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Mittwoch, 12. Feb 2014

ARGE Aktuell: Fortschritte gegen TTIP - Großwasserkraftwerke - Veranstaltungshinweise

 

Sehr geehrte Leserinnen und Leser!

In den folgenden ARGE-Aktuell Kurznachrichten finden sie einige der zurzeit brennendsten weltweiten Umweltanliegen. Geht es im ersten Teil der Aussendung mehr um die Information bezüglich TTIP und die Konflikte um große Wasserkraftwerke, so möchten wir im zweiten Teil vor allem auch Möglichkeiten der persönlichen Partizipation aufzeigen. Durch das Unterschreiben der angeführten Protestaktionen können sie einen wichtigen Beitrag leisten. Informationen über andere Unterschriftenaktionen finden sie auch laufend auf unserer Website.

Eine aufschlussreiche Lektüre wünscht Ihnen 

ihre ARGE Schöpfungsverantwortung


Fortschritte in der Kampagne gegen das TTIP

Die ausdauernden Bemühungen von NGOs und der Zivilgesellschaft führen zu einem Umdenken vieler Entscheidungsträger bezüglich des umstrittenen Freihandelsabkommens TTIP. Beiderseits des Atlantiks regen sich Stimmen gegen den undemokratischen Verhandlungsstil und die gefürchteten Auswirkungen des Vertrags. In den USA sprach sich der Mehrheitsführer im Senat, Harry Reid, gegen das sogenannte "Fast Track"-Verfahren bei den Verhandlungen aus, das den US-Kongress drauf beschränkt, Ja oder Nein zum bereits fertig verhandelten Abkommen zu sagen. Der umstrittene Investorenschutz, der Klagen von Konzernen gegen politische Entscheidungen zum Schutz von Umwelt und VerbraucherInnen ermöglichen würden, wird hingegen von der deutschen Umweltministerin Hendricks und der französischen Handelsministerin Bricq in Frage gestellt. Zusätzlich ließ Bundeslandwirtschaftsminister Friedrich verlauten, dass beim Verbraucherschutz keine Abstriche gemacht werden dürfen. (Umweltinstitut München)

Die unter Druck kommenden Verhandlungsführenden beteuern zwar ohne Unterbrechung, dass an europäischen Standards nicht gerüttelt wird, da aber nur ein vollständiger Verhandlungsabbruch den Schutz der Umwelt und der Menschen gewährt, sind weitere Anstrengungen gegen das TTIP notwendig. Die ARGE Schöpfungsverantwortung wird sie weiterhin mit Informationen und Möglichkeiten der Beteiligung versorgen.

Falls sie sich noch nicht an den Unterschriftenaktionen gegen das TTIP beteiligt haben, finden sie hier die Möglichkeit:

http://umweltinstitut.org/freihandelsabkommen/allgemeines/freihandelsabkommen-verhindern-1144.html

https://www.campact.de/ttip/appell/teilnehmen/

http://www.attac.at/kampagnen/abkommen-eu-usa-stoppen/protestmail.html

 

Die ARGE Schöpfungsverantwortung wird Ende März 2014 eine Podiumsdiskussion zum Thema EU-UMWELTPOLITIK veranstalten, zu der alle Interessierten herzlich eingeladen sind. Mehr Informationen dazu in den kommenden Wochen! 


Umweltschutz gegen Naturschutz: Andritz AG und die umstrittenen Großwasserkraftwerke

Mit der Beteiligung der österreichischen Andritz AG am katastrophalen Belo Monte Staudammprojekt in Brasilien ist die steirische Firma mitverantwortlich für drastische ökologische und soziale Folgewirkungen. In einem offenen Brief fordert Bischof Erwin Kräutler, Träger des alternativen Nobelpreises und einer der schärfsten Kritiker des Projekts, Andritz-Vorstandsvorsitzenden Wolfgang Leitner auf, die Verantwortung für das "Wahnsinnsprojekt" zu übernehmen. So werden im Zuge der letzten Ausbaustufe 668 km² Regenwald überflutet, 40.000 - 60.000 teils indigene Menschen werden zwangsumgesiedelt. Der immense ökologische Schaden (Treibhausgase durch verrotende Biomasse, Artensterben, Verlust der "grünen Lunge" Regenwald) und die sozialen Folgen (Entwurzelung der Menschen, unbewohnbare Betonbauten als Ersatzquartiere, Verlust der Wasserversorgung und der Fischerei als Lebensgrundlage) werden für das weltweit drittgrößte Wasserkraftwerk in Kauf genommen.

Der erzeugte Strom wird ebenfalls nicht der einheimischen Bevölkerung zugute kommen, sondern ist zu einem großen Teil für die Aluminiumerzeugung reserviert, die wiederum giftige Rückstände in der Region zurücklässt.

Die Firma Andritz wird nicht zum ersten Mal wegen der Beteiligung an einem Großwasserkraftwerk schwer kritisiert. Auch im Falle des Xayaburi-Damms am Mekong/Laos und beim Ilisu-Staudamm am Tigris/Türkei hielt die steirische Firma trotz internationalen Protesten gegen die jeweiligen Projekte an den millionenschweren Aufträgen fest. Für beide Bauwerke wurden Turbinen, Generatoren und andere technische Ausrüstung für jeweils mehrere hundert Millionen Euro geliefert. Gegner der eigentlich „grünen“ Wasserkraftnutzung kritisieren an Xayabury die Umsiedlung zehntausender Menschen und die Unterbrechung der Migrationsrouten von bis zu hundert Fischarten, worunter auch der bereits seltene Mekong-Riesenwels leidet. Im Fall Ilisu war es vor allem der Untergang Jahrhunderte alter Kulturgüter im Staudamm, der heftigen Widerstand gegen das Projekt nach sich zog. 

Die ökologische Folgewirkungen der großen Staumauern sind in der Tat beträchtlich, wie der Fall Assuan-Staudamm am Nil/Ägypten zeigt. Die Unterbrechung des Sedimenttransports begrenzt das Nährstoffangebot, ein Rückgang der Fischbestände im unteren Nilverlauf und sogar noch im Mittelmeer ist die Folge. Die auch für die Landwirtschaft bitter notwendigen Schwebstoffe im Wasser führen andererseits zu einem Verlanden des Staudamms, der dadurch in spätestens 500 Jahren nicht mehr als Wasserspeicher benutzbar sein wird.

Anhand der großen Wasserkraftwerke wird der Konflikt zwischen Umweltschutz (Wasserkraft statt CO² intensiverer Energieformen) und Naturschutz (Wasserkraft bedroht Artenvielfalt und Flussökosysteme) offenbar. Die Firma Andritz steckt hier als eigentlich nachhalitig agierende Firma, die trotzdem schwere Kritik von Seiten ökologisch denkender Menschen einstecken muss, nicht allein in einem Dilemma. Auch die Betreiber von Windkraftanlagen (Gefährdung von Vögel und Fledermäusen) und die Erzeuger von Biotreibstoffen (Regenwaldabholzung, Agrarwüsten in Europa) stehen hart in der Kritik.

Anhand dieser Beispiele wird klar, dass auch die erneuerbaren Energieformen nicht ohne Begrenzung zur Verfügung stehen. Ein generelles Umdenken in Richtung Energieeffizienz und Energie sparen ist daher notwendig. 

Quellen und weitere Informationen: 

http://aslo.org/lo/toc/vol_22/issue_2/0194.pdf

http://www.haz.de/Nachrichten/Wissen/Uebersicht/Keine-Diskussion-ueber-umstrittenen-Staudamm-Xayaburi

http://www.internationalrivers.org/campaigns/xayaburi-dam

http://www.wwf.at/de/menu27/subartikel2571/

Mehr Informationen zum Belo Monte Projekt und dem Widerstand dagegen:

http://plattformbelomonte.blogspot.co.at/


Ein eigenes Schreiben an die Andritz AG kann unter dieser Adresse gesendet werden:

http://www.andritz.com//contact.htm/?g_display=General

 


Ankündigungen und Protestaktionen

Meet The Bees - Erste Wiener Bienenschutzkonferenz 

GLOBAL 2000 lädt ein zur zweitägigen Fachkonferenz. Die schwierige Situation der Bienenbestände gibt Anlass für die erste Wiener Bienenschutzkonferenz. Dafür sind Privatpersonen, Naturinteressierte und Menschen, die etwas aktiv für den Bienenschutz tun möchten, besonders eingeladen. Wir würden uns sehr wünschen, dass sich viele davon beteiligen.

 


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  Arbeitsgemeinschaft Schöpfungsverantwortung | Peterskirche - Petersplatz 1, 1010 Wien
E-mail: office(at)argeschoepfung.at  | Tel: +43 660-76 000 08 | letzte Änderung: 09-11-2016