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Arpád Pusztai (Autor), Susan Bardócz (Autorin), Jürgen Binder

Sicherheitsrisiko Gentechnik

Orange Press; 2009; ISBN-13: 978-3936086508

Buchpräsentation und Diskussion am 23. Februar, 10 - 12 Uhr im Parlament, Lokal III

Mit Prof. Dr. Susan Bardocz , Co-Autorin des Buchs und Frau von Dr. Árpád Pusztai, sowie Jürgen Binder , Vorsitzender des Vereins Gentechnikfreies Europa.

Moderation: NRAbg. Wolfgang Pirklhuber , Landwirtschaftssprecher der Grünen

Susan Bardocz und ihr Ehemann Árpád Pusztai haben Ende der neunziger Jahre die Gefahr der gentechnischen Veränderung von Pflanzen wissenschaftlich nachgewiesen. Pusztai deckte in Fütterungsversuchen am Beispiel von Gen-Kartoffeln Mängel in der Sicherheitskontrolle von Genfood auf. Nach der Veröffentlichung seiner Forschungsergebnisse wurde er fristlos entlassen, diskreditiert und an weiteren Forschungen gehindert. Árpád Pusztai kann aus gesundheitlichen Gründen nicht an der Veranstaltung teilnehmen. Es gibt neben dem Buch einen 45-minütigen Film über ihn („Arpad Pusztai, Whistleblower“), der bei dieser Veranstaltung erworben werden kann.

Wir bitten um Anmeldung bei katharina.fatzi(at)gruene.at

 

Vandana Shiva

Geraubte Ernte – Biodiversität und Ernährungspolitik

Rotpunktverlag, 2004; ISBN 3-85869-284-0

Es darf nicht sein, dass die globalen Konzerne den Menschen die Ernährung diktieren. Wenn sich Menschen in Nord und Süd zusammenschließen, kann dem Vormarsch der Biotechnologie Einhalt geboten werden, kann die Biodiversität – die Grundlage jeder zukunftsorientierten und nachhaltigen Ernährungspolitik – gerettet werden.

Die indische Ökofeministin Vandana Shiva beschreibt – aus dem Blickwinkel Indiens – die jüngsten Entwicklungen der globalen Agrarindustrie: Der Anbau von Genpflanzen wird vorangetrieben, die Patentierung von Tier- und Pflanzenarten setzt sich allmählich durch, das Streben nach kurzfristigem Profit verschließt den Blick für nachhaltige Lösungen zur Bekämpfung des Welthungers.

 

Emmanuelle Grundmann

Wälder, die wir töten – Über Waldvernichtung, Klimaveränderung und menschliche Unvernunft

Riemann, 2007; ISBN 978-3-570-50086-6

Die streitbare Primatenforscherin Emmanuelle Grundmann benennt die von Menschen gemachte Öko-Katastrophe als das, was sie ist: ein Verbrechen gegen die Artenvielfalt und gegen unser aller Zukunft. Ein großes Buch zu einem epochalen Thema, voll gerechten Zorns, aber auch voller Poesie, Zartheit und Liebe zum Wald und zur unschätzbaren Kostbarkeit der Schöpfung.

16 Millionen Hektar Urwald fallen alljährlich den Motorsägen und Brandrodungen zum Opfer – für billiges Papier, für Grillkohle oder für kurzsichtige Versuche, neue Agrarflächen zu erschließen. Die Wälder Amazoniens sind dabei zwar die bekannteste, keineswegs aber die einzige Problemzone der Erde.

Grundmann wartet mit einer Fülle überzeugender Fakten auf. Aber sie weiß, dass ein allein rationaler Zugang kein Umdenken bewirken kann. Es kommt darauf an, dass wir die Schönheit der Wälder mit ihrer atemberaubenden Tier- und Pflanzenwelt wieder wirklich mit dem Herzen zu sehen lernen.

 

Das Problem der "Lichtverschmutzung"

Wenn es Nacht wird, beginnen weltweit unzählige künstliche Lichtquellen zu strahlen. Ausgehend von den Städten, Ortschaften, Gebäuden und Straßen bis hin zu den Bergbahnen im Gebirge, erobern nächtliche Lichtkonzentrationen immer mehr die Landschaft. Allein die Stadt Wien strahlt nachts 2 Megawatt an Licht"leistung" in den Weltraum ab.

Seit es auf der Erde hell geworden ist, haben sich die Lebensbedingungen vieler Tiere dramatisch verändert. Milliarden von Insekten und Vögeln gehen jährlich in die tödlichen Lichtfallen. Ein anderer Teil der Natur verschwindet ebenfalls zusehends: Die Pracht des Sternenhimmels ist nur mehr in entlegenen Gebieten zu bewundern und die Milchstraße ist ein Naturphänomen, das vielen Menschen kaum mehr bekannt ist. Darüber hinaus beeinflusst die erhellte Nacht zunehmend den natürlichen Tag- Nacht-Rhythmus des Menschen. Umweltassoziierte Gesundheitsstörungen wie Schlafstörungen, Energielosigkeit und andere, z.T. schwer wiegende Folgeerkrankungen können die Auswirkungen von Lichtimmissionen auf den Lebensbereich des Menschen sein.

 

Beleuchtungssituation

Vor etwas mehr als 100 Jahren sind in Europa die ersten elektrischen Außenbeleuchtungsanlagen in Betrieb gegangen. Inzwischen sind es Millionen von Lichtquellen, die Nacht für Nacht die Landschaft erhellen. Längst dient Licht nicht nur mehr dem Bedürfnis des Menschen nach Sicherheit. Licht ist ein Symbol für Luxus geworden, selbstverständlich und uneingeschränkt einsetzbar, sei es für Werbezwecke, Effektbeleuchtung oder zur Beleuchtung von Freizeiteinrichtungen.

Es ist höchste Zeit, ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, dass der verschwenderische Umgang mit künstlichem Licht zahlreiche negative Folgen hat, und dementsprechend zu handeln!

 

Mensch und Gesundheit

Due überwiegende Mehrzahl der irdischen Lebewesen hat sich im Laufe der Jahrmillionen an den natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus angepasst. Zahlreiche Körperfunktionen sind auf diesen Rhythmus abgestimmt- auch jene des Menschen! So bildet der menschliche Organismus nur in der Dunkelheit das Hormon 'Melatonin'. Bereits geringe Lichtintensitäten können die Produktion dieses wichtigen Hormons reduzieren!
Dazu Prof.Dr. Peter Heilig von der Medizinischen Universität Wien: "weniger Melatonin bedeutet einen schlechteren Schlaf und mehr Stress. Dieser kontinuierliche Stress kann das Immunsystem schwächen und so die Gesundheit beeinträchtigen!" Mehreren Untersuchungen zufolge gibt es sogar Hinweise darauf, dass Melatonin eine krebshemmende Wirkung haben könnte.

 

Natur

Seit Millionen von Jahren ist Licht der ursprüngliche Rhythmusgeber, auf den sich alle Organismen eingestellt haben. Manche haben sich auf ein Leben in der Nacht spezialisiert, andere auf ein Leben am Tag. Ein besonderes Problem mit künstlichem Licht haben nachtaktive Tiere, wie zahlreiche Insekten, Vögel, Amphibien, Reptilien, Fledermäuse und andere Säugetiere. Man schätzt, dass zum Beispiel in Deutschland 180 Milliarden Insekten jährlich an Straßenlaternen verenden. Folgende biologische Auswirkungen der Lichtverschmutzung wurden bislang beschrieben:

  • Blendung & Desorientierung
  • gestörte/eingeschränkte Futtersuche
  • veränderte Räuber-Beute-Beziehung
  • gestörte soziale Interaktion (Entwicklung & Fortpflanzung)
  • eingeschränkter Aktionsradius (Barrierewirkung, Vertreibung)
  • gestörte Ruhephasen

Astronomie

Durch die Aufhellung des Nachthimmels sind am durchschnittlichen Nachthimmel in Österreich nur mehr 10% der eigentlich mit freiem Auge sichtbaren Sterne zu erkennen!

Die Lichtverschmutzung schränkt den Beobachtungsbetrieb in großstadtnahen astronomischen Observatorien immer mehr ein. Die Instrumente traditionsreicher Sternwarten wie Greenwich, Paris, Potsdam, Wien und sogar der berühmte 5-Meter-Spiegel auf Mount Palomar, wurden und werden durch die stetig anwachsende Lichterflut massiv entwertet. Selbst Observatorien, die auf hohen Bergen fernab von Millionenstädten errichtet wurden, bedürfen heute des Schutzes vor Lichtverschmutzung in Form von gesetzlichen Bestimmungen.

Die Aufhellung des Nachthimmels durch die Zivilisation ist nämlich ein Phänomen mit enormer Fernwirkung. Die Lichtglocken großer Städte hellen den Himmel - am stärksten im Horizontbereich - sogar noch in Hunderten Kilometern Entfernung (!) auf. Um diese Beeinträchtigung astrophysikalischer Forschungen zu verhindern, wird die Helligkeit des Himmelshintergrundes zum Beispiel am Observatorio del Teide - Teil des Astrophysikalischen Instituts der Kanarischen Inseln - regelmäßig gemessen. Eine ähnliche Situation hat sich in Chile im Umfeld der Großteleskope der Europäischen Südsternwarte eingestellt. Schließlich kostet eine einzige Beobachtungsnacht an einem Teleskop mit 8 Metern Spiegeldurchmesser heute etwas 120.000 Euro - und wer könnte es rechtfertigen, dass das so kostbare Licht der Galaxien, das vielfach Millionen bis Milliarden Jahre bis zur Erde unterwegs war, auf den letzten Kilometern durch achtlos erzeugten irdischen "Lichtmüll" in seinem Informationsgehalt beeinträchtigt wird?

Bislang ist kein einziger Fall bekannt geworden, wo infolge der Reglementierung der nächtlichen Außenbeleuchtung für astronomische Forschungsinteressen negative Folgen wie etwa mehr Einbrüche, mehr Verkehrsunfälle oder auch nur geringere subjektive Zufriedenheit der Anwohner eingetreten wäre.

 

Quelle:
homepage.univie.ac.at/thomas.posch/endedernacht/endedernacht.html
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