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Samstag, 28. Mär 2009

Stunde der Erde - Aktion „Licht aus“

 

Es soll ganz dunkel werden in den Dörfern und Städten der Welt.
Wann? Heute!



Alle Leute sollen heute am 28. März ab 20.30 Uhr eine Stunde lang das Licht ausschalten. Dazu hat gestern der Chef der Vereinten Nationen - kurz UN - aufgerufen. Auch Behörden und Unternehmen sollen mitmachen. Die Aktion ist als eine Art Demonstration von Millionen von Menschen für den Klimaschutz gedacht. Die Leute gehen dabei aber nicht zusammen auf die Straße, sondern machen gleichzeitig überall auf der Welt das Licht aus.

Der Name der Aktion lautet: "Earth Hour" - aus dem Englischen übersetzt: Stunde der Erde. Die Idee dazu hatte die Umweltgruppe WWF. Die UN unterstützen die Aktion. Jeder Mensch, der dann das Licht ausschalte, teile so mit: "Ich möchte, dass mehr gegen den Klimawandel getan wird." Denn die Erde erwärmt sich. Und dafür ist heute auch der hohe Verbrauch von Energie mitverantwortlich: Bei der Verbrennung etwa von Öl oder Kohle zum Strom-Machen entstehen nämlich Gase, die dem Klima schaden.

Die Aktion findet einen Tag vor einem Treffen von Politikern in Bonn statt. Dort soll über einen neuen Vertrag von Staaten zum Klimaschutz diskutiert werden. Einen endgültigen Beschluss dazu dürfte es aber erst in vielen Monaten geben - im Dezember.

In Deutschland hat zum Beispiel die Stadt Hamburg angekündigt, viele Lichter an Wahrzeichen und Gebäuden auszuschalten. Auch viele andere Städte weltweit haben zugesagt, bei der Aktion mitzumachen - zum Beispiel New York oder Peking.

20.03.2009 | Quelle: Medienhaus Bauer

 

Australien 2007

Der WWF-Australien startete 2007 eine Umweltschutzkampagne mit dem Ziel, die CO2-Emissionen in der größten australischen Stadt Sydney innerhalb von 12 Monaten um 5 % zu reduzieren. Den Beginn der Aktion bildete die symbolische “Erdstunde” (Earth Hour): Am 31. März 2007 sollte durch das symbolische Ausschalten der Beleuchtung zwischen 19:30 Uhr und 20:30 Uhr Ortszeit auf die Energieverschwendung durch unnötige Beleuchtung und anderen Stromverbrauch und das Einsparpotential hingewiesen werden. In Zusammenarbeit mit Fairfax Media (The Sydney Morning Herald) wurde das Ereignis im Vorfeld bekannt gemacht und organisiert. Geschäfte und Unternehmen hatten die Möglichkeit, sich für die Aktion registrieren und sich auf einer Webseite eintragen zu lassen. Die Registrierung von Privatleuten wurde mit einem Gewinnspiel verbunden.

Unterstützt wurde die Aktion auch von der Stadtverwaltung der City of Sydney. Während der Earth Hour wurden die Beleuchtung der Stadtwahrzeichen Sydney Harbour Bridge und Opera House sowie zum ersten Mal seit Inbetriebnahme 1974 die bekannte Coca-Cola-Leuchtreklame im Stadtviertel Kings Cross abgeschaltet. Die meisten öffentlichen Gebäude verzichteten auf ihre Außenbeleuchtung, während Straßenlichter und andere für den geregelten Ablauf des öffentlichen Lebens unverzichtbare Lichter anblieben. Auch bei kulturellen und sportlichen Veranstaltungen gab es meist keine Einschränkungen. Viele Geschäfte und Unternehmen verzichteten auf ihre Nachtreklame und Gebäudelichter. Restaurants servierten Essen bei Kerzenschein. Daneben fanden zahlreiche Veranstaltungen statt, die das Thema in verschiedenster Weise aufnahmen. Einen besonderen Schwerpunkt bildete dabei auch die Einbeziehung der Schulen der Stadt.

Wegen des hohen organisatorischen Aufwands wurde die australische Earth Hour 2007 nur in der Vier-Millionen-Stadt Sydney durchgeführt. Neben der Innenstadt (Central Business District) fand die Aktion auch in Außenbezirken und Vorstädten statt. Australienweit fand die Aktion große Beachtung und auch in den Medien weltweit wurde über die Earth Hour berichtet. Über eine landesweite Wiederholung im Jahr 2008 wurde von der WWF spekuliert.

 

Hintergrund

Australien ist eines der Länder mit dem größten Pro-Kopf-Ausstoß an CO2 und hat das Kyoto-Protokoll bis zur 13. Klimakonferenz auf Bali nicht unterzeichnet.[1] Nach einer langanhaltenden Trockenperiode ab 2003 und den resultierenden Einschränkungen durch Wasserknappheit rückte die Klimaerwärmung ins öffentliche Bewusstsein und wurde zu einem wichtigen Thema im Wahlkampf für die Parlamentswahlen 2007. Auch sorgten mehrere wissenschaftliche Prognosen über Ausmaß und Folgen des Klimawandels (z. B. von der UN, siehe Vierter Sachstandsbericht des IPCC) für verstärktes Interesse national und weltweit.

 

Weitere Aktionen weltweit

Die ersten, die diese Aktion aufgriffen, waren die Engländer. Am 21. Juni 2007, dem längsten Tag des Jahres, wurden unter dem Motto “Lights Out London” in der englischen Hauptstadt zahlreiche Lichter zwischen 21:00 und 22:00 Uhr ausgeschaltet, unter anderem auch zum ersten Mal seit 68 Jahren die berühmte Leuchtreklame am Piccadilly Circus. Am 20. Oktober folgte die kalifornische Stadt San Francisco, ebenfalls unter dem Motto “Lights Out”. Weitere US-amerikanische Großstädte wie New York, Los Angeles und Las Vegas sollen im Frühjahr 2008 folgen.

 

Aktion „Licht aus“ im deutschsprachigen Raum

In Deutschland, Österreich und der Schweiz wurde eine Aktion unter dem Titel “Licht aus! Für unser Klima.” am 8. Dezember 2007 durchgeführt. Sie wurde gleichzeitig zum Weltklimagipfel 2007 angesetzt und war die erste länderübergreifende Initiative. Unter anderem wurde am Kölner Dom, am Schloss Neuschwanstein, beim Brandenburger Tor und in der Frankfurter Zeil das Licht ausgeschaltet. Allerdings war diese Aktion auf fünf Minuten (20:00 bis 20:05 Uhr) begrenzt. Aus der Forschung und der Wirtschaft gab es Bedenken, dass eine zu große Beteiligung an der Aktion zu Abschaltungen im Stromnetz und damit zu einem großflächigen Stromausfall führen könnte.[2] Entwarnung gab es hinterher von den Stromnetzbetreibern, die Stromversorgung und Netzfrequenz blieb weiterhin auf einem stabilen Niveau und Stromausfälle hatte es auch keine gegeben.[3]


Die von Medienkonzernen wie die Bild, Google und ProSieben aber auch von BUND, Greenpeace und WWF unterstützte Aktion war auch in der Umweltschutzbewegung aufgrund ihrer reinen Symbolwirkung umstritten. Eine Initiative von taz, attac, NABU, Robin Wood, Grüne Liga und anderen rief zu „Licht an – aber richtig“ auf. Sie fordert, dass stattdessen unter anderem auf Energiesparlampen und Ökostrom gesetzt werden solle. Eine Berechnung des Öko-Institutes im Auftrag der taz ergab, dass falls 50 Prozent der deutschen Haushalte für fünf Minuten das Licht ausschalten, deutschlandweit etwa 343 Tonnen CO2 eingespart werden. Falls aber 50 Prozent der Haushalte Glühbirnen gegen Energiesparlampen tauschten, in einem Jahr 2,5 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden, also 7.000 mal so viel.[4]

In Deutschland und allen angrenzenden Länder fand am 29. März 2008 von 20:00 bis 21:00 Uhr die “Earth Hour 2008” als Folgeaktion vom Vorjahr statt. Am 28. März 2009 von 20:30 bis 21:30 wird die Aktion “Licht aus” für das Jahr 2009 durchgeführt.

 

Einzelnachweise
1.   http://www.suche.stern.de/politik/ausland/:Weltklimakonferenz--AustralienKyoto-Protokoll/604234.html USA sagen Mitarbeit zu 7. Dezember 2007
2.    Die Welt: Aktion „Licht aus“ kann Stromnetz lahmlegen, 6. Dezember 2007
3.    heise-online: “Licht aus!” ohne Stromchaos
4.    Telepolis: Blackout als Folge der Aktion “Licht aus” am Samstag?


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