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Samstag, 13. Feb 2010

Tödliche Blumengrüße zum Valentinstag

 

PRESSEAUSSENDUNG 

Tödliche Blumengrüße zum Valentinstag

Blumen aus fairer Produktion verhindern Gesundheitsrisiken für Arbeiter/Innen

 


Wien, 11. Februar 2010. Auch in diesem Jahr weisen die Menschenrechtsorganisation FIAN und die
Volkshilfe Österreich aus gegebenem Anlass auf die anhaltenden Verletzungen von Arbeitsrechten in der
Blumenproduktion hin. Vor dem diesjährigen Valentinstag ereignete sich auf einer ugandischen
Blumenfarm ein Pestizidunfall mit tödlichem Ausgang. Beim Mischen von Pestiziden wurde ein Arbeiter
der Firma Rosebud so schwer verletzt, dass er erblindete und 6 Wochen später starb. Der Betrieb hatte
dem Mann keine ausreichende Schutzkleidung zur Verfügung gestellt und ihn erst Stunden nach dem
Unfall ins Krankenhaus gebracht. Als die ArbeiterInnen desselben Betriebs daraufhin für bessere
Arbeitsbedingungen streikten, wurde der Streik von der Polizei gewaltsam beendet. 
 
„Das ist die Spitze des Eisbergs der Menschenrechtsverletzungen in der Blumenproduktion“, erläutert
Sophie Veßel, Koordinatorin der Kampagne „Fair Flowers“ von FIAN gegen die Fahrlässigkeit der Unter‐
nehmerInnen. „Wir beobachten in vielen Ländern, dass Betriebe sehr nachlässig mit dem Gesundheits‐
schutz ihrer Arbeiter und Arbeiterinnen umgehen. Meistens wird dies von den Regierungen hinge‐
nommen.“ Von den weltweit wichtigsten BlumenproduzentInnen haben nur Äthiopien, Südafrika und
Simbabwe die Konvention Nr. 155 der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) zum Gesundheitsschutz
am Arbeitsplatz ratifiziert. Weiterhin hat von den Blumen exportierenden Ländern nur Ecuador die IAO‐
Konvention Nr. 110 für PlantagenarbeiterInnen ratifiziert.
 
Der Unfall auf der ugandischen Farm Rosebud hatte sich bereits am 30. November 2009 ereignet. Aus
einem undichten Ventil waren dem betroffenen Arbeiter Pestizide ins Gesicht gespritzt. Er wurde erst
dreieinhalb Stunden später in das betriebseigene Krankenhaus gebracht. Trotz Verschlechterung seines
Zustandes stellte ihn die Firma erst Tage später und erneut Anfang Januar im städtischen Krankenhaus
vor. Am 7. Januar verstarb er. Da der Unfall nur ein Beispiel der schlechten Arbeitsbedingungen bei
Rosebud ist, forderte die Gewerkschaft das Management zu Verhandlungen auf. Aufgrund des unzureich‐
enden Ergebnisses trat die Belegschaft am 26. Januar in den Streik. Dieser wurde von der Polizei gewalt‐
sam beendet. Das Unternehmen hat sich nun zum ersten Mal zu Tarifverhandlungen bereit erklärt.
 
Berichte über unzureichenden Gesundheitsschutz erreichen FIAN auch aus anderen Ländern. Menschen‐
rechtsorganisationen und Gewerkschaften haben als Gegenstrategie den Internationalen Verhaltens‐
kodex für sozial‐ und umweltverträgliche Blumenproduktion entwickelt, der von Gütesiegeln wie dem
Flower Label Program (FLP) und Fairtrade umgesetzt wird. „„Wer zum Valentinstag Blumen nicht auf
Kosten der Arbeiterinnen verschenken will, sollte beim Kauf unbedingt auf seriöse Gütesiegel achten,
etwa FLP oder FAIRTRADE.“, empfiehlt Univ.Prof. Dr. Josef Weidenholzer, Präsident der Volkshilfe
Österreich.
 
Auch Nationalratspräsidentin Barbara Prammer unterstützt den Einsatz fairer Blumen. Wenige Tage vor
dem Valentinstag empfing sie zwei Gäste aus Simbabwe und eine Delegation von FIAN und der Volkshilfe
Österreich im Rahmen der Kampagne „Fair Flowers – Mit Blumen für Menschenrechte“. Emma
Mahlunge, die Direktorin der Kunzwana Women`s Association, und Spiwe Chigwande, die Arbeiterin
einer Blumenfarm, setzen sich für höhere Löhne, bessere Unterkünfte und eine durchgehende Schutz‐
kleidung der Angestellten ein.

 

Weitere Informationen:

www.fian.at (FLP‐HändlerInnenliste)  www.volkshilfe.at   www.flowers‐for‐human‐dignity.org

Rückfragehinweis:
Sophie Veßel, FIAN Österreich, Tel.: 01/2350 239, sophie.vessel@oneworld.at
Daniel Auer, Volkshilfe Österreich, Tel.: 01/402 62 09 25, daniel.auer@volkshilfe.at 

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E-mail: office(at)argeschoepfung.at  | Tel: +43 660-76 000 08 | letzte Änderung: 09-11-2016