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Freitag, 21. Aug 2009

Biodiversität und Welternährung – ein Widerspruch?

 

Symposium am Schöpfungstag mit Christine von Weizsäcker, Dr. Mathias Beck, Doz. Dr. Peter Weish, P. Georg Ziselsberger SVD

 

Schöpfungstag 2009. P. Weish

 

Bereits Jäger und Sammler, die nur einen geringen Anteil der natürlich vorhandenen Biomasse nutzten, leisteten Beiträge zum Artensterben. Mit der Entwicklung der Landwirtschaft seit rund 10.000 Jahren entstand mit der Umwandlung von Wald in Acker- und Weideland eine neue Dynamik der Naturverdrängung. Die Bevölkerungszunahme sowie die Industrialisierung der Landwirtschaft sind inzwischen zu einem Hauptfaktor des Artensterbens geworden. Ein Vergleich der Biomassen verdeutlicht die prekäre Situation: Die Biomasse der Menschen und ihrer Haus- und Nutztiere machen rund 96% der Biomasse aller Landwirbeltiere aus. Lebensraum und Lebensbedingungen wildlebender Arten nehmen dramatisch ab.

Aber auch die genetische Vielfalt unserer Nutzpflanzen und Nutztiere schwindet auf erschreckende Weise. Diese „genetische Erosion“ wird durch die Industrialisierung der Landwirtschaft und in jüngerer Zeit vor allem durch die so genannte Grüne Gentechnik beschleunigt. Diese Entwicklung ist insofern besorgniserregend, als mit der Erschöpfung und Verteuerung des Erdöls (Stichwort „Peak Oil“) in absehbarer Zeit die energieintensive industrielle Landwirtschaft in die Krise geraten wird.


Kleinräumige Produktionssysteme als Garant für Flächenproduktivität

Um eine zukunftssichere Lebensmittelversorgung der Menschheit sicherstellen zu können, ist eine „agrarische Wende“ notwendig. Eine Abkehr von riesigen Monokulturen mit ihrer Abhängigkeit von Erdöl, synthetischem Dünger und Pestiziden und energieintensiver Ferntransporten – hin zu lokal angepassten Agrarsystemen mit einer Vielfalt von Pflanzensorten und Nutztieren. Eine reiche Vielfalt kleinräumiger Produktionssysteme der Aqua- und Permakultur, der Land- und vor allem Gartenwirtschaft ermöglicht eine nachhaltige, hohe Flächenproduktivität. Die „ökologische“ Ausrichtung dieser Formen der Nahrungsproduktion beruht auf der Einsicht, dass der Mensch auf Dauer nicht erfolgreich gegen die Natur arbeiten kann, sondern nur mit und im Einklang mit ihr.


Die Restaurierung der Wälder – Aufgabe und Lebenschance

Eine zukunftsfähige Entwicklung erfordert eine Umkehr der zerstörerischen Trends, wie z.B.:

Von der Entwaldung zur Wiederbewaldung. In vielen Gegenden der Welt wird diese Entwicklung bereits modellhaft eingeleitet. Ein ehrgeiziges globales Projekt der Wiederbewaldung (wohlgemerkt: nicht Aufforstung!), wie wir es fordern, weist eine Vielzahl positiver Nebenwirkungen auf:

Lokale Bevölkerungen, die eine Restaurierung von Wäldern betreiben, beziehen daraus ein Einkommen, das ihnen ein Leben ohne bittere Armut ermöglicht und sie nicht zur Abwanderung zwingt. Der Wasserhaushalt und damit die Trinkwasserversorgung werden verbessert. Das Artensterben wird eingebremst. Der nachwachsende Wald bindet riesige Mengen an CO2 und wirkt damit einem Klimawandel entgegen. Die Wiederbewaldung wirkt auf zweierlei Weise friedenssichernd: Erstens wird Konfliktpotential reduziert und zweitens das militärische Potential verringert, denn die Mittel für die Wiederbewaldung stammen idealerweise aus einer Umlenkung von Militärausgaben.

Eine ökologische Wende in der Lebensmittelproduktion erlaubt nicht nur eine Vielfalt lokaler Kulturformen und Ernährungsautonomie sondern auch eine neue Harmonie zwischen Natur und Kultur. 


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  Arbeitsgemeinschaft Schöpfungsverantwortung | Peterskirche - Petersplatz 1, 1010 Wien
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