr als 270 junge Männer in Entwicklungsprojekten in Afrika, Asien und Südamerika.

Mit Basel hat es begonnen…

Das Umweltengagement der Pfarre nahm seinen Anfang mit der Teilnahme an der 1. Europäischen Ökumenischen Versammlung in Basel zum Thema „Frieden – Gerechtigkeit – Bewahrung der Schöpfung“ im Jahr 1989. Alsbald wurde mit dem Verkauf von Fairtrade-Produkten, mit verstärkter Entwicklungszusammenarbeit durch finanzielle Unterstützung und die Entsendung von Zivildienern sowie durch Bewusstseinsbildung zu Schöpfungsthemen begonnen. Ein Meilenstein bildete auch die Verankerung von Umweltleitlinien durch den Beschluss des Pfarrgemeinderates im Jahre 2010: „Staunen über die Schöpfung, Achtsamkeit und Dankbarkeit sind Wesenszüge eines lebendigen Glaubens in unserer Pfarrgemeinde. Die Umweltleitlinien sind daher Teil eines umfassenden Leitbildes unserer Glaubensgemeinschaft, die sich am Evangelium orientiert.“

EMAS III als sichtbares Zeichen der ökologischen Bemühungen

Gemeinsam mit den Umweltleitlinien fiel im Jahr 2010 auch der Beschluss zur Einführung eines Umweltmanagements nach EMAS III. Dieser Schritt bedeutete den Übergang von „Zufallsverbesserungen zur systematischen Weiterentwicklung“, erklärt Organisationsleiter Mag. Gerhard Vonach. Durch die umfassende Überprüfung aller umweltrelevanten Aktivitäten und Daten der Pfarrgemeinde wurden Verbesserungspotentiale erkannt und realisiert. Dies bedeutet einerseits den Ausbau der internen Bewusstseinsbildung in der pastoralen Tätigkeit und das Thematisieren der Schöpfungsverantwortung nach außen. Andererseits wird durch die Verringerung des Individualverkehrs, dem Einsatz von Energiesparlampen und einer ökologischen Beschaffungspolitik der eigene Verbrauch von Ressourcen minimiert.

Dies sind nur Beispiele für die zahlreichen Projekte und Verbesserungsschritte in der Pfarre Frastanz, die hier nicht alle aufgezählt werden können. In allen Handlungsfeldern der Pfarrgemeinde sind ökologische und soziale Kriterien maßgeblich für die Entscheidungsfindung. Die besondere Leistung der Pfarre Frastanz hebt Mag. Willi Sieber vom Vorarlberger Ökologie-Institut hervor: „Nachhaltigkeit ist freilich ein etwas eigenartiger Begriff. Er klingt eher nach Vergangenheit und Verharren. Die Pfarre Frastanz dreht das in ihren Leitlinien einfach um: Sie schaut vor und geht vorwärts in eine verantwortungsvolle und verantwortbare Zukunft“

Und es ist kein Ende in Sicht…

Der kontinuierliche Verbesserungsansatz von EMAS bringt es mit sich, dass nach Ablaufen des ersten Maßnahmenprogramms im Jahr 2015 das bisher Erreichte analysiert und weitere Schritte geplant werden. Auf den Erfolgen wie der Verleihung des EMAS-Preises will man sich nicht ausruhen. Und in einer derartig großen und aktiven Gemeinde wird es auch in Zukunft immer etwas zu tun geben, um Schöpfungsverantwortung in die Tat umzusetzen.

Weitere Informationen...


 

 

KURZNACHRICHTEN

 

1.Papst Franziskus "segnet" genetisch modifizierten Reis
Einer Meldung der Tageszeitung „die Presse“ zufolge gab Pabst Franziskus am 07.11.2013 im Vatikan ein Säckchen des genetisch modifizierten „goldenen Reises“ mit den Worten: „Now it is blessed“ zurück an den Pflanzengentechniker Ingo Potrykus.

Diese Episode rund um die zweifelhafte „Segnung“ wirft ein Schlaglicht auf die Diskussion rund um den „Golden Rice“, der aufgrund genetischer Veränderungen mehr Beta-Carotin enthalten soll. Dieser Ausgangsstoff für Vitamin A soll Millionen Menschen helfen, die sich vor allem von polierten, weißem Reis ernähren und dadurch anfälliger für Infektionskrankheiten bis hin zur Blindheit sind.
Während sich ein Teil der wissenschaftlichen Gemeinschaft aktiv für die Einführung der Sorte aussprechen (Science 2013, Vol 341, S. 1320), warnen Umweltorganisationen und andere Wissenschafter vor den Gefahren der Gentechnik, darunter die Einführung diverser genetisch veränderter Lebensmittel und die damit verbundene Entmachtung der Landwirte. Da sich Papst Franziskus bisher nicht dezidiert zu Umweltfragen ausgesprochen hat, lässt die möglicherweise unwissentliche Segnung des „golden rice“ befürchten, dass er von der Meinung Papst Johannes Pauls II abrückt. Der in Umweltfragen sehr aktive Johannes Paul II. hatte die Unversehrtheit des genetischen Materials eingefordert.
Papst Franziskus hat sich in seinem Pontifikat bisher sehr stark auf soziale Fragen konzentriert, mit Spannung erwarten wir seine ersten Stellungnahmen zum ökologischen Zustand der Welt, der immer stärker auf die soziale Situation der Menschen einwirkt.
Zur weiteren Beschäftigung mit dem Thema empfiehlt sich eine kritische Betrachtung des goldenen Reises von Oskar Luger in der Zeitschrift SOL... 

 

2. Aktion gegen Nahrungsmittelspekulation
Aufgrund des Zusammenhanges zwischen Nahrungsmittelspekulation und dem Preisanstieg bei Nahrungsmittel fordert die Organisation foodwatch ein Ende dieser Wetten auf lebenswichtige Agrarerzeugnisse.

Obwohl wissenschaftliche Erkenntnisse darauf hinweisen, dass die Spekulationen zu einem Anstieg der Preise von Grundnahrungsmittel führen und damit die Unterernährung in armen Regionen der Welt noch verstärken, arbeitet die deutsche Bank weiterhin in diesem Bereich.
Per e-mail Aktion wird die deutsche Bank, eine der größten Investmentbanken der Welt, zu einem Ende der Nahrungsmittelspekulationen aufgefordert. Hier finden sie den Link für die Teilnahme an der Aktion und weitergehende Informationen...



3. Trauriges Ergebnis der Klimaschutzkonferenz in Warschau
Wie befürchtet haben die vom 11.11. – 23.11.2013 abgehaltenen Verhandlungen in Warschau nur geringe Fortschritte in Richtung erfolgreichen Klimaschutz geschafft. NGOs reagierten mit dem demonstrativen Verlassen der Konferenz.

Diskussionen zwischen Industrie- und Schwellenländer bezüglich der Teilung der finanziellen Bürde haben die Verhandlungen an den Rand des Abbruchs geführt. So wurde am Ende sogar der „minimale Kompromiß“ (BM Berlakovich), dem zufolge erst 2015 in Paris ein neues Klimaschutzabkommen stehen soll, als großer Erfolg verkauft. Es konnte sich hingegen keiner der großen Emittenten (China 28%, USA 16%, EU 11% und Indien mit 7%) zu weitergehenden CO²-Reduktionen durchringen.  

Das Scheitern der Verhandlungen lässt daran zweifeln, ob das Problem des Klimawandel überhaupt auf der Ebene der Staatengemeinschaft gelöst werden kann. Umsomehr Verantwortung kommt NGOs, kirchlichen Gemeinschaften und dem einzelnen Menschen in dieser Frage zu. Eine Vorreiterrolle spielt hier in Österreich das Klimabündnis, das auf der Ebene der Gemeinden auch in internationaler Zusammenarbeit wichtige Klimaschutzakzente setzt.
Bei weitergehendem Interesse... 

 

4. Einsatz für eine wohltuende Adventszeit
Aktionen gegen Zwangsbeschallung im öffentlichen Raum und die energieverschwendenden Außenheizungen helfen dabei, die Adventszeit als besinnliche Vorbereitung auf das Weihnachtsfest zu erhalten.

Als Zeit der Besinnung und religiösen Vorbereitung auf das Weihnachtsfest gedacht, entwickelt sich die Adventszeit immer mehr zu einer Zeit des zwanghaften und lauten Konsumierens. Aufgrund unzähliger Weihnachts- und Adventmärkte, mit Heizstrahlern beheizter Winter- „Schanigärten“ und der allmächtigen Beschallung mit meist amerikanischen Weihnachtsliedern findet sich vor allem in Städten nur mehr wenig ruhigen, öffentlichen Raum.

Die enorme Umweltbelastung durch die Heizschwammerl (eine derartige Anlage könnte eine 100 qm Wohnung beheizen) und die gesundheitsschädliche Dauerbeschallung muß man sich aber nicht einfach gefallen lassen. Eine Möglichkeit des sinnvollen Widerstands ist die Verteilung von kleinen Kärtchen, um dem Protest Ausdruck zu verleihen. Die Ausdruckvorlage für Kärtchen gegen die Zwangsbeschallung und die Heizschwammerl finden sie unter www.argeschoepfung.at und hier zum download...


 

Rückmeldungen auf den ersten Newsletter


Nach dem Beitrag über die Verwendung von Alu-Opferlichtern im Stephansdom in unserem Newsletter vom 30.10.2013 und den diversen Medienberichten zu diesem Thema haben wir eine Vielzahl von Leser-Zuschriften erhalten. Neben Worten der Anerkennung und des Dankes erhielten wir auch einige kritische E-Mails. Wir von der Arge Schöpfungsverantwortung freuen uns über diese Resonanz und bedanken uns für die Teilnahme an der Diskussion. In gewisser Weise bestätigt das für uns die kirchliche und gesellschaftliche Relevanz der aufgegriffenen Themen.
Hier eine kleine Zusammenschau der eingegangenen Reaktionen:


„Danke!! Sehr gut und interessant:
Herzliche Grüße…“


„Sehr geehrtes Team
Ich bin ein sparsamer Verwender unserer Schöpfung, so glaube ich zumindest – aber die Weise wie Sie mit Polemik die kath. Kirche in die Schlagzeilen bringen- ich bin schockiert.
Mir kommt vor, sie arbeiten nach dem Motto, wie kann ich der Kath. Kirche noch schaden.
Mit enttäuschten Grüßen…“


„Sehr geschätzte Frau Schönstein mit Ihrem Team!
Vielen Dank für Ihr Engagement und das Aufrütteln zu Taten!
In unserer Pfarre hat man für die Opferkerzen eine gute Lösung gefunden: schlanke Kerzen ohne Aluminium stecken in einer Wanne halbvoll mit Sand gefüllt, ich werde mir jetzt in den umliegenden Kirchen die Lichter anschauen.
Viel Kraft für Ihre Arbeit! liebe Grüße…“


„Sehr geehrtes Schöpfungsteam!
Wir haben Ihren Denkanstoß unserem Diakon weitergeleitet wegen der Alulichter im Kirchenbereich. Gar so viel positive Rückmeldung haben wir dabei nicht erlebt.
Aber wir möchten eine Anregung bringen: so etwas in ein Hirtenwort einzubauen, könnte die Pfarren und Kirchenbesucher auf dieses Thema aufmerksam machen!!
Leider geht dieser Wahnsinn auch noch in einer anderen Form ins Unermeßliche, die völlig überflüssigen Kaffeemaschinen mit diesen Alukapseln, das ist genauso schlimm wie die Aluteelichtlein!!
Vielleicht findet unsere Arge Schöpfungsverantwortung Wege aus dieser Misere indem Sie die Leute auf diese sinnlose Materialvergeudung aufmerksam macht!!
Freundliche Grüße…“

Antwort der Arge Schöpfungsverantwortung: Mit Ihrem Hinweis auf die Verwendung von Alu-Kapseln bei den als trendig angepriesenen Espresso-Maschinen liegen Sie völlig richtig. Das ist ebenso ein umweltpolitisches Problem ersten Ranges.


„Ich hatte Ihnen mein Befremden schon einmal mitgeteilt. Der Taifun auf den Philippinen wie viele andere war schrecklich. Mich ärgert aber Ihre Einseitigkeit. Als ob alles nur vom Klimawandel abhinge. Welche Kurzsichtigkeit. Lesen Sie doch endlich auch die Offenbarung des Johannes. Es gäbe auch noch einiges andere aufzuzeigen. Es ist Drangsal!!! Und nicht nur Klimawandel der Naturkatastrophen auslöst. Wie viele in unserer Kirche sind Sie nur in einer Richtung konzentriert und ein Nachäffen der Medien usw. Intensives Gebet und Umkehr im Glauben wäre tausendmal besser!“


„Liebe Isolde, liebe alle von der ARGE Schöpfungsverantwortung,
DANKE für Eure so, so kostbare Arbeit.
Die Hauptwurzel von so viel an Unrecht, Zerstörung, Verrücktheit... sind Fehler in der Geldordnung. […] Ich denke, dass Gott uns Wunder fügen könnte, mit etwas mehr an Informationen.
Mit ganz lieben Grüßen und allerbesten Wünschen…“



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  Arbeitsgemeinschaft Schöpfungsverantwortung | Johannesgasse 16/1, 1010 Wien
E-mail: office(at)argeschoepfung.at  | Tel: +43 660-76 000 08 | letzte Änderung: 23-11-2018