ARGE Schöpfungsverantwortung

 

Bernd LÖTSCH: KLIMAKONTROVERSEN

(Aktuelle Nachreichung zum Skript Humanökologie I) Nov. 2017


Die Klimaleugner sind verstummt. Den Trend kann heute keiner mehr bestreiten – doch konnten anfänglich selbst extremste Einzelereignisse keinen Klimawandel beweisen – denn Klima ist langfristiger Wetterdurchschnitt und seriös nur statistisch erfaßbar. So ließ sich anhand von Extremereignissen ("tropisch" anmutende Starkregen, Wirbelstürme, Hitzewellen, Dürren, Springfluten etc.) lange Zeit über das Klima trefflich streiten bzw. abstreiten – denn irgendwann mag etwas solcher Art im lokalen Wetter schon einmal vorgekommen sein . . .

Doch jenseits aller Statistik hatten sich die umstrittenen Überwärmungen unaufhaltsam selbst zum Gletscherschwund aufsummiert, das "Ewige Eis" war nicht mehr "ewig", sondern begann weltweit zu schmelzen, von der legendären Schneekappe des Kilimanjaro bis zu den Eispanzern auf Alpen, Anden und Himalaya-Massiv.(Allein Österreich musste rund zwei Dutzend Gletscher von der Karte streichen). Aus Grönlands Eis stürzen Wasserfälle von Schmelzwasser ins Meer, das Schwimmeis des Nordpols verlor in drei Jahrzehnten 30 % seiner Dicke.
Besonders beunruhigend ist die "Permafrost"- Schmelze in der Tiefe der arktischen und hochalpinen Böden: erstens, weil dadurch ganze Steilhänge abrutschen, die nur durch die fest gefrorenen Böden auf dem Felsgrund hielten und nun ganze Täler verschütten, und zweitens, weil in der Tiefe der Erde oft fossile Pflanzenmassen aus wärmeren Erdperioden schlummern, konserviert wie in vieltausendjährigen Kühlketten, die nun – wie Tiefkühlge-müse bei Stromausfall – vergären und dabei reichlich als Gärgase CO2 u. Methan (CH4) ausgasen, letzteres 30mal Treibhaus-wirksamer und damit klimaschädlicher ist als CO2.
Ähnliche Sorgen bereitet die Meereserwärmung, weil das wärmere Wasser weniger CO2 aus der Luft in die Ozeane hineinlösen kann, ja ab einem bestimmten Punkt sogar mehr ausgasen würde, und dazu u. U. auch noch CH4 aus den Tiefen mobilisiert!
Die Klimaleugner sind also verstummt.
In letzten Rückzugsgefechten der Öl- und Kohle-Lobbies und halbgebildeter Politsprecher leugnen sie nun die Verursachung durch den Menschen!
Auch hier beruft man sich zunächst auf die Wissenschaft: Schließlich gab es in der Erdgeschichte dramatische Klimawandel zwischen Eiszeiten und tropischen Warmperioden – ja sogar in den viel kürzeren historischen Abschnitten  menschlicher Überlieferung gab es relative Warm-, aber auch Kaltzeiten.

Ein Erklärungsmodell für Erderwärmung ohne Schuld der Zivilisation suchte die Ursache in wechselnden Sonnenflecken-Aktivitäten:
Erhöhte Sonnenfleckenhäufigkeit bedeutet für die Erde mehr Einstrahlung, mehr sogenannte "Sonnenwinde" (elektrisch geladene Teilchenfluten), die dank des Magnetfelds unseres Planeten um die Erde herum abgelenkt werden, aber dennoch Wirkungen haben. Tatsächlich ergab sich eine "recht gute" Korrelation zwischen den ermittelten Sonnenaktivitäten und den schwankenden Erdtemperaturen – allerdings nur als ein Beitrag – aber immerhin rechtfertigte dies die Vermutung einer Korrelation.
Nun läuft aber in den letzten 20–30 Jahren  die Erderwärmung den Sonnenaktivitätsmustern völlig davon, zeigt sich eine weitgehende Entkoppelung der STARKEN Temperaturanstiege von der Sonnenaktivität.
Generell stellt man heute fest: Die seit dem 17. Jhdt. (ab 1610, Verfügbarkeit astro-nomischer Fernrohre) beobachtbare Sonnenfleckenhäufigkeit und die Temperatur-Meßreihen ergaben: Es hätte eine 5x stärkere Sonneneruptions-Aktivität erfordert, um die beobachtete Erwärmung der letzten 30 Jahre mit Sonnenflecken erklären zu können.

Gibt es andere astronomische Faktoren zur Erklärung des erdgeschichtlichen Klimawandels?
Antwort Ja ! – aber über viel längere Zeiten – die sogenannten Milanković-Zyklen. Sie gehören heute zum unverzichtbaren BILDUNGSGUT, da die UNKENNTNIS dieser Fakten von Wirtschaftslobbyisten und Politikern missbraucht wird, um die Öffentlichkeit über heutige Ursachen des aktuellen Klimawandels und die dringende Notwendigkeit internationalen Handelns hinwegzutäuschen. Die enormen Klimaschwankungen der vergangenen Jahrhunderttausende, die tatsächlich astronomisch (und fallweise geo-logisch, z. B. Vulkanismusserien) erklärt werden können, dürfen den Blick auf die Dramatik der Gegenwart und nahen Zukunft nicht verstellen.

ASTRONOMIE ?
Tatsächlich war die Sonneneistrahlung aus dem All auf die Erde (heute als
"Solarkonstante" bezeichnet) im Lauf der Erdgeschichte keineswegs konstant und lagen die Ursachen in – geringen – Schwankungen beim Erdumlauf um unser Zentralgestirn.
1) Excentrizität (eccentricity) – d. h. kleine Abweichungen von der "fast Kreisbahn" bis zur "milden Ellipse".
2) Schieflage der Erdachse zur Umlaufbahn (obliquity) d. h. eigentlich Neigung der Achse als gedachte Linie zwischen Nord- und Südpol.
3) Präzession (precession), ein "Taumeln" der Erdachse – denn sie ist ja zugleich eine Rotationsachse wie die eines Kreisels. Die Präzession trägt ebenfalls zur Schwankung der Einstrahlintensität auf der Erdoberfläche bei, nämlich in Zeitzyklen von 19-, 22-, 24-tausend Jahren.

Die geniale Leistung des serbischen Mathematikers u. Astronomen Milutin MILANKOVIĆ war nun, aus den Überlagerungen dieser Bewegungszyklen unseres Planeten die jeweilig sich ergebenden Einstrahlungsintensitäten von der Sonne zu errechnen – und siehe da, diese langperiodischen Schwankungen der Solarkonstante stimmten weitgehend mit den Warm- und Kaltzeiten überein, welche die Paläontologen aus Fossilienfunden (auch aus Mikroanalysen von div. Gaseinschlüssen) unabhängig davon erschlossen hatten.

Facit: Ebenso wie die Ermittlungen der Sonnenfleckenaktivitäten haben auch diese paläo-klimatologischen Untersuchungen gezeigt, daß es KEINE so raschen naturgegebenen (das heißt außermenschlichen) Faktoren gibt, welche als Verursachung des momentan raschen Global Warming samt Häufung extremer Wetterereignisse der letzten drei Jahrzehnte in Frage kommen. Astronomisch läge die Menschheit derzeit sogar in einer ausgeglichenen, langfristig weitgehend stabilen Phase ihres Planeten.
Klima-Anomalien müssen fast ausschließlich auf die steigende Anreicherung kosmischer Energie in der Gashülle unseres Planeten durch den atmosphärischen Treibhaus-Effekt zurückgeführt werden.


Allein schon der Begriff "GLOBAL WARMING" verharmlost die Konsequenzen: Der globale Klima-Wandel ist nicht bloß ein allmähliches "Global WARMING": Diese energetische Überladung der Atmosphäre durch steigende Infrarot-Absorption in Wasserdampf, CO2, Methan, NOx u. a. m führt auch zu steigender Verdunstung und Dampfbildung mit Dürren und Überschwemmungen sowie zu Druckdifferenzen mit stürmischen Ausgleichsbewegungen in den unteren Luftschichten (zugleich "Wetterküche" der Biosphäre). Dabei können die heftigen Turbulenzen auch "Polarluftfetzen" in gemäßigte Klimazonen reißen und überraschende Abkühlungen mit kurzzeitigen Frösten verursachen. Häufig ändern sich die langjährigen Niederschlagsmuster in Raum und Zeit.

Gerade die entscheiden über Erfolg oder Fehlschlag der Aussaat - selbst bei sonst über's Jahr gleich hohen Niederschlagsmengen,machten so den Unterschied zwischen Hungers- not oder Rekordernte z.B. im Indischen Staat Kanataka im Vergleich zweierJahre.

Im Unterschied zu Klima-Änderungen in historischer Zeit, die nach derzeitigem  Wissen NICHT menschengemacht sein konnten, sondern astronomisch (und geologisch) bedingt waren, trifft der erstmals anthropogen verursachte Klimawandel in unvergleichbar hoher Geschwindigkeit eine mit 7 Milliarden Menschen und ihren bereits 1,4 Milliarden Rindern sowie noch mehr Milliarden Tonnen jährlich emittiertem technischem CO2 überlastete Biosphäre, deren Regenerationskraft durch Übernutzung, Verlust bioproduktiver Flächen und Biodiversitätsschwund bereits deutlich beeinträchtigt ist. Verschärft wird dies durch selbstverstärkend anschwellende Rückkoppelungen (vicious cycles) z. B.:

  • Schwindende Eis- und Schneeflächen verringern die Rückspiegelung von Sonnenstrahlung ins All. Stattdessen werden die nun vermehrten dunklen Flächen zu globalen Wärmekollektoren – bis hin zur Meererwärmung nach Verlust von Schwimm-Eis.

  • Permafrostschmelze führt zu Gärungen fossiler Pflanzenmasse im Boden und damit zur Ausgasung von CO2 und MethanCH4.Man rechnet pro 18% Steigerung allein des CO2 mit einer Durchschnitts-Temperatur-Erhöhung um 0,5 Grad C.

  • Meereserwärmung verringert die Gaslöslichkeit und damit die Aufnahme von CO2, führt u. U. sogar zu CO2-Ausgasung, möglicherweise  ab einem bestimmten Grad auch zur Freisetzung von Methan aus den Meerestiefen.

  • Erwärmung führt zu Korallenbleiche und damit zu geringerer CO2-Bindung in den symbiont. Algen. Mehr CO2 säuert das Meer an und beeinträchtigt die Bildung von Kalkschalen – bedeutet also verringerte CO2-Bindung durch Seeorganismen . In der bisherigen Erdgeschichte haben Korallenstöcke und Kalkschalen gebirgsbild-ende Sedimente angehäuft und konnten dabei der Atmosphäre CO2 entziehen.

  • Wachsende Agrarflächen setzen bei reichlicher Stickstoffdüngung, besonders in warmfeuchtem Klima steigende Mengen von Stickoxiden frei, dabei vermehrt N2O, welches – in die Hochatmosphäre gelangend – als Ozonkiller wirkt.


Generell: Fossiler Kohlenstoff in Kohle, Erdöl und Gas, den zu akkumulieren die Biosphäre Jahrmillionen pflanzlicher Photosynthese gebraucht hat, wird – in einem weltumspannenden Feuerwerk sondergleichen – innerhalb weniger Jahrzehnte in die Luft gejagt, überlastet den Kohlenstoffkreislauf, überwärmt die Atmosphäre samt den Weltmeeren und schafft die Verelendung heranwachsender Generationen in zunehmend unfruchtbar und unbewohnbar werdenden Regionen der Erde.

Die Naturkatastrophe heißt diesmal Mensch und die Epoche, die nun auf das vergehende Holozän folgt, geht unter der Bezeichnung "Anthropozän" in die Erdgeschichte ein. Ihr weiterer Verlauf wird spannend, das Ergebnis ist offen . .  .