ARGE Schöpfungsverantwortung

Ethische Prüfkriterien,

die grundsätzlich vor jeder Einführung einer neuen Technologie anzuwenden sind:

1. Fundierungskriterium:
Schutz der Basis hat Vorrang vor jenen Dingen, die erst darauf aufbauen - "primum vivere, deinde philosophari"

2. Vorsorgekriterium (Rio-Deklaration):
Befriedigung der Bedürfnisse, ohne dabei die Möglichkeit künftiger Generationen einzuschränken, dasselbe zu tun.

3. Verursacherkriterium:
Globales Handeln erfordert globale Verantwortungsträger. Wer und wo sind diese im Bereich der Technik? Wer übernimmt die Verantwortung bei schädlichen Auswirkungn? (Solange diese Fragen ungelöst sind, ist im Zweifelsfall für den Schwächeren einzutreten.)

4. Reversibilitätskriterium:
Bei unvermeidbarer Inkaufnahme von Schäden haben reversible Maßnahmen Vorrang vor solchen, die irreversible oder langdauernde Folgen bewirken.

5. Regenerationskriterium:
Regenerierbare (selbsterneuerbare) Teckniken haben unter sonst gleichen Voraussetzungen den Vorrang vor nicht erneuerbaren.

6. Verteilungskriterium:
Unter der Voraussetzung begrenzt zur Verfügung stehender Mittel sind diese im Sinne des größtmöglichen Wohls für die größtmögliche Gruppe zu verteilen. (Bei begrenzten Kapitalressourcen sind Investitionen in die Forschung nur dann zu tätigen, wenn der jeweilige Bereich eine größtmögliche Akzeptanz einer größtmöglichen Gruppe besitzt.)

(gekürzt nach Emer. Univ.-Prof. Dr. Günter Virt, Professor für Moraltheologie, UNI Wien)

> zurück zum Newsletter

> zur Website der ARGE Schöpfungsverantwortung