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Ökologie und Religion

 

 

Können Religionsgemeinschaften die Welt retten?


Die ökologische und soziale Situation der Welt ist dramatisch. Politische Vereinbarungen oder Appelle konnten das Ruder bislang nicht herumreißen. Es wird immer deutlicher, dass sich die Außenwelt nur ändert, wenn sich auch in der Innenwelt der Menschen etwas tut.
 [1]

Trotz aller groß und medienwirksam aufgezogenen UN-Klimakonferenzen mit ihren zahlreichen Absichtserklärungen bewegen sich praktisch alle ökologischen Indikatoren für den Zustand der Welt in die falsche Richtung. Ob wir beim Klimawandel auf die Temperatur- oder die CO2-Kurve schauen, auf das Schrumpfen der Biodiversität, auf die Versauerung der Ozeane sowie den schwindenden Fischreichtum in den Meeren oder die korrespondierende Zunahme des Plastikmülls in den Meeren; ob wir die in Rauch aufgehenden Regenwälder, die Versiegelung der Böden oder den zunehmenden Ressourcenhunger der 7,5 Milliarden Menschen auf dem Planeten betrachten - überall das gleiche Bild: Der Mensch verändert die planetaren Ökosysteme, er treibt ungehemmt Raubbau an den Reichtümern der Erde und verdrängt die anderen Bewohner(innen) unseres Planeten.

Zu all dem kam es trotz einer überwältigenden Fülle an wissenschaftlichem, technischem und sozio-kulturellem Wissen über die Notwendigkeit eines Umbaus unserer Wirtschaft und Gesellschaft. Die offensichtliche Unzulänglichkeit der bisherigen Umweltpolitik wird übertüncht mit immer neuen Begriffen und Ansätzen: Da wimmelt es von "Großen Transformationen", "Paradigmenwechseln" respektive "Mind Shifts" und der Forderung nach einer "transformativen Umweltpolitik". Das kapitalistische System wird daraufhin untersucht, ob es sich mit sogenanntem Grünem oder Intelligentem Wachstum zu einer "Green Economy" umbauen lässt, sodass unsere Lebensgrundlagen nicht vernichtet werden.

Dies jedoch alles ohne Erfolg! Auf der Suche nach den Gründen dafür bzw. einer Lösung muss einem auffallen, dass die weltweite öko-soziale Bewegung ohne religiöse Motive, wenngleich oft uneingestanden, nicht denkbar ist. Viele Vordenker ebenso wie aktuelle Akteure waren und sind religiös inspiriert.

Kaum eine öko-soziale Bewegung ohne religiöse Motive ...

Für sie alle gilt: Die Veränderung der Außenwelt kann nicht ohne eine Veränderung der Innenwelt geschehen. Wer immer sich mit den Problemen der Sonnenenergie, einer gesunden Landwirtschaft oder eines fairen Handels herumschlägt, hat es nicht nur mit Maßzahlen wie CO2, Nitrat oder Euro zu tun, sondern auch mit Gefühlen, Werten, Weltbildern und Gesellschaftsvisionen. Kurz, es geht um den Sinn. ... Besonderen Tiefgang beanspruchen indes religiöse Erzählungen. ... Religiöse und spirituelle Texte sind nicht in der Sprache von Technik und Ökonomie abgefasst, sondern in der Sprache der Werte und Haltungen. Orientierung ist gefragt, nicht Faktenwissen. ... Wie es der britische Umweltaktivist und -journalist George Monbiot ausdrückt: Es geht beim Schutz unserer Umwelt um die Liebe - und es ist an der Zeit, das auch so zu formulieren.

Alle Religionen gebieten: Mitwelt achten

Während Wissenschaft und Politik anthropozentrisch und nutzengerichtet sind, pflegen die Religionen eine Art von Anti-Utilitarismus. Sie rufen nicht zur Kostenoptimierung auf und auch nicht zur Ressourceneffizienz, sondern vielmehr zur Integrität der natürlichen und menschlichen Mitwelt. Die Religionen sprechen dem Menschen ab, das alleinige Nutzrecht über die Erde zu haben, das haben die Ameisen und die Affen auch, ja sogar die Meere und die Wüsten. Alle Lebewesen haben, in gestufter Weise, Existenzrechte, unabhängig vom Menschen. In den monotheistischen Religionen wird die Erde, ja sogar das ganze Universum, als Schöpfung Gottes begriffen. Das gemeinsame Erbe der Schöpfung zu bewahren, erscheint somit als Gebot Gottes. ... In den indigenen Traditionen erwächst das Gebot zur Achtung der Mitwelt nicht aus einem Schöpfungsgedanken, denn es herrscht eine zyklische Zeitauffassung vor .... Dafür ist, verglichen mit der abendländischen Tradition, das Reich der Pflanzen und Tiere aufgewertet sowie das Reich der Menschen und ihre Rationalität abgewertet. Die Natur wird als beseelt wahrgenommen, der Mensch ist nur ein Teilnehmer des lebendigen Kosmos. ... Die seelische Verbundenheit mit allen Lebewesen hat Priorität. [2]

Die Suche nach dem rechten Maß

Religionen sind immer schon einschlägig gewesen, Ratschläge für die eigene Lebensführung zu geben. In der Polarität zwischen Haben und Sein, um mit Erich Fromm zu sprechen, haben alle Religionen die Partei für das Sein ergriffen. Raff- und Machtgier sind tabu, Selbstverwirklichung und Solidarität sind erforderlich. ... Deshalb versteht es sich fast von selbst, dass Religionen und spirituelle Gemeinschaften oft zu einem Lebensstil der Einfachheit auffordern und dem irrwitzigen Konsumismus und Trend zum Immer-mehr entgegentreten. ... Teilen des Reichtums ist angesagt, da sind sich die Religionen einig, und zwar vom globalen Norden zum globalen Süden hin. Hier kann ein berühmtes Zitat von Mahatma Gandhi, einem gläubigen Hindu, nicht fehlen: "Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier."

Solidargemeinschaft und Teilen gegen verzweifelten Hass

Die Sinnentwürfe der großen Religionen sind seit mindestens zwei Jahrtausenden vorhanden. Wann aber werden sie sich durchsetzen? Auch diese Frage stellen sich die Autoren. Welche Kraft hat die christliche Spriritualität, die etwa Papst Franziskus verkörpert, gegen Autoritarismus ... und Modernismus ...? ... Gibt es in den asiatischen Religionen eine spirituelle Kraft, dem Drang zum Immer-mehr ... zu widerstehen? Das sind die Kampffelder der Zukunft. Die Politik, die Parteien, die Medien und nicht zuletzt die Kirchen und sonstigen organisierten Religionen werden zu diesem Thema Farbe bekennen müssen.


[1] Ott Hermann E., Sachs Wolfgang: Letzte Zuflucht Glauben. Der Beitrag der Spiritualität zur Erhaltung einer lebenswerten Welt; in: Religion & Spiritualität. Ressourcen für die Große Transformation?, Hrsg. v. Oekonom e.V. - Verein für ökologische Kommunikation, München 2016

[2] Dem entspricht auch die Weltsicht des Buddhismus, vgl. dazu: Brodbeck Karl-Heinz: Buddhistische Wirtschaftsethik. Eine Einführung, edition steinrich, Berlin, 2011

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