ARGE Schöpfungsverantwortung

3. Abend - Inhaltsübersicht

Ziel 13: Handeln für den Klimaschutz

Dienstag, 21.05.2019: 

Leben im und mit dem Klimawandel - Dem Klimawandel Einhalt gebieten

In diesen Tagen rücken mit der Bewegung "Fridays for Future" Jugendliche den Klimawandel in den Mittelpunkt. 
Auch wenn manche es nicht mehr hören können oder es als Fake News abtun: Der Klimawandel ist präsenter denn je, auch auf der vermeintlichen „Insel der Seligen“ Österreich. Es drohen nicht nur Umweltschäden, sondern auch existenzbedrohende menschliche, wirtschaftliche und politische Katastrophen. Es genügt daher nicht, den Klimawandel technologisch zu bekämpfen. Wir müssen unser Wirtschafts- und Finanzsystem völlig neu denken, um ein gutes Leben für alle innerhalb der ökologischen Grenzen unseres Planeten zu ermöglichen.

 

Klimawandel im Fokus






Fotos: ARGE SVA


Am dritten Abend der achtteiligen Reihe ist ein Kernthema der ARGE Schöpfungsverantwortung im Mittelpunkt gestanden - Das Klima.

Nachdem Uwe Sattler von der ARGE Schöpfungsverantwortung in der Einleitung die Klimaaktivitäten der ARGE Schöpfungsverantwortung präsentierte, lieferte Prof. Herbert Formayer von der BOKU Wien im Rahmen eines spannenden Vortrags dem interessierten fachkundigem Publikum Fakten zum Klima:
Nach Darstellung der Entwicklung der Abweichungen von der Durchschnittstemperatur für Österreich und global, erläuterte er, was eine Klimaerwärmung um 2 Grad (+2-Grad-Ziel) bedeuteten würde. Zum Vergleich: eine Abkühlung der globalen Temperatur um vier Grad bewirkt, dass wir uns in einer Eiszeit befinden würden.

Er vermittelte, dass der Klimawandel im Hintergrund in viele Lebensbereiche (Verkehrsinfrastruktur, Land- und Forstwirtschaft etc.) greift und seine Bekämpfung einen Mehrfachnutzen bringt.

Eine Bekämpfung des Klimawandels mit technischen Mitteln wie Aerosolbeimischung in Flugbenzin oder das Ausbringen von Meerwasser, das dann durch die Salzkristalle eine Abkühlung mit sich bringt, sieht Formayer kritisch, da dafür ein hoher Energieeinsatz benötigt wird und das eine Symptombekämpfung sei, die andere Probleme mit sich bringt.

In Maßnahmen wie der Aufhebung von steuerlichen Begünstigungen für Kerosin, die weltweit gilt, oder die Grundsteuerbefreitheit von Flughäfen, sieht er dagegen großes Potenzial.
Der Handel von den Zertifikaten für Verschmutzungsrechte war ebenso Thema wie die für Österreich drohenden Strafzahlungen bei Nichteinhaltung der im Rahmen des Klimaabkommens von Paris vereinbarten Ziele.
Formayer: "Je später wir beginnen Maßnahmen zu setzen, desto dramatischer müssen sie sein."


Wir bestimmen unsere Zukunft selbst

Es gibt aber auch gute Nachrichten für uns: wir können sehr viel selbst durch unseren Lebensstil beeinflussen. Dies betrifft insbesondere die Bereiche Ernährung, Verkehr und Konsum. Und: Es gibt keine naturwissenschaftlichen Gründe warum wir das 1,5-Grad-Ziel nicht erreichen können.

Im Anschluss an den Vortrag fand eine angeregte Diskussion statt, die zu einer Vertiefung des Themas führten.

Downloads:

> Präsentation ARGE Schöpfungsverantwortung [PDF]

> Präsentation von Herbert Formayer [PDF - 3 MB]

Herbert Formayer. Foto: David Leidinger

Referent: Prof. Herbert Formayer, BOKU Wien

Herbert Formayer (Mag., Dr., Assoc.-Prof.), geboren 1963, ist Meteorologe und Klimaforscher an der Universität für Bodenkultur in Wien. Im Jahr 2017 habilitierte er sich in den Fächern Meteorologie und Klimatologie. Er ist wissenschaftlicher Leiter des interdisziplinären Klimaforschungsprogramms "StartClim" und Vorstandsmitglied des "Climate Change Centre Austria". Herbert Formayer ist er Co-Autor des Buchs "+2 Grad", das gemeinsam mit Helga Kromp-Kolb entstanden ist, und zählt zu den bekanntesten Klimaexperten Österreichs.


> Klimaaktivitäten der ARGE Schöpfungsverantwortung [PDF]

> Einladung [PDF]

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