ARGE Schöpfungsverantwortung

Positive Signale aus Rom

Der Vatikan übernimmt Schöpfungsverantwortung

Es gibt sehr erfreuliche Nachrichten aus dem Vatikan, was Umweltschutz und unsere Verantwortung gegenüber der Schöpfung betrifft. Während Papst Franziskus emsig an einer Umwelt-Enzyklika schreibt, ging Anfang Mai eine recht außergewöhnliche Konferenz in den Vatikanischen Gärten zu Ende.

Als Reaktion auf den gescheiterten Klimagipfel in Rio de Janeiro 2012 wurde eine Arbeitsgruppe bestehend aus 40 Wissenschaftern einberufen. Angehörige der Päpstlichen Akademie für Wissenschaften und Sozialwissenschaften diskutierten die Themen Nachhaltigkeit, Umwelt, Ernährung und Energie. Die Konferenz wurde bereits unter Benedikt XVI einberufen, erhielt aber durch das Pontifikat von Franziskus neuen Schwung.

 

Klimawandel geht vom Menschen aus!

Ganz besonders wichtig ist das Bekenntnis des Vatikans zum Klimawandel. Bischof Marcelo Sanchez Sorondo drückt dies gegenüber Radio Vatikan folgendermaßen aus: „Es gibt einen Klimawandel, der vom Menschen ausgeht. Das ist eine Sache, die viele nicht akzeptieren wollen. Deshalb hat die Akademie die mit diesem Klimawandel zusammenhängenden Probleme zunächst untersucht, und zwar mit einem herausragenden Team, zu dem drei Nobelpreisträger gehören: Crutzen, ;Molina und Ramanathan. Und ihren Positionen haben sich nach und nach die Physiker, Biologen und endlich die Wirtschaftswissenschafter angeschlossen. (…) Das ernsthafte Problem ist, dass 3 Milliarden Menschen, praktisch die Hälfte der Weltbevölkerung, die Auswirkungen des Klimawandels zu spüren bekommen, und zwar jene Menschen, die kein Erdöl haben. Die Ärmsten der Welt haben keine Mittel, sich zu verteidigen.“

Foto: Wikipedia - public domain

Gesamte Menschheit betroffen

Roland Minnerath, Erzbischof von Dijon, sagt im Gespräch mit Radio Vatikan: „Wir wissen alle, dass wir in großer Gefahr sind mit der Umwelt. (…) Für mich ist der Schwerpunkt die Beziehung der Menschheit zur Natur. Wir stehen vor einem Punkt, wo die gesamte Menschheit getroffen ist, besonders die ärmsten, die unter der Verschmutzung der Umwelt am meisten leiden. Welches Bewusstsein können wir erwecken in der Menschheit heute, damit jeder sich beteiligt an der Bekämpfung dieser Unordnung und Verschmutzung? Und damit wir eine Natur, eine Schöpfung weiter geben wie der Schöpfer sie für uns wollte. Da liegt eine große Herausforderung im ethischen Sinn. (…) Alle Probleme sind besprochen worden, die Polarregionen, die Küste, die Megacities, Meerverschmutzung, das Problem der CO2-Verschmutzung, an der jährlich 600.000 Menschen sterben. Die Probleme stehen bereit, die Lösungen müssen vermittelt werden durch Politik und Gesellschaft.“

Diese Worte aus dem Vatikan können nicht hoch genug angerechnet werden. Mit Spannung erwarten wir die Umwelt-Enzyklika von Papst Franziskus, die in den nächsten Wochen fertiggestellt werden sollte.