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Tierethik

Über den Umgang mit Tieren

 

Achtsamkeit ist eine Grundbedingung von Ethik. Achtsamkeit ist genaues Hinsehen und Hinhören, ist die konzentrierte Wahrnehmung dessen, was ist und was man tut. Achtsamkeit ist gerade auch im Hinblick auf jene moralischen Ansichten und praktischen Verhaltensweisen nötig, die als kulturell selbstverständlich betrachtet und darum als Gegenstand ethischer Reflexion häufig übersehen werden. Achtsam zu sein bedeutet, sich dem Schönen und Guten zu öffnen, es wahrzunehmen, wertzuschätzen und sich daran zu freuen. Achtsamkeit beinhaltet allerdings auch die sensible, genaue Wahrnehmung eigenen und fremden Leids.

Die Beziehungsgeschichte zwischen Menschen und Tieren ist uralt und intensiv, doch vor allem für das Tier leidvoll und existenzbedrohend. Sie ist von einer massiven Versklavung und Ausbeutung des Tieres durch den Menschen als Zug- und Lasttier sowie als Nahrungslieferant gekennzeichnet. Noch in der frühen Neuzeit war das Tier nicht als fühlendes Lebewesen geachtet. Erst mit der Zeit der Aufklärung wurde die Schutzwürdigkeit der Tiere gesellschaftlich thematisiert. So trat der englische Aufklärungsphilosoph Jeremy Bentham (1748 – 1832) erstmals für den Schutz des Tieres wegen dessen Leidensfähigkeit ein. In den letzten Jahren räumten Gesetzgeber ein, Tiere rechtlich nicht mehr als Sachen zu werten.

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