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Mittwoch, 27. Sep 2017

Umfrage: Ökologie für Katholische Kirchen kein Thema

 

Die ARGE Schöpfungsverantwortung hat 2000/01 nach Beendigung der Zusammenarbeit mit der Bischofskonferenz eine „Ökologie-Umfrage“ in ganz Österreich bei den kirchlichen Einrichtungen durchgeführt. Das Ergebnis ließ die Einstellung der Arbeit nicht zu :

Ökologie für Katholische Kirche Österreich kein Thema

Umfrage: Mehrheit der Katholischen Pfarren ohne Umwelt-Arbeit – Gläubige vermissen kirchliches Umwelt-Engagement – Päpstliche Aussagen zur Ökologie und Schöpfungsverantwortung innerhalb der Kirche unbekannt

Wien, 12. März 2001.

Nur 26 Prozent der Pfarrverantwortlichen in Österreich halten ihre Pfarre für ein Vorbild in Sachen Ökologie, wenngleich 60 Prozent Umwelt- und Schöpfungsfragen als eines der zentralen Anliegen der katholischen Kirche für die Zukunft sehen möchten.

Öklogie ist in 50 Prozent aller Pfarren jedoch derzeit  ein weniger bis unwichtiges Thema.

Obwohl sich die überwiegende Mehrheit der Befragten, nämlich 75 Prozent, in ihren Pfarren ein stärkeres Engagement in praktischen und theologischen Umweltfragen wünscht, wollen nur etwa die Hälfte auf Hilfe aus den Diözesen vertrauen.

Dies ergibt eine Umfrage unter 300 österreichischen katholischen Pfarren, die zur Jahreswende von der ARGE Schöpfungsverantwortung durchgeführt wurde.

Öko-Landwirtschaft ja – aber nicht in katholischen Pfarren

76 Prozent der österreichischen Pfarren besitzen keine Umweltbeauftragten, 87 Prozent haben keine für Ökologie zuständige Arbeitsgruppe. Auch im praktischen Alltag der kirchlichen Einrichtungen, wie etwa Kindergärten, Pfarrheimen, Schulen oder Altersheimen, gibt es nur wenig Umweltbewusstsein: Nur 17 Prozent verwenden regelmäßig Produkte aus biologischer Landwirtschaft, knapp 70 Prozent  beziehen nie oder nur unregelmäßig „Bioprodukte“.


„In den letzten fünf Jahren ist in 70 Prozent der Pfarren das Interesse an Ökologie gestiegen, jedoch gibt es nur in den wenigsten Fällen Umweltarbeit. In vielen Fällen wären Pfarren sogar ein Negativbeispiel in Sachen Ökologie. Obwohl sich Papst Johannes Paul II. immer häufiger zum Thema Schöpfungsverantwortung äußert, bleibt seine Botschaft in den Pfarren überwiegend ungehört“, erklärt die Vorsitzende der ARGE Schöpfungsverantwortung, Isolde Schönstein. Der Grund für das kaum vorhandene Umweltengagement liege, lt. Schönstein, in der Natur des kirchlichen Alltags, der mit innerkirchlichen  Problemen überlagert ist.


Schönstein: „Solange von den Verantwortlichen in den Diözesen nur gefällige Reden gehalten werden, aber im kirchlichen Alltag kein praktisches Engagement folgt, wird die Kirche nie zu einem glaubwürdigen Verfechter christlicher Schöpfungsverantwortung werden.

“Trotz staatlicher Gelder werden Öko-Energiemaßnahmen verweigert

Die 1997 vom Umweltministerium der Katholische Kirche angebotene Förderung von 30 Prozent der Kosten für Nachhaltige Energiemaßnahmen in östereichischen Pfarren, fand kaum Interesse. Bloß sieben Prozent der Pfarren haben in den letzten drei Jahren ökologische Energiemaßnahmen gesetzt. Nur weitere fünf Prozent haben bei einer Umfrage im Jahr 2000  Interesse angemeldet, künftig  Energiemaßnahmen zu ergreifen. Der Grund dafür liege,
lt. Schönstein, im mangelnden Engagement der Kirchenleitung.

„Wir haben mit den Diözesen vereinbart, daß Sie die Pfarren und diözesanen Bauämter über die staatliche Unterstützung informieren, bis heute ist diese Förderung weitgehend unbekannt.

Gegen diesen Widerstand war es der ARGE Schöpfungsverantwortung nicht möglich, ihren von der Österreichischen Bischofskonferenz erteilten Auftrag, die kirchliche Umweltarbeit in Österreich zu koordinieren, weiter auszuführen. Wir haben am 4. Oktober 2000 diesen Auftrag und die Verantwortung an die Bischöfe zurückgegeben“, so Schönstein.

Päpstliche Botschaft stößt in Österreich auf wenig Interesse

Die  Bemühungen von Papst Johannes Paul II., in der katholischen Kirche ein schöpfungstheologisch motiviertes Umweltbewußtsein zu schaffen, finden in den österreichischen Pfarren nur wenig Interessierte – seine Botschaften werden in Österreich kaum verkündet. Nur 29 Prozent der Pfarr-Verantwortlichen sind die päpstlichen Aussagen zu Umwelt- und Schöpfungsfragen bekannt, nur 36 Prozent kennen die Kriterien für Schöpfungsverantwortung aus dem Sozialhirtenbrief 1990 der Österreichischen Bischöfskonferenz.

„Das zeigt, daß die Mehrheit der Pfarr-Verantwortlichen gar keine Ahnung von der Bedeutung der Schöpfungstheologie und der damit verbundenen Schöpfungsverantwortung für die katholische Kirche, hat.

Die Kirche braucht dringend eine Bildungsoffensive in den Pfarren, aber auch in den Bischofsämtern, um versäumtes Wissen nachzuholen, den Auftrag aus Rom aufzunehmen und dem wachsenden Bedürfnis der Menschen nach Antworten auf  Fragen der Schöpfungsverantwortung zu entsprechen“, so Schönstein.

Kirchen-Konferenzen in Frage stellen

„In nur 20 Prozent der Pfarren werden die „Handlungsempfehlungen“ der II. Europäisch Ökumenischen Versammlung von Graz 1997, umgesetzt, 54 Prozent der Befragten sind die Handlungsempfehlungen überhaupt unbekannt. Das zeigt, daß die Bedeutung solcher großer Kirchen-Konferenzen ernsthaft in Frage gestellt werden muß, wenn auf Konferenz-Beschlüsse keine Taten folgen“, so Schönstein.

 

 


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  Arbeitsgemeinschaft Schöpfungsverantwortung | Peterskirche - Petersplatz 1, 1010 Wien
E-mail: office(at)argeschoepfung.at  | Tel: +43 660-76 000 08 | letzte Änderung: 09-11-2016