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Das drohende Insektensterben

Das drohende Insektensterben

(Dr. Oskar Luger)


Das Verschwinden von Säugern, Vögeln und anderen Wirbeltieren ist erschreckenderweise fast alltäglich geworden und es gibt zum Glück immer wieder Aktionen und Aufrufe dies aufzuhalten. Ihr Verschwinden hat gravierende Folgen für die Ökosysteme.


Seit einiger Zeit ist aber ein Sterben in unser Blickfeld geraten, das noch viel weitreichendere Folgen haben wird, wenn es nicht gelingt es zu beenden – das Verschwinden der Insekten. Schon länger gibt es Hinweise darauf, wie die immer saubereren Windschutzscheiben nach längeren Autofahrten mit immer weniger toten Insekten darauf. Wenige vorhandene Daten wurden kaum beachtet. 2017 wurde aus Naturschutzgebieten in Deutschland von teilweise dramatischem Insektenrückgang, bis 80 % der Insekten–Biomasse, berichtet. Wie meist wurde diese Arbeit zuerst angezweifelt, aber dann mehrten sich dazu passende Forschungen und Erkanntnisse. Weltweit nehmen die Insekten, ihre Artenzahl und deren Häufigkeit drastisch ab. Quer über die Kontinente wird mit Verlusten von um 50 % bis 80 oder 90 % berichtet. Sogar im Regenwald in Costa Rica sank die Biomasse seit 1970 auf ein Viertel oder teilweise noch weniger. Die Ursachen sind vielfältig:


  • In den Kulturlandschaften ist es vor allem die konventionelle Landwirtschaft: Umwandlung von Grasland in Äcker und Überdüngung von Grasland oder zu häufiges Mähen, Wegackern oder Totspritzen von letzten Blühstreifen an den Ackerrändern, Vernichtung von Feldrainen und Hecken und vor allem der Gifteinsatz. Die Dezimierung der Artenvielfalt durch Spritzmittel ist seit langem dokumentiert. Wobei das simple Nachdenken ausgereicht hätte. Es ist eine fahrlässige Illusion, zu glauben, man könne Jahrzehnte lang die Natur vergiften und es habe keine gravierenden Folgen. Der Verlust der Artenvielfalt wird noch beschleunigt, wenn gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut werden.


  • In den Städten werden Brachflächen oft verbaut, und oft werden Grünanlagen mit Gift, mit Laubbläsern und -saugern super sauber gehalten. Dazu kommt vor allem in Ballungsgebieten die Lichtverschmutzung, die Nachtinsekten millionenfach vernichtet.


  • Dazu kommt der Klimawandel, der sich vielfältig auswirkt. Höhere Temperaturen können z. B. die Fruchtbarkeit von manchen Insekten beeinträchtigen und geänderte klimatische Bedingungen können zu höherem Parasitenbefall führen.


  • Und interessante Arten werden, wie schon immer, durch Sammler direkt dezimiert.


Die Folgen sind unabsehbar. Wenn große Tiere ausgerottet werden, dann können andere deren Aufgaben übernehmen oder die Ökosysteme entwickeln sich anders, der Verlust kann eher kompensiert werden. Wenn Insekten verschwinden, dann verschwindet die Basis und es gehen Aufgaben verloren, an die man nicht denkt. Insekten erfüllen zahlreiche Funktionen, die grundlegend sind, z. B.:


  • Sie sind die wichtigsten und häufigsten Bestäuber, auf die die Mehrzahl der Blütenpflanzen angewiesen ist und die ohne Insekten aussterben. Mit ihnen eine große Zahl von davon abhängigen größeren Tieren.

  • Nahrungsnetze und Nahrungsketten brechen zusammen, weil zahlreichen größeren Tieren, man denke nur an die vielen Insekten fressenden Vögel, die Nahrungsgrundlage abhanden kommt.

  • Insekten sind Kot- und Aasfresser, ohne diese wichtigen spezialisierten Insekten sammelt sich beides an, mit unabsehbaren Sekundärfolgen. Dafür würden sich dann Pilze umso besser vermehren.


Das Verschwinden der Insekten ist wahrscheinlich noch schlimmer als der Klimawandel, denn dann brechen die Ökosysteme, wie wir sie kennen und zu unserem Überleben brauchen, zusammen. Die Vorstellung, dass die Pflanzenwelt auf die Windbestäuber reduziert wird und damit zahllose Tiere verschwinden und natürlich auch die menschliche Ernährung derart beschränkt wird, ist verstörend. Wir sollten lieber schnell handeln.

 

 

Einige ergänzende und ausführliche Literatur:

https://www.spektrum.de/kolumne/der-globale-insektenzusammenbruch/1611020

https://www.nytimes.com/2018/11/27/magazine/insect-apocalypse.html

Johann G. Zaller, Unser täglich Gift – Pestizide, die unterschätzte Gefahr, Deuticke, 2018

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  Arbeitsgemeinschaft Schöpfungsverantwortung | Peterskirche - Petersplatz 1, 1010 Wien
E-mail: office(at)argeschoepfung.at  | Tel: +43 660-76 000 08 | letzte Änderung: 12-03-2019