ARGE Schöpfungsverantwortung

Eine Ökopionierin im Portrait

Frau Maria Karl

Sie gilt als Pionierin im Anbau und der Verarbeitung von Soja in Österreich nach dem 2. Weltkrieg. Seit Jahrzehnten beschäftigt sich Frau Maria Karl mit der Verwendung dieser Proteinquelle als Nahrungsmittel und konnte dabei wertvolles Wissen sammeln. Stets hat sie versucht dieses Know-How an andere Menschen weiterzugeben.

Soja sei eine Weltwirtschaftspflanze, sagt sie. Einerseits weil immer mehr Menschen diese Pflanze in ihren Ernährungsplan aufnehmen. Andererseits, weil leider nach wie vor große Regenwaldflächen für deren Anbau gerodet werden und mit der Pflanze gentechnischer Schindluder getrieben wird.

Frau Maria Karl stammt aus Gleisdorf in der Steiermark. Als sie und ihre Familie begannen, sich vegetarisch zu ernähren, erkannte Frau Karl die Vorzüge von Soja als Fleischersatz. Sie experimentierte mit der Pflanze und mit Sojaprodukten, um sich und ihre Familie selbst zu versorgen. Vierzehn Jahre als Biobäuerin auf einer gepachteten Landwirtschaft in der Weststeiermark brachte ihr die notwendige Erfahrung, diese Pionierarbeit auf sich zu nehmen. Soja wurde damals durch Frau Karl erstmals in Österreich seit dem 2. Weltkrieg kultiviert. Ihre Beweggründe waren Unabhängigkeit, Selbstversorgung, Klima und Umweltschutz. All diesen Motiven wurde die Pflanze gerecht.

Foto: Wikipedia - public domain

 

Erwachsenenbildung über Österreich hinaus

Um ihr Wissen weiterzugeben, war Frau Karl 25 Jahre lang in der Erwachsenenbildung tätig und hielt Vorträge und Seminare an Schulen, Bauernhöfen und Bildungshäusern ab und engagierte sich auch in den Ländern Ex-Jugoslawiens nach dem Krieg. Schließlich konnte mit Unterstützung der Gemeinde Weiz eine Sojakochschule gegründet werden. Die Teilnehmer dieser Schule kamen aus allen Bundesländern und viele betreiben heute selbst Kochkurse, um das Wissen der Kultivierung und Verwendung von Soja zu verbreiten. Die Sojakochschule von Frau Karl wird heute nicht mehr betrieben, dennoch ist sie engagiert wie eh und je, ihre Erfahrungen weiterzugeben.

Doch woher kommt die Faszination für Soja?

Als Nahrungsmittel ist diese Pflanze ein wichtiger Lieferant von nicht-tierischem, aber vollwertigem Protein. Es enthält wichtige Spurenelemente wie Magnesium, Kalzium, Kalium, Eisen oder Folsäure. Enthalten sind auch sogenannte Phytoöstrogene, die gegen Brustkrebs schützen dürften. Dort, wo Soja als Nahrungsmittel stark verbreitet ist (z.B. Ostasien) gibt es auch signifikant weniger Brustkrebsfälle. Substanzen mit antioxidativer Wirkung verzögern weiters Alterungsprozesse. Sojaprodukte sind zudem eine hervorragende Alternative bei Milchunverträglichkeit, hohem Cholesterinspiegel oder eben als Fleischersatz.

Frau Karl ist auch überzeugt, dass ein verstärkter Anbau der Sojabohne in Österreich sowohl die Abhängigkeit von Futtermittelimporten verringern als auch der Umwelt gut tun würde: „Gerade in Gebieten, wo Mais für die Schweinezucht angebaut wird, würde Soja sehr gut wachsen. Die negativen Folgen einer oft jahrzehntelangen Maismonokultur mit Wasserverseuchung, Humusschwund und fehlender Fruchtfolge könnten so vermieden werden.“

Foto: BOKU

Persönlichen Kontakt hat die ARGE SVA mit Frau Karl seit einer Großdemonstration gegen Gentechnik in Wien vor einigen Jahren. Es folgten Besuche in Gleisdorf. Wir pflegen seither regelmäßigen Kontakt. Besonders ihr Engagement mit dem Projekt der Sojakochschule Weiz hat uns sehr beeindruckt. Diese Kochschule hatte das Ziel, allen Interessierten die vielfältigen Möglichkeiten der Verwendung der Sojabohne zugänglich zu machen. Jeder Teilnehmer hat dabei die Herstellung von Sojamilch und die Weiterverarbeitung zu Tofu und Aufstrichen erlernt. Durch die Zubereitung von pikanten und süßen Köstlichkeiten aus der Sojabohne wurde praktisches Know-How vermittelt. Bei der anschließenden Verkostung wurden die Teilnehmer über gesundheitliche, ökonomische und ökologische Vorteile der Sojabohne informiert.

Wissensvermittlung über die Kochkurse hinaus - Das Sojakochbuch

Da diese Kochkurse leider nicht mehr angeboten werden können, hat Frau Karl all ihr Wissen in einem Buch festgehalten. Darin gibt sie einen ganzen Leitfaden für die Nutzung von Soja als Nahrungsmittel. Vom Anbau, über die Verarbeitung und die Herstellung von eigener Sojamilch, Topfen oder Tofu soll dem Leser das Wissen zur eigenen Nutzung näher gebracht werden. Daneben gibt es eine Vielzahl an Kochrezepten, wie Suppen, Hauptgerichte oder Nachspeisen. Darunter finden sich auch Klassiker wie Apfelstrudel, Palatschinken oder Pizza.

Selbst bezeichnet sie dieses Werk als „Umwelt- und Klimaschutzkochbuch“. Durch den Anbau von gentechnikfreien, heimischen Sojabohnen und den Ersatz von Fleisch soll unsere Schöpfung geschont und unsere Gesundheit gestärkt werden.

Versuchen Sie sich selbst als Sojakoch und tun Sie sich selbst etwas Gutes für Ihre Gesundheit und unsere Umwelt! Die ersten 5 Exemplare des Kochbuches vergeben wir kostenlos.

Anfragen bitte an: office@argeschoepfung.at