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Donnerstag, 20. Jan 2011

BEDENKENSWERTES ZUR PRÄIMPLATATIONSDIAGNOSTIK

 

BEDENKENSWERTES ZUR PRÄIMPLATATIONSDIAGNOSTIK

 

In Österreich scheint ein weitgehender (partei-)politischer Konsens zu bestehen, dass ein Gencheck an frühen menschlichen Embryonen, die Präimplantationsdiagnostik (PID), gesetzlich genehmigt werden soll. Was vordergründig als eine sinnvolle Sache, die auch aus humanitären Gründen gefordert wird, ausschaut, entpuppt sich beim genaueren Hinsehen als etwas eher Zweifelhaftes. Egal wie man die PID begründet und beschreibt, sie ist letztlich eine Selektion von Menschen, diesmal nach genetischen Kriterien und es stellt sich die Frage, ob wir das wirklich wollen.

Es ist kein Zufall, dass sich gerade die besonders Betroffenen, Behindertenverbände und Menschen mit Behinderung, im Allgemeinen klar gegen die PID aussprechen. Das Argument, dass es sich ja um einen sehr frühen Embryo handle, der da verworfen wird, wenn er genetisch nicht passt, stimmt nur vordergründig - tatsächlich geht es ja nicht (nur) um einen Embryo; was verhindert werden soll, ist letztlich ein Mensch, nachgeburtlich, mit einer bestimmten Behinderung.

 

Von der Praxis her gesehen ist es übrigens eine Illusion zu glauben, man könne die PID langfristig auf einige wenige schwere Fälle beschränken. Man lerne aus Großbritannien, wo die PID schon länger legal ist. Hieß es auch dort ursprünglich, eine PID solle nur für besonders schwere Fälle von Behinderung zugelassen sein, so wird sie inzwischen auch genehmigt, wenn Verdacht auf eines der Brustkrebsgene besteht, die das Risiko an Brustkrebs zu erkranken erhöhen. Und wenn da zur Begründung Gene erwähnt werden, die für frühen Alzheimer zuständig sein sollen, dann geht man von einem veralteten Genbegriff aus, der die Erkenntnisse über die Dynamik des Genoms und vor allem die der Forschungen auf dem Gebiet der Epigenetik ignoriert. Dann stellt sich natürlich die Frage, ob die PID nicht letztlich auch von dieser reduktionistischen und starren Sicht von Genen ausgeht.

Und vielleicht sollte man zuerst einmal diskutieren, ab wann wir einen menschlichen Embryo als schützenswert erachten!


Oskar Luger


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  Arbeitsgemeinschaft Schöpfungsverantwortung | Peterskirche - Petersplatz 1, 1010 Wien
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