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Donnerstag, 27. Okt 2016

HEUTE ÜBER GOTT REDEN - vier Stellungnahmen: Peter Handke, Heinrich Böll, Dietrich Bonhoeffer, Wolf Dietrich Schnurre

 

Stellungnahmen von Peter Handke, Heinrich Bonn, Dietrich Bonhoeffer, Dietrich Schnurre.

HEUTE ÜBER GOTT REDEN - vier Stellungnahmen: Peter Handke, Heinrich Böll, Dietrich Bonhoeffer, Wolf Dietrich Schnurre

1) Das Wort „Gott“ vor seinem Verbrauch schützen

Peter Handke in einem „Stern“-Interview:
Stern: Glauben Sie an Gott? Handke:  Ich weiß nicht, ob ich an Gott glaube. Aber ich bin von der Notwendigkeit des Gottesdienstes überzeugt... Aber mir wird schwindelig. Stern:  Wieso? Handke:  Ja wieso? Ich werde schwindelig. Punkt. Sie können nicht so pauschale Fragen stellen. Wer das beantwortet, ist eigentlich ein frecher Mensch. Außer er ist ein Priester, der die Zitate der Heiligen Schrift bereit hat. Der darf dann auch darüber reden. Ich finde es immer beleidigend, Gott anzuführen. Ich halte es für eine Unverschämtheit, das Wort „Gott“ anzuführen. Stern:  Wie soll man denn unseren Schöpfer sonst nennen? Handke:  Nur in gewissen Fügungen fällt es mir leicht, dieses Wort zu verwenden. Obwohl ich andererseits sagen muss: Das Wort ist unverzichtbar, das Wort darf in der Sprache des Menschen nicht aufgegeben werden ...

2) Missbrauch des Wortes „Gott“

Heinrich Böll im Gespräch

... Ich glaube eher, dass man das Wort „Gott“ für eine Weile aus dem Verkehr ziehen sollte; nicht Gott selbst, nicht das, was mit diesem Wort gemeint ist. Ich denke, dieses Wort ist im Grunde nur ... ein Füllwort. Gott ist dann ein Abladeplatz für viele Probleme, die wir Menschen lösen könnten. Wir sagen dann: Wende dich an Gott, bete zu Gott. Und wenn erst Politiker das Wort „Gott“ aussprechen! Das ist für mich die einzige Blasphemie, die ich noch kenne ...   
Dietrich Bonhöffer, ev. Theologe (1944 hingerichtet)  
„Die Religiösen sprechen von Gott, wenn menschliche Erkenntnisse (manchmal schon aus Denkfaulheit) zu Ende ist oder wenn menschliche Kräfte versagen...; das hält zwangsläufig immer nur so lange vor, bis die Menschen aus eigener Kraft die Grenzen etwas weiter hinausschieben und Gott als Deus ex machina überflüssig wird... – ich möchte von Gott nicht an den Grenzen, sondern in der Mitte, nicht in den Schwächen, sondern in der Kraft, nicht als Tod und Schuld, sondern im Leben und um Gutes des Menschen sprechen... Die Kirche steht nicht dort, wo das menschliche Vermögen versagt, an den Grenzen, sondern mitten im Dorf.“ Widerstand und Ergebung, 181f.  

Wolf Dietrich Schnurre, Schriftsteller (Der Schattenphotograph, 639)
„Gott muss Atheist sein. Nur so ist der ungestrafte Missbrauch seines Namens zu erklären.“


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