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Sehr geehrte Leserinnen und Leser,


der Boden ist eine (fast) vergessene Ressource, wenngleich ihm u. a. für unsere Ernährung und die künftiger Generationen eine fundamentale Bedeutung zukommt. Insoferne kann die von der UN für 2015 vorgegebene Thematisierung hilfreich sein, als sie das Schwinden fruchtbaren Bodens beleuchtet und zu umfassenden Schutzmaßnahmen aufruft.
In Österreich verschwindet täglich eine Fläche von ca. 15-20 ha, dies entspricht umgerechnet in etwa der Hälfte der Fläche des Vatikans. Diese Flächen sind unwiederbringlich verloren!
Aber betrachten Sie selbst ein Stück Boden! Wir fokussieren im Beitrag „Der Boden das unbekannte Reich“ auf einige Bodentiere, deren Steckbriefe Sie studieren können.
Natürlich fehlen auch nicht ethische Überlegungen zum Umgang mit der wertvollen Ressource Boden. Als Gabe des Schöpfers ist er der menschlichen Obhut und daher Verantwortung anvertraut.
Im Teil Nachrichten geht es um den Rohstoff Aluminium (noch einmal Aluminium!).
Aus gegebenem Anlass befasst sich der Autor in einer gut verständlichen Sprache abermals mit diesem Produkt.
Ausschlaggebend ist die noch immer in Erscheinung tretende zwiespältige Lebenspraxis in manchen Institutionen: Sammlungen für Landlose bei gleichzeitiger Ausbeutung und Verschwendung von Ressourcen der betroffenen Länder bzw. Menschen.
Unser Service stellt daher in dieser Ausgabe neben einigen litugischen Behelfen auch einen Info-Folder betreffend „Nachhaltige Opferlichter“ zur Verfügung!

Wir hoffen, unser Newsletter stößt auch dieses Mal auf Ihr Interesse!

Ihre ARGE Schöpfungsverantwortung


 

 

 

Abb. aus dem Bodenatlas 2015, österr. Ausgabe: Umweltschutzorganisation Global 2000,https://www.global2000.at/bodenatlas2015

Österreich verliert an Boden - Eine Bestandsaufnahme anlässlich des Internationalen Jahres des Bodens

 

2015 wurde von der UN-Generalversammlung zum internationalen Jahr des Bodens ausgerufen. Welchen Sinn diese Aktion hat, erläutert José Graziano da Silva, der Generaldirektor der Food and Agriculture Organisation: „Böden erfüllen vielfältige Aufgaben für uns Menschen, aber diese bleiben oft unbemerkt. Böden habe keine eigene Stimme.“ (1) Das Jahr des Bodens soll mithelfen, die immense Bedeutung der Böden in der Natur, in der Landwirtschaft und allgemein für die menschlichen Bedürfnisse hervorzuheben und deren vielfältigen Bedrohungen bewusst zu machen. Wie die Situation in Österreich aussieht, davon handelt der folgende Artikel.

Ein Drittel des weltweiten Bodens ist bereits geschädigt

Der Boden, mit dem hier die oberste, belebte Substratschicht der Erdoberfläche gemeint ist, ist entgegen der landläufigen Meinung keine ohne weiteres erneuerbare Ressource. Trotzdem wurden weltweit bereits 33 % der fruchtbaren Böden durch Erosion, Versalzung, Verdichtung, Verschmutzung und Nährstoffentzug degradiert (2). Auch Österreich hat ein gewaltiges Problem mit schwindenden Bodenressourcen.


Österreichs Böden verschwinden unter Beton

Obwohl Österreichs Bevölkerung schon seit Jahren nicht mehr signifikant wächst, hat der Druck auf die österreichischen Böden nicht abgenommen. Das österreichische Umweltbundesamt fasst die Situation treffend zusammen: „Die Landwirtschaft musste in den vergangenen Jahren starke Flächenverluste hinnehmen. Die Flächen wurden teils zu Wald, teils zu Siedlungen, teils liegen sie brach. … Stark im Wachsen ist die Siedlungstätigkeit. Täglich werden rund 15 ha Fläche zu Siedlungs- und Verkehrszwecken verbaut (ca. 30 Fußballfelder). Diese Flächen verdrängen zunehmend naturräumliche Flächen.“ (3)

 
Eine Nation der Häuslbauer …

Der österreichische Hang zum Einfamilienhaus im Grünen lässt die Speckgürtel rund um wirtschaftliche Zentren wachsen und die besten landwirtschaftlichen Gründe rund um ländliche Dörfer verschwinden. Noch immer liegt die Raumplanung in den Händen der einzelnen Gemeinden, die ihre schönsten Sonnenhänge in Bauland umwidmen und sich gegenseitig in einen ruinösen Wettbewerb um die billigsten Baugründe treiben.

Die desaströsen Folgen dieser Entwicklungen fasst das Umweltbundesamt in seinem zehnten Umweltkontrollbericht zusammen (4): „Allein die Bau- und Verkehrsfläche hat zwischen 2009 und 2012 um knapp 10 % zugenommen. Im gleichen Zeitraum stieg hingegen die Bevölkerungsanzahl um lediglich 1,1 % und die Anzahl der Haushalte um 2,4 %.

 
Was wir gegen den Wahnsinn tun können

Das Problem der zunehmenden Bodenversiegelung und –verbauung zeigt sich als gesellschaftliches Dilemma, dem nur schwer beizukommen ist. Für den/die Einzelnen bieten sich trotzdem Möglichkeiten, gegen die Bodenverschwendung zu wirken:

1) Nehmen Sie nicht selbst an der Verbauung unserer Äcker und Wiesen teil – praktisch überall in Österreich gibt es auch für Neubauten die Möglichkeit, in vorhandenen Baulücken ressourceneffizient zu bauen.

2) Bewusstseinsbildung: Reden Sie über die Entwicklung, vor allem in ländlichen Gemeinden, wo der Flächenverbrauch drastisch zu Tage tritt.

3) Wirken Sie, wenn möglich, auf lokale Politiker ein. Die Raumplanung geschieht im Gemeindeamt und im Gemeinderat – hier gibt es die Möglichkeit, unmittelbar auf die handelnden Personen einzuwirken.

Download: Vollständiger Artikel

DI Karl-Heinz Schaurhofer

 

Quellen (alle Abfragen am 24.03.2015):

1) www.fao.org/soils-2015/en/

2) http://www.fao.org/resources/infographics/infographics-details/en/c/278954/

3) http://www.umweltbundesamt.at/umweltsituation/raumordnung/rp_flaecheninanspruchnahme/flaechennutzung/?zg=unternehmenpage%253D5

4) http://www.umweltbundesamt.at/fileadmin/site/umweltkontrolle/2013/ukb2013_16_raum.pdf


Biolandwirtschaft im Stift Klosterneuburg,http://www.stift-klosterneuburg.at/

Ethische Überlegungen zur Bodennutzung

 

1) Biblischer Horizont

Gott, der Herr, hatte es auf die Erde noch nicht regnen lassen und es gab noch keinen Menschen, der den Ackerboden bestellte; aber Feuchtigkeit stieg aus der Erde auf und tränkte die ganze Fläche des Ackerbodens. (Gen 2, 5b-6)

„Ackerboden“, „adamah“, meint im Hebräischen den Wirtschaftsboden im allgemeinen Sinne, also das Ackerland, aber beispielsweise auch das Meer, soweit es zur Schifffahrt und zum Fischfang nutzbar ist, ebenso wie die Bodenschätze. Herkömmlich überwiegt aber die Vorstellung vom „Ackerboden“ und die meisten Übersetzungen und allermeisten Kommentatoren beschränken den biblischen Begriff auch darauf.

Dem Ackerboden wird also theologisch eine sehr hohe Bedeutung gegeben als ein dem Menschen von Gott zugewiesener, mit dem Bewusstsein, dass jener sich gerade im Umgang damit als schöpferisch erweisen solle. Später noch bekommt der Boden sogar die Funktion, Gott die Ehre zu erweisen. Verantwortlich dafür ist selbstverständlich wieder der Mensch.

Im Buch Levitikus (Lev 25, 1-7) ergeht folgende Weisung an das Volk Gottes:

Der Herr sprach zu Mose auf dem Berg Sinai: Rede zu den Israeliten und sag zu ihnen: Wenn ihr in das Land kommt, das ich euch gebe, soll das Land Sabbatruhe zur Ehre des Herrn halten. Sechs Jahre sollst du dein Feld besäen, sechs Jahre sollst du deinen Weinberg beschneiden und seinen Ertrag ernten. Aber im siebten Jahr soll das Land eine vollständige Sabbatruhe zur Ehre des Herrn halten: Dein Feld sollst du nicht besäen und deinen Weinberg nicht beschneiden. Den Nachwuchs deiner Ernte sollst du nicht ernten und die Trauben deines nicht beschnittenen Weinstockes sollst du nicht lesen. Für das Land soll es ein Jahr der Sabbatruhe sein. Der Sabbat des Landes selbst soll euch ernähren: dich, deinen Knecht, deine Magd, deinen Lohnarbeiter, deinen Halbbürger, alle, die bei dir leben. Auch deinem Vieh und den Tieren in deinem Land wird sein ganzer Ertrag zur Nahrung dienen.


Anlässlich dieses gut zweieinhalbtausend Jahre alten Textes aus einem Buch, das wie kein anderes die abendländische Geistesgeschichte bestimmt hat, wirft sich schon die Frage auf, warum der Boden im „modernen“ Alltag tatsächlich so geringgeschätzt und bloß als Nutzfläche für (oft unsinnige) Bauprojekte angesehen wird?

 
2) Folgerungen für uns heute

In unserer modernen Gesellschaft gilt das Land nicht mehr als die alles entscheidende Ressource, da die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung ihren Lebensunterhalt nicht in der Landwirtschaft  verdient. Dennoch kommt die komplette Grundlage unserer Ernährung und damit unseres Überlebens noch immer aus dem Wasser und dem fruchtbaren (Land-) Wirtschaftsboden – und das wird auch so bleiben.

Auch wenn es angesichts der heutigen Bevölkerungszahlen illusorisch erscheint, ja vielleicht sogar verantwortungslos wäre, auf ein Siebentel des Bodenertrages zu verzichten, hält das biblische Modell aber einige wichtige Botschaften für uns heutige Menschen bereit und wir müssen bestrebt sein, die mit dieser Ordnung verfolgten Ziele zu erreichen. Wir müssen das jedoch mit anderen Instrumenten tun. Der biblischen Botschaft vom Erlassjahr könnte in unserer heutigen Gesellschaft unter anderem mit folgenden Maßnahmen Geltung verschafft werden:

  • Nicht aus dem Boden, was geht, herausholen, grundsätzlich nicht!  – auch wenn mehr möglich wäre.
  • Sich freiwillig bescheiden, um der eigenen Lebensqualität wegen, um all der unzähligen Lebewesen willen, die in jedem Kubikmeter Boden leben.
  • Eine Kultur des respektvollen Umgangs mit dem lebensspendenden Boden entwickeln und bewahren.

Selbstverständlich war auch der biblischen Kultur kaufmännisches Denken nicht fremd. Doch gerade solches muss sich immer dem Prinzip der Nachhaltigkeit verpflichtet wissen. Jener Mensch aber, der den Sabbat – als Innehalten vom Wirtschaftsbetrieb, um Gott die Ehre zu geben, um zu sich selbst zu kommen – bewusst lebt, weiß, dass Nachhaltigkeit in erster Linie ein ethisches Prinzip ist.

Mag. Roland Zisser


 

 

 

Der Boden – das unbekannte Reich


2015 ist das UN-Jahr des Bodens. Täglich verschwindet in Österreich eine Fläche von ca. 20ha, dies entspricht umgerechnet in etwa der Hälfte der Fläche des Vatikans. Diese Flächen sind unwiederbringlich verloren. Der Boden ist eine vernachlässigte Ressource, mit der wir achtsam umgehen sollten, um sie für nachfolgende Generationen zu bewahren. Er bildet die Grundlage für unsere Ernährung, durch die Puffer- und Filterfunktion werden Schadstoffe auf natürliche Weise herausgefiltert und das Grundwasser wird geschützt, Niederschläge werden gespeichert, Nährstoffe werden verfügbar für Pflanzen gemacht und er ist die Lebensgrundlage für viele Lebewesen. Ohne den Boden könnten wir nicht leben.

 

Der Boden – voller Leben

In einer Handvoll Boden befindet sich mehr Leben, als es Menschen auf dieser Erde gibt. Der Boden ist ein komplexes System, wo Bakterien, Pilze, Flechten, Moose, Insekten, Spinnentiere, Milben  und Würmer interagieren (siehe Abb. 1). Jede Art ist wichtig in diesem Nahrungsnetz und das empfindliche Ökosystem Boden reagiert sehr sensibel auf Eingriffe und Störungen. Durch die Interaktion der verschiedenen Organismen wird unter anderem organische mit anorganischer Substanz verbunden, organische Masse abgebaut und in wertvollen Humus verwandelt, Mineralstoffe und Nährstoffe werden für Pflanzen verfügbar gemacht. Bodentiere teilt man nach ihrer Größe ein (siehe Abb. 2). 

b. 1: Teilausschnitt aus dem Nahrungsnetz verschiedener Bodenorganismen (Abb. verändert nach STUCKI/TURRIAN 1996 pp. 76 und 78)
Abb 2: Einteilung der wichtigsten Bodentiergruppen nach Größenklassen ( Abb. verändert nach DUNGER1983 und HINTERMEYER-ERHARD / ZECH 1997, S. 39)

Regenwürmer z. B. lockern mit ihrer Grabtätigkeit den Boden auf, sorgen für eine gute Belüftung und vermischen organische mit anorganischer Substanz. Der Regenwurmkot ist sehr wertvoll und wichtig für das Pflanzenwachstum. Die in einem Hektar lebenden Regenwürmer durchwühlen die Menge von 20 t pro Jahr, eine unglaubliche Menge. Um die 3000 Regenwurmarten sind bisher weltweit bekannt. Die Organismen im Boden sind alle miteinander vernetzt und jeder Teil ist wichtig.  Dies alles passiert in den obersten 30-40 cm des Bodens.

Asseln sind wichtige Humusbildner und Streuzersetzer, sie ernähren sich von Falllaub und Holzresten. Sie nehmen bei der Zersetzung auch Bodenbestandteile (Bodenkrümel und Sandkörner) auf und scheiden diese zusammen mit dem Pflanzenmaterial als Ton-Humus-Komplex wieder aus. Asseln sind somit sehr wichtig für die Mineralisierung und Humifizierung und verbessern die Bodenqualität.


Abb. 3 Erdläufer, www.bilderhaus.ch

Kurzer Steckbrief von zwei Vertretern von Bodentieren:

Erdläufer (Geophilidae) - Tausendfüßer

Körperlänge zwischen 20 und 60mm

Wurmförmig abgeflachter Körper

Zwischen 31 und 80 Beinpaare

Leben am Boden unter Steinen oder Totholz von Wäldern, Äckern und Wiesen

Ernähren sich von: Regenwürmern oder anderen Würmern, oft große Beute bis zu 20fachen Körpergewicht

Bei Gefahr rollen sie sich ein mit den Beinen nach außen, besitzen auf der Unterseite Wehrdrüsen

Abb. 4: Steinläufer aus www. wikimedia.org

Steinläufer (Lithobiidae) - Tausendfüßer

Körperlänge zwischen 13 und 33mm

Häufigste Art: Brauner Steinläufer (Lithobius forficatus)

Abgeflachter Körper, letzte beiden Beinpaare verlängert („Schleppbeine“)

Zangenförmige Kiefer mit Giftdrüsen (Kieferfüße)

Leben meistens in Wäldern an feuchten Stellen unter
Laub, Steinen und Totholz

Räuberisch, überwältigen andere Insekten oder Gliederfüßer


Wie kann man nun mit einfachen Methoden Bodentiere beobachten?

Man benötigt einen Spaten, ein weißes Leintuch, ein Gefäß zur Beobachtung (am besten eine kleine Plastikbox mit einem Gipsboden, dies ist am besten geeignet für Bodentiere), eine Federpinzette und eine Becherlupe. Nun geht man in den Wald sticht mit dem Spaten einen Bodenquader aus und legt diesen auf das Leintuch. Beschreiben Sie den Bodenquader: Wie sieht die Beschaffenheit der Streu aus? Wie sieht die Schichtung der Streu aus? Finde ich Fraßspuren an den Blättern?


Um nun nach Bodentieren zu suchen, legen Sie den Quader auf das Leintuch, zerbröseln und zerteilen sie diesen. Die entdeckten Tiere können Sie nun in die Becherlupe oder das Beobachtungsgefäß geben, die Tiere beschreiben und beobachten. Sie können auch eine Bodenprobe entnehmen (am besten den Boden direkt unter der Streu, da sich direkt darunter die Humusschicht befindet. In dieser findet man die meisten Bodenlebewesen. Zuhause bauen Sie eine sogenannte Berlesefalle. Sie benötigen dazu ein großes Glas, ein Sieb und eine Lichtquelle. Legen sie das Sieb auf das Glas, platzieren die Bodenprobe auf dem Sieb und scheinen mit der Lichtquelle (z. B. einer Taschenlampe) die Bodenprobe in einem Abstand von 30-40 cm an. Die Probe trocknet nach einigen Stunden aus und die Tiere wandern nach unten und fallen in das Glas. Nun können Sie diese beobachten, hierzu eignet sich am besten ein Mikroskop. Schon kostengünstige Mikroskope ab 200–300 Euro mit einer ausreichenden Vergrößerung erfüllen hier ihren Zweck und ermöglichen einen faszinierenden Einblick in das unbekannte Reich des Bodens. Richten Sie ihren Blick nicht nur gegen den Himmel sondern auch Richtung Boden, er bedarf unsere Aufmerksamkeit damit er nicht eines Tages verloren ist.

Mag. Christian Kantner MSc
Experte für Bodenbiologie

 

Weiterführende Links:

Infos zu Bodentieren und Bodenbeobachtungen:
hypersoil.uni-muenster.de
umweltdetektive.ch

Entomologischer Fachbedarf:
https://www.bioform.de/


Bestimmungsliteratur:
Bährmann, Rudolf und Müller, Hans Joachim. Bestimmung wirbelloser Tiere: Bildtafeln für zoologische Bestimmungsübungen und Exkursionen ; 351 Tafelseiten mit zahlreichen Einzelfiguren. 6., überarb. und erg.  Aufl. Heidelberg: Spektrum Akademischer Verlag, 2011.
 


 

 

Abb.: "Bedrängte Natur" aus dem Malwettbewerb der Ukraine 2014

Nachrichten:

 

Aluminiumproblematik

Aluminium ist ein sehr problematisches, aber – angesichts der Probleme muss man  sagen: leider – sehr praktisches Metall. Es ist leicht und rostet nicht, da sich das Metall selbst mit einer zusammenhängenden und dadurch schützenden Oxidschicht umgibt.


Problematisch ist es aus vielerlei Gründen:

Da ist einmal der gesundheitliche Aspekt, da Aluminium-Ionen giftig sind und zwar für alle Lebewesen von der Pflanze bis zum Menschen. Aluminium kommt u. a. in Beimengungen von Impfstoffen oder auch Kosmetika wie Deodorants vor. Als Verpackungsmaterial für Lebensmittel ist es besonders beliebt und besonders ungeeignet. Wenn man saure Speisen, und dazu zählt u. a. Fleisch oder Wurst, oder saure Getränke oder Sauermilchprodukte in Aluminiumfolien verpackt, dann löst die Säure Spuren von Aliminium heraus, die der Mensch anschließend aufnimmt. Das ist nicht akut giftig, aber chronisch schädlich. Das gleiche gilt für Kochgeschirr aus Aluminium.

Der Energieverbrauch – und zwar hochwertige elektrische Energie – bei der Herstellung ist enorm und schon daher sollte die Aluminiumverwendung möglichst reduziert werden.

Ein ganz besonderes Kapitel, und zwar vermutlich das schwerwiegendste, ist die ökologische Schädlichkeit (zu der natürlich auch der Stromverbrauch zählt). Neben dem erwähnten hohen Energieverbrauch belastet ein bei der Herstellung aus dem Rohstoff Bauxit anfallender hochgiftiger Abfall, der Rotschlamm, die Umwelt. Vielleicht können Sie sich noch an die Umweltkatastrophe mit aus den Deichen ausfließendem Rotschlamm in Ungarn 2010 erinnern. http://www.greenpeace.org/switzerland/de/News_Stories/Newsblog/industrieschlamm-ueberschwemmt-doerfer-in-ung/blog/26577/

Für die größte Tragödie im Zusammenhang mit Aluminium aber sorgt das hauptsächliche Vorkommen des Rohstoffs Bauxit. Bauxit wird derzeit in großen Mengen im Amazonasregenwald gefunden und abgebaut. (Früher gab es Bauxitvorkommen in Österreich, die aber seit Jahrzehnten erschöpft sind.) Die Tragödie ist eine mehrfache: Der Abbau führt zur weiteren Zerstörung des Regenwaldes, der ohnehin aus vielen anderen Gründen auch vernichtet wird. Aber nicht nur der Abbau von Bauxit vernichtet Regenwald, sondern auch der Bau der dazugehörigen Staudämme, um die nötige Energie zur Aufbereitung zur Verfügung zu stellen. https://www.regenwald.org/themen/aluminium

Der Amazonasregenwald aber ist nicht menschenleer, sondern seit Jahrtausenden bewohnt. Und die indigenen Völker, die dort leben, werden einfach vertrieben und damit vernichtet. Die Gruppe „Rettet den Regenwald“ startet immer wieder Aktionen gegen die vielfältigen Regenwaldzerstörungen, auch gegen die Vernichtungen des Amazonasregenwaldes und die Bedrohung der indigenen Völker.  https://www.regenwald.org/aktion/977?mtu=81868194#sr=rdr&md=newsletter&ct=html&cn=petition-977

Dr. Oskar Luger


 

 

Service

 

In unseren Gotteshäusern nehmen die Kerzen seit alters her einen besonderen Platz ein. Bedauerlicherweise werden immer noch vielfach Alu-Opferlichter angeboten.

Alternativen dazu finden Sie im Infofolder "Opferlichter-Im Sinne nachhaltiger Lebensweise"


 

 

Liturgische Behelfe

 

Auf der Homepage der ARGE Schöpfungsverantwortung finden Sie zahlreiche Behelfe für liturgische Feiern zum Thema oder mit dem Schwerpunkt Bewahrung der Schöpfung. Davon seien diesmal exemplarisch hervorgehoben:


Rhythmus der Schöpfung - Rhythmus des Lebens in 3 Sprachen

Auf Deutsch, Englisch und Französisch finden sich hier Gebete und liturgische Elemente für die Schöpfungszeit vom 1. September bis zum 2. Sonntag im Oktober. Lobpreise, Wechselgesänge, Psalmumdichtungen, meditative Texte, Tagesbete, Fürbitten, Segenssprüche u. v. m wie z. B.:

  • Der tiefe Friede

L: Der tiefe Friede der fließenden Welle,
der tiefe Friede der wehenden Luft,
der tiefe Friede der stillen Erde,
der tiefe Friede der leuchtenden Sterne,
der tiefe Friede des Sohns des Friedens sei mit euch.
G: Amen.

Unsere Verantwortung für die Zukünftigen Generationen in 3 Sprachen

Ebenfalls in drei Sprachen beinhaltet diese Sammlung Dank- und Lobgebete, Bittgebete, Glaubens- und Sündenbekenntnisse, Gedanken zu biblischen Texten.

  • Gloire à la Trinité!

Gloire à la Trinité! Elle est résonance et vie, créatrice de l'univers, source de toutes choses, chant de louange des foules angéliques, reflet merveilleux du mystère que ne connaît aucun être humain, et vie en toutes choses. (Hildegard von Bingen)

Wasser, Erde und Luft bewahren in 3 Sprachen

Auch zu diesem Schwerpunktthema finden sich Aufrufe zur Anbetung, Hymnen, Dankgebete für die Elemente, Kyrierufe zu den Zeichen der Zeit sowie zu den Themen Nachhaltigkeit und ökologische Tugenden und weitere Bitten, Meditationen und Segen.

 

  • Bless, O Lord, the fruit of the land

Bless, O Lord,
the plants, the vegetation, and the herbs of the field,
that they may grow and increase to fullness
and bear much fruit.
And may the fruit of the land remind us
of the spiritual fruit we should bear.
(Coptic Orthodox liturgy, Egypt)


 

 

Veranstaltungshinweis/Einladung

ARGE Schöpfungsverantwortung lädt ein

SYMPOSIUM

KLIMA – LEBEN IM UND MIT DEM KLIMAWANDEL

8. Mai 2015, 9 – 16  Uhr
Kardinal-König-Haus Wien 13. (Großer Saal)

Anmeldung bis 20. April 2015

Themen:

•    Klima Fakten: Österreich, Europa, international
•    Prognosen
•    Wer trägt die Verantwortung?
•    Modelle zukunftsfähiger Entwicklung

Weitere Informationen finden Sie HIER.


 

Neu im Team

 

Seit Februar unterstützt Alexandra Huber das Team der ARGE Schöpfungsverantwortung. Sie ist beim Projekt Newsletter mit Service sowie als Organisationsassistentin tätig. Nach der Matura hat sie ein Volontariat in der Republik Kongo absolviert und freut sich nun im Team der ARGE SVA mitzuarbeiten.

 


 

 

Aus der Agenda der ARGE Schöpfungsverantwortung

Chronikauszug

Fachbereich KLIMA / ENERGIE / MOBILITÄT

Bereits 1996 startete die ARGE Schöpfungsverantwortung eine Klima- Energiekampagne unter folgendem Schlagwort „jeder Pfarre ihre Solaranlage“ und „die Kirche auf dem Weg zur Nachhaltigen Energieversorgung“. Die Startveranstaltung fand mit einem Symposium im Erzbischöflichen Palais statt.


Der erwartete Aufbruch in der Kirche blieb aus. Trotz einer eigens eingerichteten Servicestelle der ARGE Schöpfungsverantwortung und die Aufnahme konfessioneller Einrichtungen als Zielgruppe in die Förderprogramme des Bundes, konnte keine Dynamik in der Umsetzung dringend notwendiger Maßnahmen erzielt werden. Umweltrelevante Maßnahmen in konfessionellen Einrichtungen (Erneuerbare Energien, Effiziente Energienutzung, etc.) werden seither bundesweit mit 30% finanzieller Unterstützung gefördert. Das vorgegebene Plansoll des damaligen Umweltbischofs Dr. Paul Iby wurde weitgehend verfehlt.

Download: Ganzer Artikel


 

 

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  Arbeitsgemeinschaft Schöpfungsverantwortung | Peterskirche - Petersplatz 1, 1010 Wien
E-mail: office(at)argeschoepfung.at  | Tel: +43 660-76 000 08 | letzte Änderung: 23-11-2018