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Dienstag, 12. Nov 2013

Pressemitteilung: Aluminium - mehr als ein Problemstoff

 

Liebe Leserinnen und Leser!


Zusätzlich zu unserem alle vier bis sechs Wochen erscheinenden Newsletter möchten wir Ihnen in einem eigenem Format „ARGE Schöpfungsverantwortung AKTUELL“ zusätzlich Informationen und Neuigkeiten bereitstellen. Aus gegebenem Anlaß beschäftigt sich die aktuelle Ausgabe einerseits mit den Reaktion auf den vor zehn Tagen erschienenen Newsletter, anderseits mit der Sturmkatastrophe auf den Philippinen.


Herzlichen Gruß


Ihre ARGE Schöpfungsverantwortung


Aluminium – Mehr als ein Problemstoff

 

vom Lebensschutzauftrag der Kirche  (ein Aufschrei!)


Die vielfältigen und unterschiedlichen Rückmeldungen auf die erste Ausgabe unseres Newsletters NEU sind der Anlaß für diese Klarstellung bezüglich des Themas Aluminium. Zur Erklärung folgt eine Darstellung der Beweggründe der ARGE Schöpfungsverantwortung (ARGE SVA), eine Zusammenfassung des Wissenstands rund um die Erzeugung von Aluminium und Folgerungen über die daraus entstehenden Implikationen für eine christliche Lebenspraxis.

Die Thematisierung des Aluminiumverbrauchs in der Dompfarre zu St.Stephan erfüllt aus Sicht der ARGE SVA einen doppelten Zweck. Zum einen soll die Dompfarre neuerlich und mit Nachdruck auf den Handlungsbedarf aufmerksam gemacht werden. Auch wenn das Metall von der Herstellerfirma wieder verwendet wird, haben der Energieaufwand und die notwendige Beimischung von neuem Aluminium negative Umweltauswirkungen, die durch die Verwendung von Glashüllen od. herkömmlichen Kerzen nicht auftreten würden.  Da dieses Anliegen seit über zwanzig Jahren, trotz Akzeptanz einer einschlägigen Studie,  von Seiten der Dompfarre ignoriert wird, war die mediale Aufbereitung des Themas eine Maßnahme, um auf die in Zusammenhang mit der Bauxitgewinnung (-abbau) einhergehende Zerstörung von Regenwaldgebieten und Menschenrechtsverletzungen hinzuweisen. Zum anderen sollte die Thematisierung der negativen Auswirkungen des Aluminiumverbrauchs auch die Pfarren und alle Gläubigen persönlich erreichen. Der Dom zu St.Stephan wurde daher auch aufgrund seiner großen Bekanntheit und Vorbildwirkung als Fallbeispiel ausgewählt.


Die Umweltauswirkungen der Aluminiumproduktion wurden bereits erschöpfend im Newsletter selbst erläutert, deswegen soll hier auf ein spezieller Aspekt besonders beleuchtet werden, nämlich die Folgen der Aluminiumproduktion auf den Regenwald. Da sich 90% des Bauxits, des Ausgangsstoffes für die Aluminiumproduktion im Tropengürtel befinden, ist der Abbau dieses Materials im Tagbau fast immer mit der Vernichtung von Regenwald verbunden. Für den Betrieb der Bauxitmine Porto Trombetas allein werden jedes Jahr 100 ha Wald im nahezu unberührten Amzonas-Regenwald Brasiliens abgeholzt. Zusätzlich zur direkten Vernichtung des Waldes durch den Bauxitabbau werden zur Bereitstellung der notwendigen Energie Staudämme in ökologisch äußerst wertvollen Regionen errichtet. Der Belo-Monte Staudamm im Norden Brasiliens, gegen den Bischof Erwin Kräutler vehement auftritt, wird voraussichtlich eine Fläche wie den Bodensee überfluten und 20 – 40.000 Menschen vertreiben (Rettet den Regenwald e.V.) Mit Bischof Kräutler`s Worten: „[Die Indios] können gar nicht absehen, was auf sie zukommt. Da wird eine riesige Mauer gebaut, sodass die Indios total von der Stadt abgeschlossen sind. Man schneidet sie auch vom Wasser ab - Menschen, die seit langem vom Fischfang leben.“


Es ist ein Gebot der Stunde und basierend auf christlicher Ethik sich für den Schutz der Basis, Ressourcenschutz, im Blick auf Betroffene von heute und künftige Generationen einzusetzen.

Gerade beim Thema Aluminium muß dafür aber Bewusstseinsbildung betrieben werden, weil die Auswirkungen unseres Handelns für uns unsichtbar tausende Kilometer entfernt ans Licht treten.  Diese Problematik wurde von Herrn Prof. Heinrich Wohlmeyer in einem Vortrag 1998 auf den Punkt gebracht: „Derzeit handeln wir deshalb zu vielen Teilen der Biosphäre so brutal, weil wir nicht mehr gebremst werden. Wir sehen nicht mehr, wie Natur stirbt. Und wenn wir hinkommen, sind die Toten weggeräumt."

Die ARGE SVA will allen Interessierten die Möglichkeit geben, informierte Entscheidungen zu treffen und damit ihrer Berufung als aktiver Christ nachzukommen. Mit Sr. Pia`s Worten ausgedrückt: “Wir brauchen neben dem spirituellen und caritativen Einsatz auch jenen, der die politischen und wirtschaftlichen Strukturen unter die Lupe nimmt und die Zusammenhänge zwischen der Zerstörung der Lebensräume und der Verelendung immer größerer Teile der Menschheit aufzeigt.“


Dieser Auftrag ist zentral für die ARGE Schöpfungsverantwortung.


 

Taifunkatastrophe auf den Philippinen


Globale Verantwortung aufgrund des Klimawandels

Der katastrophale Taifun "Haiyan", der am 08.11.2013 in den Philippinen unvorstellbare Zerstörungen verursacht hat,  zeigt die Folgen des Klimawandels und damit die Notwendigkeit einer Umstellung des herrschenden Lebensstils in den Industrienationen auf.


"Haiyan“, der wohl gewaltigste Taifun in der Geschichte der Philippinen, hat nach jüngsten Schätzungen zumindest 10.000 Todesopfer gefordert und Schäden in Milliardenhöhe verursacht.  P. Zieselsberger SVD, stellvertretender Leiter der ARGE, der auf den Philippinen ein vom Sturm schwer beeinträchtigtes Wiederbewaldungsprojekt leitet, blieb glücklicherweise unversehrt.


Der mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 314 km/h stärkste jemals gemessene Sturm ist nur ein Beispiel für die extremen Sturmereignisse mit katastrophalen Folgen der letzten Jahre. Die wahrnehmbare Zunahme in der Häufigkeit derartiger Ereignisse steht in einem engen Zusammenhang mit der vom Menschen verursachten Beeinflussung des Klimas. Einerseits nahm der Anteil der Meeresoberfläche, die zeitweise die für die Formierung von Taifunen maßgeblichen 26,5 Grad erreicht, um 20 % zu. Andererseits steigen durch das Abschmelzen der Gletscher die Meeresspiegel, wodurch niedrig liegende Küstenabschnitte zusätzlich gefährdet werden. Die gemessene Intensität und Häufigkeit der Sturmereignisse steigt sogar stärker als in den Modellen der Klimaforscher. In Ländern, die sich keine aufwendigen Gegenmaßnahmen leisten können, erhöht sich somit die Gefahr lebensbedrohender Sturmfluten aufgrund von Taifunen.


Die Katastrophe in den Philippinen zeigt auf, dass die Länder des Südens am stärksten unter den Folgen des hauptsächlich von den Industrieländern verursachten Klimawandels zu leiden haben. Eine Fortsetzung des derzeitigen Kurses läßt eine weitere Zunahme der Häufigkeit derartiger Naturkatastrophen erwarten. Die tausenden Todesopfer in den Philippinen führen uns daher die Notwendigkeit der Hinterfragung und Änderung des eigenen Lebensstiles vor Augen. Der christliche Aufruf zur Nächstenliebe beschränkt sich nicht auf die zweifellos außerordentliche österreichische Spendenbereitschaft, sondern betont auch die Verantwortung aller Christen, in ihre Lebensgestaltung die Bedürfnisse aller Mitmenschen mit einzubeziehen.

Hintergrundinformationen:

http://www.ipcc.ch/publications_and_data/ar4/wg2/en/ch19s19-3-6.html

http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0959378008000447

http://www.scinexx.de/dossier-detail-33-7.html

http://en.wikipedia.org/wiki/Huricane#Notable_tropical_cyclones

 

 


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  Arbeitsgemeinschaft Schöpfungsverantwortung | Peterskirche - Petersplatz 1, 1010 Wien
E-mail: office(at)argeschoepfung.at  | Tel: +43 660-76 000 08 | letzte Änderung: 09-11-2016