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Liebe Leserinnen und Leser!

In diesem Newsletter bringt die ARGE Schöpfungsverantwortung ein Porträt der Pfarre St. Franziskus am Stadtrand von Wels und startet damit eine Serie, die sich mit den umweltfreundlichsten Kirchenprojekte im In- und Ausland befasst. Weiters gibt es einen Beitrag des Moraltheologen Karl Golser, der aufzeigt, wie Schöpfungsverantwortung in das tägliche Leben integriert werden kann sowie eine Zusammenstellung von päpstlichen Aussagen zum Thema Umweltschutz.

Schließlich freuen wir uns, dass die Wiener Zeitung in ihrer Reportage eine langjährige Forderung der ARGE Schöpfungsverantwortung aufgreift und die Verwendung umweltschädlicher Alu-Opferlichter im Stephansdom thematisiert.

Wir wünschen viel Vergnügen beim Lesen

Ihre Arge Schöpfungsverantwortung


Bericht in der Wiener Zeitung am 31. Oktober 2013: Wie Dompfarrer Toni Faber auf der Verwendung von Opferlichtern mit Aluminium-Einfassung beharrt

 

Die Umweltsünder von St. Stephan

 

Trotz Alternativen beharrt Dompfarrer auf Opferlichtern aus Aluminium.

Wien. Während weltweit vor den negativen Folgen des Bauxitabbaus und der Aluminium-Produktion gewarnt wird, kümmert das die Dompfarre St. Stephan wenig: Täglich werden Tausende neuer Alu-Opferlichter im Stephansdom entzündet. Täglich wandern ebensoviele in den Müll. Dabei gäbe es, wie andere große Wiener Pfarren vorführen, durchaus praktikable Alternativen.

Eine Studie der Universität Wien und der Umweltberatung aus dem Jahr 1998 zeichnet detailliert die umweltschädlichen Folgen der Verwendung von Opferlichtern im Stephansdom nach und beurteilt die ökologischen Auswirkungen als „sehr negativ“. In den vergangenen Jahren haben die meisten Kirchen auf Alternativen umgestellt – etwa nur Kerzen, die aufgesteckt werden. Oder: Glas- statt Alufassungen. In anderen europäischen Ländern – wie etwa in Spanien oder Italien – wurden die Opferlichter überhaupt durch elektrische Kerzen ersetzt. Sie beginnen zu leuchten, wenn man eine Münze einwirft.

In der Studie wird die Zahl der verwendeten Alu-Opferlichter allein in St. Stephan mit 3 Millionen pro Jahr beziffert. „Toni Fabers Vorgänger hat eine Umstellung auf andere Opferlichter bereits in Auftrag geben. Faber hat derlei Bemühungen allerdings gestoppt“, erklärt Isolde Schönstein von der Arge Schöpfungsverantwortung (eine kirchliche Umwelt-NGO, die die Verwendung von Alu-Opferlichtern kritisiert Anm.) im Gespräch mit der „Wiener Zeitung“. Demnach hat sich seit Erstellung der Studie zumindest im Stephansdom nicht viel verändert.

Eine Million Alu-Opferlichter ergeben 770 Kilo Aluminium und 280 Kilo Eisenblech. Umgerechnet auf den Stephansdom sind das 2310 Kilo Aluminium und 840 Kilo Eisenblech pro Jahr. Und laut MA 48 erfolgt die Entsorgung von Aluminium über den Restmüll, weil das nicht leicht trennbare Gemenge für ein Recycling wirtschaftlich uninteressant ist. Das Aluminium wird also im Zuge der thermischen Verwertung verbrannt und nicht wieder verwendet. Dazu kommt noch, dass es laut Studie keine Alu-Opferlichter gibt, die aus Recycling-Aluminium hergestellt werden.

„Alternativen zu teuer“

Zwar werden im Stephansdom auch andere Kerzen verwendet, für den Dompfarrer sind die Alu-Opferlichter jedoch noch immer die beste Möglichkeit, die er vertreten könne. „Wir haben alle Modelle, alle Möglichkeiten durchgerechnet. Kerzen mit Glas sind bei uns nicht praktikabel, weil wir so viele Opferlichter haben. Wir sind in unserem Wirtschaftsberatungsgremium zu keiner besseren Lösung als die derzeitige gekommen“, meint Faber dazu.

Für ihn ist es also in erster Linie eine Kostenfrage. „Wenn sie sagen, Herr Dompfarrer, verzichten sie auf die halben Einnahmen durch die Opferlichter – mit denen ich aber 20 Mitarbeiter finanziere – dann müssten wir schon sehr über unseren Schatten springen“, so Faber. Außerdem sei es auch eine Frage der Atmosphäre. Bei der Verwendung von dreimal so schweren Glaskerzen gehe „die Mystik der tausenden Kerzen“ verloren. Mit den kleinen Alu-Lichtern werde hingegen eine „intensive Gebetsstelle“ geschaffen. Insoferne sei die Lösung mit den Alu-Lichtern nicht ideal, „aber die derzeit praktikabelste – sowohl wirtschaftlich als auch pastoraler Natur“, betonte Faber.

Angesprochen auf die Anhäufung von unnötigem Aluminium-Abfall erklärte der Dompfarrer, dass man diesen an den Erzeuger zurückführe. „Der wird hoffentlich auch wieder benützt, das weiß ich aber nicht im Detail.“ Es habe jedenfalls bis dato keinen Vorschlag gegeben, der eine Alternative zur gängigen Praxis ermöglicht hätte, sagte Faber.

Woanders funktioniert es

In der Pfarre Maria Loretto im Burgenland wird das anders gesehen: Laut Pater Anton werden hier Kerzen mit Pfandbehältern aus Glas verwendet. Zwischen 32.000 und 42.000 Stück werden pro Jahr verbraucht. In der Peterskirche im 1. Bezirk wiederum werden laut Rektor Christian sowohl Glasopferlichter als auch herkömmliche Kerzen verwendet. „Seitdem ich die Peterskirche näher kenne, wird diese Art von Opferlichtern benützt.

Sowohl die Kerzenrückstände als auch die Glasbehälter werden vom Lieferanten abgeholt und in wiederverwertbaren Kartons transportiert“, erzählt der Pfarrer. Zwar würden diese Kerzen preislich höher als die Alu-Lichter liegen, „aber wir schlagen den Kirchenbesuchern einfach vor, einen Euro anstatt der üblichen 70 Cent zu bezahlen.“ Und der Mystik tut es auch keinen Abbruch.

Link zur Wiener Zeitung


Hintergrund

Fachbeitrag Aluminium

Aluminium ist ein in vielen Branchen eingesetztes, sehr hochwertiges Metall mit einer hohen Festigkeit verbunden mit geringem Gewicht. Hergestellt wird Aluminium durch die energieintensive Elektrolyse von Bauxit. Der steigende Verbrauch dieses Metalls, das immer öfter als Verpackungsmaterial verwendet wird, verursacht soziale und ökologische Probleme beim Abbau von Bauxit und beschleunigt den Klimawandel durch den hohen Energieverbrauch.

Enormer Energieverbrauch und Klimawandelfolgen der Aluminiumproduktion

Die Produktion von Aluminium ist wie bei allen Metallen mit großen Umweltbelastungen verbunden. Was Aluminium unter der Metallen hingegen einzigartig macht, ist der enorme Energieverbrauch für die Verarbeitung von Bauxit zu Aluminium. Tabelle 1 mit Daten aus einer australischen wissenschaftlichen Studie zeigt auf, dass neben dem nur in weitaus geringeren Mengen hergestellten Titan und Nickel die Herstellung von Aluminium den höchsten Energiebedarf und das höchste Klimawandelpotential aufweist. Ein derartig kostspielig hergestelltes Material sollte nicht als Einmal-Verpackung verschwendet werden.

Tabelle 1: Kennzahlen der Aluminiumherstellung im Vergleich mit anderen Metallen

Soziale und ökologische Folgen des Bauxitabbaus und -weiterverarbeitung

Das für die Herstellung von Aluminium benötigte Bauxiterz wird meist großflächig im Tagebau gewonnen. Von den heute bekannten Bauxitreserven lagern etwa 90 Prozent im Tropengürtel. In den Hauptabbauländern – Guinea, Jamaika, Indian, Australien und Brasilien – wird für den Abbau auch Regenwald zerstört. Oft ist damit die Lebensgrundlage indigener Völker bedroht – wie im Fall der Niyamgiri-Berge in Orissa (Indien).

Neben dem Verlust von Lebensräumen und bewohnbaren Flächen durch den großflächigen Tagbau, entstehen weitere Umweltschäden durch die Weiterverarbeitung des Bauxits zu Aluminium. Der dabei entstehende toxische Rotschlamm kann nicht weiterverarbeitet werden und wird daher entweder gelagert oder in großen Seen deponiert bzw. in Flüsse geleitet. Für die betreffenden Ökosysteme hat das meist tödliche Folgen.

Die bei der folgenden Verhüttung entstehenden Gase (v.a. Fluoride) schädigen die Flora, Fauna und Anwohner der Fabriken. Sie führen zu Atemwegserkrankungen, Knochenschäden (Fluorose), Hautproblemen und vielen weiteren Gefahren für die Gesundheit.

Eingeschränkte Recyclingmöglichkeiten

Abfallaluminium kann gesammelt und je nach Verunreinigungsgrad mit verschiedenen Mittel und unter Beimischung von Primäraluminium wiedereingeschmolzen und für eine neue Bearbeitung vorbereitet werden. Die dafür benötigte Energiemenge beträgt im besten Fall (völlig reines Altmetall – keine Beimischung von neuem Aluminium notwendig) nur 5% der für die Herstellung von Aluminium aus Bauxit verwendete Menge an Energie.
Die Verwendung von Aluminium als Verpackungsmaterial und die daraus resultierende Mischung mit anderen Materialen verhindert zumeist ein erfolgreiches Recycling und verringert die Sammelquote. Aktuelle müssen daher jährlich noch immer 15 Millionen Tonnen Bauxit importiert werden.

Katastrophale Folgen der Aluminiumproduktion

Welche katastrophalen Folgen die Produktion von Aluminium zeigt, wurde durch den Unfall in Ungarn 2010 auch in Europa offensichtlich. Am Montag, dem 4. Oktober 2010 brach bei Kolontár in Westungarn der Damm eines Deponiebeckens der Aluminiumhütte MAL AG (Magyar Alumínium) Ajka aufgrund von Überfüllung. In der Folge traten  bis zu 1,1 Millionen Kubikmeter des ätzenden und schwermetallhaltigen Rotschlamms aus. Zehn Menschen starben an den Folgen der Schlammflut, 150 Personen wurden verletzt, 400 Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden.

Eine Fläche von etwa 40 Quadratkilometern war direkt von den ausgetretenen Schlammmassen betroffen, die Fauna und Flora sehr stark schädigten und in den betroffenen Gewässern ein Fischsterben auslösten. Am 7. Oktober wurden bereits leichte pH-Wert-Erhöhungen an der Mündung der Raab in die Moson-Donau, während sich die Rotfärbung soweit verdünnt hatte, dass sie mit bloßem Auge nicht sichtbar war. Allerdings trieben weiterhin tote Fische an der Wasseroberfläche.

Download: Fachartikel Aluminium


Kirche und Umwelt – wie sich die offizielle Kirche zu Schöpfungsfragen positioniert

Umweltschutz und ein Bewusstsein für die Einzigartigkeit und den Wert der Schöpfung sind keine Erfindung des 21. Jahrhunderts. Seit Anfang der 1970er-Jahre, noch vor Erscheinen des Club of Rome-Berichtes, betonen die Päpste die Bedeutung von Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Hier ein Überblick.


Papst Paul VI: “Menschen wird bewusst, wie kostbar Naturschätze wie Luft und Wasser sind”

Paul VI. warnt als erster Papst vor den Folgen einer unbedachten Ausbeutung der Natur, einer Umweltverschmutzung und eines unkontrollierten wirtschaftlichen Wachstums. In der Erklärung der Römischen Bischofssynode aus dem Jahr 1971 – einem kirchlichen Beratungsorgan des Papstes, das die Beziehung zwischen Papst und Bischöfen aus aller Welt intensivieren soll –zum Thema „Über die Gerechtigkeit in der Welt“ heißt es: „Neuerdings beginnen die Menschen sich auf neue und tiefere Dimension ihrer Einheit zu besinnen, indem ihnen bewusst wird, wie Naturschätze beispielsweise so kostbare Güter wie Luft und Wasser ohne die kein Leben möglich ist und all die Dinge, die zur schmalen und gebrechlichen Biosphäre alles dessen gehören, was auf dieser Welt lebt, nicht unerschöpflich sind.“

Papst Johannes Paul II: “Generationenverantwortung im Plane Gottes”

Johannes Paul II ernennt im Jahr 1979 Franz v. Assisi zum Patron der Umweltschützer.

Im Jahr 2000 richtet er anlässlich des Weltfriedenstages einen Appell an die Wirtschaftswissenschaften und die Manager, sich an ethischen Dimensionen zu orientieren und bei der Verwaltung der Güter „vernünftig und wohltätig“ zu verfahren.

Im Jahr 2003 bezeichnet das Apostolische Schreiben „Ecclesia in Europa“ den Menschen als Zerstörer: „Es ist der Mensch, der die atmosphärischen Systeme durcheinandergebracht und riesige Landstriche sowie Wälder und Landflächen zerstört, Gewässer verseucht und die Luft zum Atmen unerträglich gemacht hat.“ In dem Schreiben wird von „Generationenverantwortung im Plane Gottes“ gesprochen.

Papst Benedikt XVI: “Wir hören das Seufzen der Schöpfung”

In einer Predigt bei der Pfingstvigil, am 3. Juni 2006, prangert Benedikt XVI den „vielgestaltigen Missbrauch der Erde an“:

„Wir hören fast das Seufzen der Schöpfung, von dem der Heilige Paulus spricht (Röm 8,22), und beginnen, die Worte dieses Apostels zu verstehen, der sagt, dass die ganze Schöpfung sehnsüchtig auf das Offenbarwerden der Söhne Gottes wartet, um befreit zu werden und ihre Herrlichkeit zu erlangen. [...] Die gute Schöpfung Gottes ist im Laufe der Menschheitsgeschichte von einer dicken Schmutzschicht bedeckt worden, die es unmöglich oder zumindest schwierig macht, in ihr den Abglanz des Schöpfers zu erkennen – auch wenn bei einem Sonnenuntergang am Meer, auf einer Bergwanderung oder vor einer blühenden Blume in uns immer wieder, fast wie von selbst, das Bewusstsein der Existenz des Schöpfers erwacht.

Jeder Staat hat die vorrangige Pflicht, seine Bevölkerung vor schweren und wiederholten Verletzungen der Menschenrechte zu schützen, wie auch vor den Folgen humanitärer Krisen, die sowohl von der Natur als auch vom Menschen verursacht werden.

Papst Franziskus „Lasst uns Hüter der Schöpfung sein“ Bei seiner Einführungsmesse auf dem Petersplatz in Rom betont der neue Papst Franziskus die Bedeutung der Bescheidenheit für die kirchliche Macht. Gott übe seine Macht mit Diskretion und Demut aus. Franziskus ruft die Menschen dazu auf, diesem Beispiel zu folgen und die Schöpfung zu behüten und zu bewahren. An die angereisten Staatsoberhäupter gerichtet betont er, dass alle Macht, egal ob politischer oder wirtschaftlicher Natur, große Verantwortung bedeutet: „Seid Hüter der Schöpfung und der Umwelt!"

Wie es im Buch Genesis gesagt werde und wie es der heilige Franziskus von Assisi gezeigt habe gelte es die gesamte Schöpfung und ihre Schönheit zu bewahren: „Alle Verantwortungsträger auf wirtschaftlichem, politischem und sozialem Gebiet möchte ich herzlich bitten: Lasst uns Hüter der Schöpfung, des in die Natur hineingelegten Planes Gottes sein, Hüter des anderen, der Umwelt; lassen wir nicht zu, dass Zeichen der Zerstörung und des Todes den Weg dieser unserer Welt begleiten!"

 


Auszüge aus Karl Golsers Vortrag beim Symposium  „Nachhaltigkeit“ am 22.- 23.9.2000 der ARGE Schöpfungsverantwortung

„Sind herausgefordert, unsere gesamte Wertordnung zu verändern“

Ethik im Einkaufskorb

von Karl Golser

Der Moraltheologe Karl Golser zeigt auf, wie Schöpfungsverantwortung in das tägliche Leben integriert werden kann.

Er greift dabei auf die Handlungsempfehlungen der II. Europäischen Ökumenischen Versammlung zurück, die den Christen nahelegen, sich zu einem „nachhaltigen Lebensstil“ zu bekehren. Als Beispiel dafür hebt er das vom Wuppertal Institut begleitete Lebensstilprojekt „Bilanci die Giustizia“ hervor, das aus der Friedensbewegung hervorging und von Don Gianni Fazzini ins Leben gerufen wurde.

Golser verweist auf die wichtigsten von der Vollversammlung approbierten Empfehlungen, darunter Nr. 5.2, wo es heißt: „Wir empfehlen den Kirchen, die Entwicklung eines Lebensstils zu för¬dern, der an den Kriterien der Nachhaltigkeit und sozialer Gerechtigkeit ausgerichtet ist, und alle Bestrebungen zu unterstützen, die auf eine Wirtschaft abzielen, die den gleichen Maßstäben genügt.“

Die Begründung hierzu lautet: „Ökologische Verantwortung muss sowohl das persönliche als auch das politische und wirtschaftliche Handeln bestimmen. Mit Blick auf das Kriterium der Nachhaltigkeit kommt dabei dem Einsparen von Energie und der Erschließung und Nutzung erneuerbarer Energieformen unverändert große Bedeutung zu. Christinnen und Christen sollten sich, unterstützt von ihrer Gemeinde und ihrer Kirche, um einen vorbildlichen Lebensstil bemühen, der verdeutlicht, dass es möglich ist, sich von Konsumzwängen zu befreien und auf wirkliche Lebensqualität Wert zu legen.“

Zum Verständnis dieser Handlungsempfehlung zieht Golser sodann das sogenannte „Hintergrundmaterial“ heran, einen von der Kommission erarbeiteten, ausführlicheren Text, der allerdings nicht zur Abstimmung vorgelegt wurde. Dort steht in der Nr. B 45:

„Die Geschichte lehrt, dass die christlichen Kirchen das notwendige Umdenken bei sich selbst beginnen müssen. Die bei der Rio-Konferenz für Umwelt und Entwicklung (1992) beschlossene Agenda 21 stellt einen international vereinbarten Handlungsrahmen dar, der jetzt lokal, regional und national auf seine Umsetzung wartet. Dazu sollen Leitbilder und Rahmenpläne konzipiert werden, die eine nachhaltige Entwicklung von Kommunen und Regionen im 21. Jahrhundert gewährleisten, um der Verantwortung vor den zukünftigen Generationen gerecht zu werden. Der konziliare Prozess der Kirchen, der in den frühen 80er-Jahren begann, hat im Agenda 21-Prozess seine politische Entsprechung gefunden. Christliche Initiativen, Gruppen und Organisationen können im gemeinsamen ökumenischen Vorgehen auf lokaler, nationaler und gesamteuropäischer Ebene zu Kristallisationskernen werden und Synergieeffekte unserer Gesellschaften freisetzen.“

Gute Absichten, aber keine Kehrtwende

In der Nr. B 48 der HE, die überschrieben ist mit „Ökologisches Bewusstsein und ökologisches Fehlverhalten“, wird sodann ausgeführt:

„Das ökologische Bewusstsein in der Gesellschaft und in den Kirchen hat in den letzten Jahrzehnten deutliche Fortschritte gemacht, die dankbar zu begrüßen sind. Es ist in gewissem Sinne müßig, darüber nachzudenken, ob die Kirchen dabei eine Vorreiterrolle gespielt haben oder nicht. Viel entscheidender ist, dass auf nicht wenigen Gebieten des gesellschaftlichen Lebens ein größerer Widerspruch existiert zwischen dem Bewusstsein und dem tatsächlichen Verhalten. Die Kirchen machen hierbei keine Ausnahme. Eine lange Liste von Deklarationen, Proklamationen und Konventionen zeugt von guten Einsichten und Absichten, ohne dass sie bisher eine grundsätzliche Kehrtwende zu erzeugen vermochten. Inzwischen mehren sich im Gegenteil die Anzeichen dafür, dass der wirtschaftliche Druck den Aspekt ökologischer Verantwortung überall wieder in den Hintergrund drängt. Wir halten das aus ethischen, aber auch aus ökonomischen Gründen für kurzsichtig, denn spätestens die kommenden Generationen werden für unser Fehlverhalten büßen und bezahlen müssen. Mit ökologischen Schönheitsreparaturen ist es längst nicht mehr getan. So schwer es uns auch fällt, das zu begreifen: Wir sind herausgefordert, unsere gesamte Wertordnung zu verändern. Unser gegenwärtiger Lebensstil und unsere gesellschaftlichen Grundwerte entsprechen unseren unmittelbaren Bedürfnissen und Interessen. Zu einem schöpfungsgerechten Lebensstil und einer schöpfungsgerechten Gesellschaftsordnung gehört deshalb eine schöpferische Neuordnung unseres Wertsystems: In Ausübung seiner Verantwortung hat der Mensch Rücksicht zu nehmen auf den Eigenwert der Mitwelt, der auf dem Willen des Schöpfers gründet. Es geht darum, die Kluft zwischen Umweltbewusstsein und tatsächlichem Verhalten zu überwinden.

Es braucht aber auch eine Transparenz in den politischen Strukturen, dass der Bürger erfahren kann, wie sehr sein Handeln im Kleinen auch im Großen mitgetragen wird, dass er ein Vertrauen in die öffentliche Verwaltung haben kann. Ebenso braucht es eine andauernde Erziehungs- und Meinungsbildungsarbeit. Dabei muss deutlich werden, dass hier nicht Opfer oder Einschränkungen vom Bürger verlangt werden, sondern dass ihm eine neue Lebensqualität angeboten wird. Insofern braucht er auch anziehende Vorbilder und Erfahrungen, wo durch kleine Projektarbeit in Schulen, in sozialen und kirchlichen Gruppen der Einsatz sich gelohnt hat .“

Ethik im Einkaufskorb

Als Beispiel dafür, wie diese Vorgaben erfüllt werden können, verweist Golser auf die ökosoziale Bewegung Bilanci di Giustizia, die Bilanzen der Gerechtigkeit, die das Wuppertal Institut im Rahmen seines Lebensstilprojektes  erstellte:

Schon Marco Morosini habe bei der im Mai 1998 in Salzburg stattgefundenen Fachtagung im Rahmen des „Dialogs des Österreich“ unter dem Titel „Ethik im Einkaufskorb“ diese „Haushalte der Gerechtigkeit“, wie er sie nennt, vorgestellt. „Er hat in der entsprechenden Publikation auch das Formular abgedruckt, nach dem die Familie in einer aufwendigen Buchhaltung genau auflisten, welche Ausgaben bei ihnen noch traditionell waren und hinter welchen bewusste Kaufentscheidungen stehen mit dem Ziel, die sozialen und ökologischen Auswirkungen ihres Konsums zu minimieren“, führt Golser aus.

Verschiebung hin zu ökosozial-verträglichen Ausgaben

Über diese Bilanzen ist inzwischen ein Buch erschienen, das diese ökosozialen Bewegung dokumentiert und die darin gemachten Erfahrungen zusammenfasst.

Golser dazu: „Wenn man sich sie ausgefüllten Bilanzen ansieht, dann liegt das Wichtigste sicher in der persönlichen Auseinandersetzung, dass man sich also umweltverträgliche Ziele setzt und dann Rechenschaft auch über die getätigten Ausgaben gibt. Es kann dabei durchaus auch Widersprüche bzw. persönliche Einstellungen, die von anderen nicht geteilt würden. Insgesamt kann man neben einer im Durchschnitt 30%igen Verschiebung der Ausgaben hin zu ökosozial-verträglichen, auch eine beachtliche Reduktion der Ausgaben feststellen, vor allem bei den Lebensmitteln und im Energieverbrauch.“

Zweierlei Beschränkung der menschlichen Freiheit: Durch Mangel und durch Überfluss

Ab Beginn 1999 sei für Familien, die mindestens ein Jahr lang mitgemacht haben, neben der monatlichen Bilanz auch eine Bewertung über einen längeren Zeitraum eingeführt worden, die vor allem auf eine Selbstbewertung der erreichten Lebensqualität hinzielt. „Und zwar nach den Kriterien der Umwelt, der sozialen Beziehungen, der eigenen zur Verfügung stehenden Zeit und der Offenheit für andere Kulturen“, erklärt Golser:

„Maßgeblich ist die Einsicht, dass es eine doppelte Beschränkung der menschlichen Freiheit gibt: jene durch Armut und Not in der Unterentwicklung und jene durch die Überfülle der Güter, die Menschen erdrücken können, wenn sie nicht gelernt haben, nein zu sagen. Der „leichtere“ Konsum macht mehr frei für die immateriellen Güter, welche Lebenserfüllung schenken, vor allem über die sozialen Beziehungen, über die eigene Kreativität und Spiritualität.“

Links:
www.bilancidigiustizia.it,
www.argeschoepfung.at/service/behelfsdienst/downloads/lebensstil.html


Kurzvorstellung des Autors:

Prof. Dr. Karl Golser
Dir. des Institutes f. Gerechtigkeit, Friede und Bewahrung der Schöpfung
Geb.1943
Seit 1982    Prof. für Moraltheologie an Phil.-Theol. Hochschule Brixen
Seit 1994    Direktor des an der Hochschule errichteten Instituts für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung
Bischof v. Brixen, em.

Verschiedene Publikationen vor allem zur Gewissensproblematik, zu bioethischen und ökologischen Fragen. Engagiert in der Vorbereitung und Organisation der Europäischen Ökumenischen Versammlung von Gr


Neue Serie: Kirche und Nachhaltigkeit – die umweltfreundlichsten Kirchenprojekte.

Heute: Die Pfarre St. Franziskus in Wels/Lahen

Sie leben das ökologische Vermächtnis des St. Franziskus

Das grüne Erbe des Franz von Assisi

von Karl-Heinz Schaurhofer

Die Pfarre St. Franziskus am Stadtrand von Wels beeindruckt nicht nur durch ein nach ökologischen Kriterien errichtetes Pfarrzentrum, sondern auch durch ein äußerst lebendiges Pfarrleben und eine Vielzahl an ökologischen Projekten.

Eine klassische Kirche im barocken oder gotischen Stil, mit dicken Mauern, massivem Glockenturm und nach vorne gerichteten fixen Bänken findet man im Stadtteil Wels/Lahen nicht. Als sich im Jahr 2004 die Möglichkeit bot, eine neue Kirche samt Pfarrzentrum für die neue Pfarre St. Franziskus zu errichten, entschied man sich stattdessen für eine moderne Passivhauskonstruktion mit künstlerischen Elementen und – vor allem – errichtet nach höchsten ökologischen Standards.

Solarthermische Elemente, eine Photovoltaikanlage und eine gute Dämmung ermöglichen die Erreichung des Passivhausstandards und sogar die Erzeugung von 50 Prozent des verbrauchten Stroms. Die schlichte Gestaltung des Kirchenraumes lässt durch große Glasflächen den Blick auf die Außenflächen und damit die göttliche Schöpfung frei. Das Pfarrgrundstück ist laut Pfarrassistentin Irmgard Lehner ein wichtiger Ort der Begegnung: „Die Gestaltung wurde von den Pfarrmitgliedern selbst übernommen. Den Labyrinthweg direkt vor dem Kirchenraum haben wir in Zusammenarbeit mit der Caritas gemeinsam mit benachteiligten, jungen Frauen angelegt. Der Pfarrgrund wird jetzt oft für Spaziergänge genutzt und ist wegen dem Fußballplatz und dem Rodelhügel auch bei den Kindern beliebt.“

Pfarrzentrum als Verbindung zwischen sakralem und täglichem Leben

Wenn der Kirchenraum als Saal für Hochzeitsfeiern und pfarrliche Veranstaltungen verwendet wird, bleibt der abtrennbare Andachtsraum mit dem kunstvoll gestalteten Taufbecken als Ort der Stille und Besinnung. Die Verwendung des Kirchenraumes für Veranstaltungen des pfarrlichen Lebens entspricht dem Ideal der Pfarre St. Franziskus, Gottesdienst und tägliches Leben ineinander übergehen zu lassen.

Die Pfarrgemeinde St. Franziskus befindet sich inmitten wachsender Siedlungen. Entsprechend viele Kinder und junge Familien nehmen Teil an pfarrlichen Aktivitäten und so manche Sonntagsmesse wird von über 50 Ministranten mitgestaltet. In der jeden Sonntag offenen Bar im Pfarrzentrum bleiben jede Woche bis zu drei Viertel der KirchgängerInnen auf einen Kaffee oder ein anderes Getränk. „Dass die Pfarrgemeinde auch nach der Messe noch Zeit miteinander verbringt, ist uns ein besonderes Anliegen“ sagt Frau Lehner: “Ein eigenes Barteam bewirtet die Meßbesucher jeden Sonntag, natürlich mit Fairtradekaffee und regionalem Apfelsaft“.

Erbe des hl. Franz von Assisi

Zum alle zwei Jahre stattfindenden Franziskusfeuer kommen bei gutem Wetter bis zu tausendfünfhundert Besucher. Dies alles zeigt, wie lebendig sich der Pfarralltag gestaltet, wobei das Pfarrzentrum auch für private Geburtstagsfeiern, Weiterbildungen oder für Vereinstätigkeiten genutzt wird.

„Wir suchen aktiv den Kontakt zu den Jugendlichen und versuchen sie auch mit ihren jeweiligen Problemen in die Pfarrgemeinde einzubinden“, erklärt Frau Lehner. Dazu stehen ein Jugendraum und die im Freien liegenden Anlagen zur Verfügung. Die Verantwortlichen der Pfarre bemühen sich in allen Bereichen, das Ideal des hl. Franz von Assisi, Beziehungen zu pflegen und Platz und Verständnis für Menschen zu schaffen, zu verwirklichen.

Umweltschutzprojekte

Das Erbe des Pfarrpatrons wird auch durch eine Vielzahl von ökologischen Projekten hochgehalten. Ein eigener Fachausschuss „Friede, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung“ arbeitet im Geiste des II. Vatikanischen Konzils an einem schonenden Umgang mit den Ressourcen der Erde. „Den an der Gründung der Pfarre beteiligten Personen war dies von Anfang an ein Anliegen. Umweltengagement entspricht unserem Verantwortungsbewußtsein als Christen, die Kirche sollte hier mehr im Sinne des hl. Franziskus denken“, sagt Frau Lehner.

Eine unvollständige Auswahl der daraus resultierenden Projekte umfasst Radeln für Afrika, das einerseits die Messbesucher zum Umstieg auf Rad und Beine bewegt und andererseits finanzielle Unterstützung für Hilfsprojekte in Afrika ermöglicht, den Umstieg auf Bio- und Fairtradeprodukte und deren Verkauf viermal im Jahr, die alle zwei Jahre stattfindende Bachreinigung und einen innovativen Recycling- und Nähworkshop, wo unter kundiger Anleitung neue Kleidung aus alten und kaputten Stücken entsteht. Um die Verantwortung der Menschen und im Besonderen der Christen für die Entwicklung unserer Welt zu beleuchten, finden alljährlich politische Gottesdienste und alle zwei Jahre das Franziskussymposium statt, das sich mit Themen wie fairer Bekleidung oder nachhaltiger Ernährung beschäftigt.

Gemeinsames miteinander denken

Die ökologische Denkweise in alle Tätigkeiten der Pfarre miteinbeziehen, zum Beispiel durch die Verbannung von Einweggeschirr von Pfarrfesten, ist ein Hauptanliegen der Pfarre St. Franziskus. Genauso wichtig ist es aber auch die Feiern, Feste und das tägliche Leben der Menschen in das Pfarrleben einzubinden. Durch die Verbindung dieser oftmals als gegensätzlich wahrgenommenen Lebensrealitäten entsteht ein vielfältiges und nachhaltiges Pfarrleben, auch wenn man auf einen klassischen, weitaus sichtbaren Kirchturm verzichten muss.

Homepage der Pfarre...


 

Kurznachrichten:

1. Offener Brief ruft Papst zu mehr ökologischem Engagement auf
Der brasilianische Theologe Leonardo Boff ruft in einem offenen Brief an Papst Franziskus die Kirche zu mehr ökologischem Engagement auf. Die Petition kann über die Online-Plattform Avaaz unterstützt werden. Hier der offene Brief in Auszügen:

„Wir, die unterzeichneten Christen sowie Personen anderer Religionen und Menschen guten Willens, richten diesen offenen Brief an Sie mit einer ganz besonderen Petition. Wir möchten gern, dass Sie zu einem weltweiten Ereignis aufrufen, eine Art Versammlung zum Schutz des Lebens auf der Erde.“

„Die autochthonen und indigenen Völker sowie vor kurzem auch die Wissenschaftler warnten uns, dass alle Lebensarten auf dem Antlitz der Erde in Gefahr sind. Noch gibt es keine Antwort von der politischen und ökonomischen Seite, die auf Augenhöhe mit der Herausforderung dieses historischen Augenblicks wäre. Wie Sie selbst sagten, können wir nicht einfach passiv die Globalisierung der Gleichgültigkeit hinnehmen.“

„Sie sind eine moralische und spirituelle Instanz und besitzen daher die Autorität der Menschheit gegenüber, zu dieser dringend notwendigen Debatte und zu den noch dringenderen notwendigen Schritten aufzurufen. Diese Petition ist unser Mittel, zur Effizienz Ihrer Gesten beizutragen,…“

Zur Bestärkung des Anliegens können sie mit Ihrer Unterschrift auf dem Avvaz-Netzwerk beitragen...

2. Protestaktion gegen gentechnisch veränderte Lebensmittel in der EU
Eine Protestaktion der Organisation foodwatch e.V.– fordert die EU-Kommissare für Verbraucherpolitik, Umwelt, Landwirtschaft und Gesundheit auf, für eine klare Kennzeichnung von Gentechnik zu sorgen. Dies gilt auch für Lebensmittel, die Fleisch von Tieren enthalten, die mit gentechnisch veränderten Pflanzen gefüttert wurden.

Die Gesetze zur Kennzeichnung gentechnisch veränderter Pflanzen bei der Herstellung tierischer Produkte sind unzureichend. Verbraucher erfahren nicht, ob Fleisch, Milch oder Eier von Tieren stammen, die mit gentechnisch veränderten Futterpflanzen gefüttert wurden. Als Käufer solcher Produkte werden Sie zu Unterstützern der Agro-Gentechnik, unwissentlich und – sofern Sie den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen ablehnen – gegen ihren Willen.

Link zur Protestaktion...


3. Ökumenische Versammlung 2014 in Mainz: Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung als Themen

Eine neue bundesweite Ökumenische (Basis-)Versammlung ist für 30. April bis 4. Mai 2014 nach Mainz am Rhein einberufen. Sie soll den gemeinsamen Weg von glaubensgegründeten Basisinitiativen und Kirchen für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung fortsetzen.

Ökumenische Versammlungen finden seit 30 Jahren auf verschiedenen nationalen, europäischen und internationalen Ebenen statt, sie wollen Zeichen sein für die gemeinsamen Anliegen nicht nur der Christen, sondern der Menschheitsfamilie auf dem ganzen bewohnten Erdkreis („oikoumene“).
Die Zusammenkunft in Mainz wird die Ergebnisse der Zehnten Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen 2013 zu Klimagerechtigkeit und Gerechtem Frieden aufgreifen. Sie will einen Schwerpunkt legen auf Fragen des interreligiösen Dialogs und Gebetes und einer solidarischen Wirtschaftsweise und Anstöße geben in Bezug auf bislang zu einseitig auf materielles Wachstum von bereits wohlhabenden Gesellschaften ausgerichtetes Denken.

Erstunterzeichner und Mitwirkende: Akademie solidarische Ökonomie, Dr. Markus Büker, Bischöfliches Hilfswerk Misereor, Dr. Josef Estermann Leiter Oscar-Romero-Haus, Dr. Franz Helm SVD, Steyler Missionare, Prof. Jochen Hilberath, Universität Tübingen, Priorin Sr. Maria Johanna, Karmelitin, P. Walter Ludin, Kapuziner.

Bald schon wird ein Anmeldemodul über die Homepage freigeschaltet sein.

Lic. Theol. Peter Schönhöffer M.A.  (peter-schoenhoeffer@web.de)
Weitere Informationen erteilt: Büro Ökumenische Versammlung 2014 (www.oev2014.de)
Dipl. Theol. Peter Erlenkemper und
cand. theol. David Erbenich (Projektkoordinatoren)
Bonifaziusplatz 1, 55118 Mainz, Tel: 0163 1308742
Sprechzeiten: Mo 17-20 Uhr / Di 9-13 Uhr / Mi 17-20 Uhr

4. Studentenverein „Einleuchtend“ arbeitet an nachhaltiger Stromversorgung

„Einleuchtend“, ein von Studenten der Hochtschule für Technik und Wirtschaft Berlin gegründete Verein widmet sich dem Ersatz von fossiler Energie durch erneuerbare Energieformen wie Solar- und Windenergie. Mit den Erträgen der im ersten Projekt umgesetzten Solarstromanlagen werden weitere studentische Projekte unterstützt, welche ökologisch nachhaltig, innovativ und für die ganze Studentenschaft gewinnbringend sein müssen.

Ein besonders anschauliches Ergebnis der Vereinsarbeit ist das Solar Sound System, eine mobile, nur durch Solarstrom betriebene Soundanlage für Veranstaltungen, Feste und Parties.

Link zur Vereinshomepage: www.einleuchtend.org

 

 Termine:

1. Wer das Gold hat, macht die Regeln?
Reichtumskonferenz am 27. November in Wien

Die 3. Reichtumskonferenz am 27. November 2013 in Wien rückt die Gesellschaft spaltende Wirkung des Reichtums in den Blickpunkt. Aus verschiedenen wissenschaftlichen und künstlerischen Perspektiven soll der Frage nach der Rechtfertigung von Vermögenskonzentration und sozialer Ungleichheit nachgegangen werden. Die Reichtumskonferenz wird sich philosophisch mit Gerechtigkeits- und Leistungsbegriffen auseinandersetzen, die empirische Vermögensforschung erörtern und die demokratischen Risiken von Reichtumskonzentration diskutieren.

Prominente UngleichheitsforscherInnen, Personen aus Kunst und Kultur sowie aus der sozialen Praxis werden sich einen Tag lang mit diesen Fragestellungen beschäftigen. Workshops ermöglichen einen fachübergreifenden Wissensaustausch und eine Vertiefung der Themen.

Datum: Mittwoch, den 27.11.2013 ab 09.00 Uhr
Ort:    AK-Bildungszentrum
           Theresianumgasse 16–18
           1040 Wien
Anmeldung:  http://de.amiando.com/3reichtumskonferenz.html

2.  Tag der Bürger/Innen am 30. November in Mistelbach: Gegen Amtsgeheimnis und Maulkorberlässe

Politik und Verwaltung brauchen mündige Bürger und je mehr Bürger etwas wollen, umso eher respektiert die Politik deren Wunsch. Der Tag der Bürger/Innen am 30. November 2013 in Mistelbach will vor allem erreichen, dass die Gemeinden und das Land Niederösterreich keine Geheimnistuerei mehr praktizieren, wenn Steuergeld im Spiel ist. Jede Ausgabe und jeder Beschluß soll zeitnah veröffentlicht werden. Amtsgeheimnis, Verschwiegenheit und Maulkorberlässe gehören abgeschafft oder nur mehr in Ausnahmefällen erlaubt, sind die Initiatoren überzeugt. Herbert Starmühler vom Verein für Energieautarkie in Kleinengersdorf erklärt dazu: „Wo Steuergeld drin ist, müssen wir auch alle Informationen bekommen. Geheimnisse gehören in den Beichtstuhl – Gemeindeausgaben auf die Website.”

Mehrere Bürgerinitiativen aus dem Energie-Spektrum (u.a. Initiativen gegen Schiefergasbohrungen in Niederösterreich) nehmen an der Veranstaltung teil.

Datum: Samstag, 30. November 2013, 17:00
Ort: Stadtsaal Mistelbach
weitere Informationen...

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