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Mittwoch, 02. Mai 2007

GESUND – VITAL - ENGAGIERT

 

INTERVIEW mit Karin Girsch zum Thema gesunde Ernährung

Karin Girsch

Karin Girsch (21, Studentin der Psychologie und Statistik) hat vor einiger Zeit ihre Ernährungsgewohnheiten umgestellt – wie und welche Veränderungen damit einher gegangen sind, erzählt sie uns im Interview.

 

Anna S.: Du hast durch deine Ernährungsumstellung 15 kg abgenommen - wann ist für dich der “Wendepunkt“ gekommen?

Karin G.: Eigentlich sind es bis jetzt 19 Kilo und ich habe vor, noch 6 weitere Kilo abzunehmen. Der Wendepunkt kam vor ca. 1 Jahr. Bei einer Blutuntersuchung wurde festgestellt, dass ich zu wenig DHEAS habe. Dies konnte mehrere Gründe haben: angefangen von einer Zyste (auf der Nebenniere) bis hin zu Krebs. Diese Diagnose hat mich wachgerüttelt. Mir war klar, dass die Wahrscheinlichkeit Krebs zu haben aufgrund meines Alters sehr gering war. Deswegen habe ich mich übers Internet informiert und einige Berichte darüber gelesen, wie eine gesunde Ernährung den Körper wieder ins Gleichgewicht bringen kann. 

Anna S.: Inwieweit  haben sich deine Ernährungsgewohnheiten geändert?

Karin G.: Auf jeden Fall und zwar um 180°, nun ja, ich will nicht übertreiben, vielleicht um 160°. Ich war nämlich schon Vegetarier und hab auf Fleisch verzichtet. Leider war ich eher ein Puddingvegetarier, das heißt, ich habe sehr viele Süßigkeiten gegessen.

Anna S.: Wie geht es dir jetzt (körperlich und geistig), mehr als ein Jahr nach deiner Umstellung – welche Veränderungen kannst du erkennen?

Karin G.: Eines ist mir ganz deutlich aufgefallen: Es geht mir viel besser. Ich habe mehr Kraft und Ausdauer bekommen. Vor allem ist meine Haut schöner geworden und natürlich mein Bauch kleiner.
Letzten Sommer habe ich mit einer sehr guten Freundin eine Interrailreise gemacht und dabei habe ich einen Rucksack getragen, der ca. 15 Kilo (entspricht dem Gewicht, das ich bis dahin abgenommen hatte) schwer war. Damals ist mir erst bewusst geworden, wie viel Ballast ich mit mir herumgeschleppt habe. Also haben sich auch meine Knochen und Gelenke etwas erholen dürfen.
 

Anna S.: Welche Ursache siehst du in immer häufiger werdenden „Gesellschafts-Krankheiten“ wie Fettleibigkeit, Alters-Diabetes bei jungen Menschen, Depressionen…?

Karin G.: Die Ursachen sind die falschen Essgewohnheiten und die mangelnde Bereitschaft sich zu ändern, einfach etwas Neues auszuprobieren.
Ich muss aber gestehen, dass die Kinder unserer Zeit es keineswegs leicht haben. Wenn ich mich an meine Schulzeit erinnere, dann sehe ich noch immer den Buffetstand mit all seinen Süßigkeiten, Weißmehlprodukten und Süßsäften vor mir. Wir mussten essen, was uns angeboten wurde, oder wir nahmen uns selbst etwas von zu Hause mit. 
Ich glaube vielen Eltern ist nicht bewusst, wie gefährlich eine solch einseitige Ernährung ist. Hier besteht Aufklärungsbedarf und ich habe mich deswegen auch sehr über die Ernährungswoche des ORF gefreut.
 

Anna S.: Welchen Einfluss hat deiner Meinung nach die Werbung sowie die Produktaufmachung auf unser Essverhalten und das der Kinder? Sind gewisse Genüsse „werbungsgemacht“?

Karin G.: Ich glaube, dass Werbung und die Aufmachung eines Produktes uns Menschen stark beeinflusst. Wenn man sich heute Milch kauft, kann man auf der Verpackung eine glückliche Kuh auf einer Almwiese stehend sehen. Jeder verknüpft dieses Bild mit einem angenehmen Gefühl und hat kein schlechtes Gewissen, wenn er dieses Produkt kauft.
Ein weiteres Phänomen ist Mc Donalds. Dieses Unternehmen macht sich mit seinen Werbestrategien bereits bei den ganz kleinen Kindern beliebt. So feiern viele Kinder bereits in jungen Jahren ihren Geburtstag bei Mc Donalds. Wenn die Kinder älter werden, denken sie immer mit Freude an die schönen Geburtstagsfeiern und wollen dieses Erlebnis wieder empfinden, also kaufen sie sich einen Burger. Auf diese Art konditioniert Mc Donalds das Essen mit einem angenehmen Gefühl schon bei den Kleinsten.

Anna S.: Was würdest du verunsicherten Menschen in Bezug auf Konsum- und Essverhalten mit auf den Weg geben?

Karin G.: Probiert etwas Neues und habt keine Angst, denn es ist nicht so schwer wie man es sich vorstellt!!
Die erste Zeit meiner Umstellung war zugleich die aufregendste. Ich habe für mich neue Lebensmittel, Gewürze und Rezepte entdeckt, die mir mehr zusagten als alles bisher gekannte. Das einzige Problem war mein Zuckerentzug: er dauerte 2 Monate und auch heute fällt es mir noch immer sehr schwer allen Mehlspeisen dieser Welt aus dem Weg zu gehen. Ein kleiner Tipp: BIO Gummibärchen ohne Gelatine, sind echt lecker.


Vielen Dank für das informative Interview!


Anna Sophie Santner



Das Interview mit Karin Girsch führte Anna Sophie Santner. Beide arbeiten am Projekt „Gesunde Ernährung in Kindergärten, Horten und Schulen“ mit. Vor kurzem haben sie eine Umfrage in diesen Einrichtungen durchgeführt. Zur Selbstprüfung steht der Fragebogen als Download zur Verfügung.


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