ARGE Schöpfungsverantwortung

Immer neue Gifte in der Gentechnik-Landwirtschaft

Die beiden häufigsten Anwendungen der Gentechnik in der Landwirtschaft sind die Herbizidresistenz und die Insektenresistenz. KritikerInnen war von Anfang an klar, dass der Einbau von Unempfindlichkeit gegenüber einem Herbizid zur Vermehrten Anwendung des Giftes und zur resistenten Wildkräutern, die dann besonders schwer zu bekämpfen sein werden, führen wird.

Tatsächlich hat entgegen den Vorgaukelungen der Chemiemultis der Einsatz von Roundup permanent zugenommen. Es brauchte erst immer mehr des Herbizids und dann wurde es zunehmend wirkungslos. Bereits im Jahr 2000 traten in den USA und Brasilien roundupresistente Unkräuter auf. Inzwischen sind sie in vielen Gegenden zu einem gravierenden Problem der Landwirte geworden.

Die Chemie- und Saatgutindustrie reagiert darauf auf ihre Weise. Nun kommen alte, besonders giftige Herbizide zum Einsatz. Der Chemiekonzern Dow hat einen Antrag auf Zulassung von gentechnisch verändertem Mais und auf Soja gestellt, die beide gegen das schwer giftige Herbizid 2,4-D resistent sind. 2,4-D war Bestandteil des berüchtigten Agent Orange, das die US-Armee zur Entlaubung des Regenwaldes und zum Vernichten von Ernten im Vietnamkrieg eingesetzt hat. 2,4-D ist nicht nur an sich eine sehr giftige Chemikalie, sie ist auch produktionsbedingt mit dem Ultragift Dioxin verunreinigt.

Foto: BOKU

Die US-amerikanische Umweltbehörde EPA hat anklingen lassen, dass sie diesen gv-Pflanzen zu Zulassung erteilen wird. Diese Pflanzen sollen übrigens mit 2,4-D und Glyphosat (der Wirkstoff in Roundup) gleichzeitig behandelt werden!

Wird die Zulassung tatsächlich erteilt, dann wird der Einsatz dieses besonders giftigen Herbizids stark zunehmen – längerfristig nicht nur in den USA, sondern davon ausgehend auch in den anderen gv Pflanzen anbauenden Ländern. Die zu uns importierten, und an die Tiere verfütterten gentechnisch manipulierten Pflanzen, werden dann nicht nur mit Rpundup sondern auch mit 2,4-D kontaminiert sein. Und die Menschen in den Anbaugebieten von Gentechpflanzen werden mit beiden Giften belastet. Deren Gesundheitsgefahren und die ökologischen Folgen sind nicht absehbar.

Dow hat übrigens lange Erfahrung mit 2,4-D. Es war einer der Lieferanten von Agent Orange im Vietnamkrieg.

Oskar Luger